Fr., 06.01.2017

In Asiens Internet-Shops boomt das Original – Dr.-Wolff-Gruppe wächst weiter rasant China steht auf »deutsches« Alpecin

Entlarvt: Die deutsche Original-Flasche vor einem chinesischen Drogerie-Regal zeigt, was Chinesen online kaufen.

Entlarvt: Die deutsche Original-Flasche vor einem chinesischen Drogerie-Regal zeigt, was Chinesen online kaufen. Foto: Dr. Wolff

Von Michael Diekmann

Bielefeld (WB). Das Zauberwort heißt »German Engineering«. Es steht auf der Shampoo-Flasche von Alpecin und beschert der Bielefelder Dr.-Wolff-Gruppe atemberaubende Wachstumsraten: 2016 kletterte der Umsatz zum 12. Mal in Folge auf nunmehr 290 Millionen Euro. Bis 2015 hatte man ihn bereits in zehn Jahren von 131,6 auf 275,7 Millionen mehr als verdoppelt.

Besonders stark zugelegt haben die Geschäfte in Asien , wo bisher mehr als sechs Millionen Koffein-Produkte gegen Haarausfall verkauft wurden. Eduard R. Dörrenberg , in Asien lebender geschäftsführender Gesellschafter der Gruppe, spricht vom Phänomen China: »Das Land ist so groß. Das ist quasi eine Lebensaufgabe.«

Seit April 2016 hat Dr. Wolff ein Büro in Shanghai. Und nach nur drei Jahren in Asien geht jede vierte, in Bielefeld für das Ausland hergestellte Flasche in den Wachstumsmarkt Fernost.

Alpecin als erstes deutsches Shampoo mit deutscher Schrift

Was Dörrenberg besonders beschäftigt: Seit dem Start von Alpecin-TV-Werbung in China hat das Online-Geschäft im Reich der Mitte rasant angezogen. Allerdings mit deutscher Ware aus deutschen Fachmarkt-Regalen. Die Chinesen haben in Sachen Shampoo quasi die Milchpulver-Route entdeckt, so Dörrenberg.

Auf Online-Portalen wie Taobao , dem chinesischen Gegenstück zu Ebay, wird nach Babynahrung Alpecin als erstes deutsches Shampoo mit deutscher Schrift und deutschen Kassenbons von Rossmann & Co. als Echtheitsbeleg angeboten. Bis zu 210 Angebote auf einem einzigen Portal hat Alpecin-Sprecher Marcel Klöpping gezählt.

Es muss, vermutet man bei Wolff, eine große Zahl Asiaten geben, die in Deutschland diese Ware für Fernost einkaufen. Gerade bei Gesundheitsprodukten, so Klöpping, ist Made in Germany Maß der Dinge.

Fremdartige Zweitbefüllung

Was die Bielefelder allerdings ärgert: Es sollen in Asien auch bereits einmal entleerte Shampoo-Flaschen aufgetaucht sein, die in zwielichtigen Kanälen eine fremdartige Zweitbefüllung bekamen und dann wieder online angeboten wurden, berichten Manager.

Eduard Dörrenberg setzt für 2017 nicht nur in Asien auf Wachstum, sondern will global auf mehr als 40 Ländermärkten zulegen. Mit der Investition von acht Millionen Euro in den Firmensitz in Bielefeld hat man 2016 Büros, Produktion- und Lagerkapazität maßgeblich erweitert.

Bielefeld ist Hauptsitz und der einzige Produktionsstandort des Unternehmens. Insgesamt beschäftigt die Gruppe gut 600 Mitarbeiter. Allein in Bielefeld wurden 2016 gut 60 Kräfte neu eingestellt, ein Dutzend im Januar 2017.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4541649?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F