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Sa., 14.01.2017

Bahn plant Lärmschutzwände entlang der Hauptstrecke durch Bielefeld Jetzt wird’s leiser

Links und rechts der Bahntrasse im Bereich Schildesche sollen Lärmschutzwände gebaut werden.

Links und rechts der Bahntrasse im Bereich Schildesche sollen Lärmschutzwände gebaut werden.

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). An weiten Teilen der 20 Kilometer langen Ortsdurchfahrt Bielefeld will die Deutsche Bahn Lärmschutzwände errichten. 2018 sollen die Arbeiten beginnen, die Planungen sind angelaufen.

Zunächst wird der Lärmschutz auf zwei Abschnitten verwirklicht. Im Bereich Brake sollen auf einer Länge von 3,3 Kilometern auf beiden Seiten der Bahntrasse Schutzwände gebaut werden. In Schildesche, etwa von der Talbrücken- bis zur Schillerstraße sind Wände auf einer Länge von 1,5 Kilometern vorgesehen.

Alle Lärmschutzwände haben eine Höhe von drei Metern. Sie bestehen aus schallabsorbierenden Aluminiumelementen. Die Baukosten sollen etwa 7,35 Millionen Euro betragen. Die Lärmpegel im Bereich Brake werden nach Fertigstellung durchschnittlich um etwa 6 dB(A) und in Schildesche um rund 7 dB(A) sinken.

Bisher ist es an der Bahntrasse viel zu laut. Die Lärmpegel liegen mit maximal 18,6 dB(A) über dem so genannten Nachtgrenzwert. Bis 2025 werden in den Sanierungsabschnitten für rund 1590 Wohneinheiten nachts weitere Grenzwertüberschreitungen vorhergesagt.

Obwohl die mit den Lärmschutzwänden erreichbare Lärmpegelminderung deutlich spürbar sein soll, können Ober- und Dachgeschosse von Wohngebäuden nicht komplett erfasst werden. Deshalb ist geplant, nach dem Bau der Wände bei 310 Wohneinheiten Lärmschutzfenster einzusetzen. Dies gilt auch in Bereichen, wo aus technischen Gründen keine Lärmschutzwand errichtet werden kann. Davon sind 180 weitere Wohneinheiten betroffen.

Die Immobilienbesitzer können selbst entscheiden, ob sie Lärmschutzfenster einbauen lassen möchten. 250 000 Euro stehen dafür zur Verfügung. 75 Prozent der Umbaukosten übernimmt der Bund. Ein Viertel muss der Eigentümer selbst tragen.

Wann der Lärmschutz auf den übrigen Streckenabschnitten im Stadtgebiet, in den Bereichen Mitte und Süd, realisiert werden könnte, ist noch offen. Im Gespräch ist ein Zeitraum ab 2020.

Möglich wird der Bau von Lärmschutzwänden in Bielefeld, weil der Bund ein Lärmsanierungsprogramm aufgelegt hat. Für die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen im bestehenden Schienennetz stehen insgesamt 150 Millionen Euro zur Verfügung. Das Gesamtkonzept der Deutschen Bahn und des Bundesverkehrsministerium weist Strecken mit dringendem Sanierungsbedarf aus. Dazu gehört auch die Trasse durch das Stadtgebiet.

In der Mensa des Schulzentrums Heepen, Alter Postweg 33, beginnt am Mittwoch, 18. Januar, um 18.30 Uhr eine Informationsveranstaltung der Deutschen Bahn für betroffene Anwohner. Auch die politischen Gremien der Stadt Bielefeld werden sich mit dem Vorhaben beschäftigen. Am 19. Januar sind die Bezirksvertretungen Schildesche und Mitte an der Reihe, am 24. der Umweltausschuss des Rates und am 26. Januar die Bezirksvertretung Heepen. Der Stadtentwicklungsausschuss folgt am 31. Januar.

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