Mi., 29.03.2017

Neue Kampagne stellt zehn konkrete Projekte vor und soll Zauderer überzeugen Pläne für die digitale Zukunft

Herbert Weber (Mitte) mit den drei Projektpartnern Klaus Meyer (links, Energie Impuls OWL), Ulrike Künnemann (InnoZent OWL) und Norbert Landshut (Bildungscampus).

Herbert Weber (Mitte) mit den drei Projektpartnern Klaus Meyer (links, Energie Impuls OWL), Ulrike Künnemann (InnoZent OWL) und Norbert Landshut (Bildungscampus). Foto: Kemper

Von Dietmar Kemper

Bielefeld (WB). Digitale Marktplätze für Dörfer, sofortige Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Lebensmitteln, ein Bildungscampus für die Gesellschaft der Zukunft auf einem ehemaligen Militärgelände: Das sind nur drei Projekte, die in Ostwestfalen-Lippe vorangetrieben werden.

Für die Chancen durch die Digitalisierung wirbt die OWL GmbH in Bielefeld mit der neuen Kampagne »Wir gestalten unser Morgen: Ein gutes Morgen!«. Dass Firmen, Schulen und Kommunen die digitalen Herausforderungen annehmen müssten, sei ihnen wohl bekannt, aber die Erfahrung zeige, dass die nötigen Schritte nicht von alleine erfolgen, sagte gestern der Geschäftsführer der OWL GmbH, Herbert Weber, und betonte: »Wir wollen mit einer geballten Kampagne Sensibilität erzeugen.« Sie solle die Vorteile der Digitalisierung deutlich machen, ohne die Nachteile zu verschweigen.

Offensichtlich besteht noch Aufklärungsbedarf, denn nach Angaben der OWL GmbH haben sich erst ein Viertel der Betriebe in der Region intensiv damit auseinandergesetzt, was Digitalisierung und Industrie 4.0 für sie bedeuten. Das wollen nun 150 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ändern und dabei zehn Projekte näher vorstellen, die alle Bereiche des Lebens wie Gesundheit, Klimaschutz, Arbeit und Mobilität betreffen.

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Unser Anspruch ist es, die Zauderer anzusprechen

Astrid Kleinkönig, Projektleiterin

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»Unser Anspruch ist es, die Zauderer anzusprechen«, sagte Projektleiterin Astrid Kleinkönig. Dazu sollen nicht nur beispielhafte Lösungen sowie Beratungsangebote im Internet (www.owl-morgen.de) veröffentlicht werden, sondern auch die »Schaufenster 4.0« dienen. Auf ihnen erklären Firmen, Hochschulen und Institutionen von Mai an, wie sich die Digitalisierung bei ihnen konkret auswirkt. So zeigt etwa die Fachhochschule Bielefeld einen lernfähigen Kleinroboter.

Die Kampagne »Wir gestalten unser Morgen: Ein gutes Morgen!« ist eingebettet in das Regionalentwicklungsprogramm »OWL 4.0«, für das 6,6 Millionen Euro zur Verfügung stehen und aus dem bis Anfang 2019 mindestens 40 Zukunftslösungen für ein besseres Leben und Arbeiten in der Region hervorgehen sollen. Mindestens 3000 Vertreter aus kleineren und mittleren Unternehmen sollen erreicht werden.

Zu den zehn Projekten, die sich als erfolgversprechend herauskristallisiert haben, gehört »Smart Country Side«. Bei ihm arbeiten die Kreise Lippe und Höxter zusammen, um Dörfer lebensfähig zu erhalten. Um die Versorgung mit Lebensmitteln und Dienstleistungen sicherzustellen, könnten digitale Marktplätze aufgebaut und die Pendlerströme mitgenutzt werden, sagte der Projektleiter für Lippe, Klaus Schafmeister. Wenn erfasst sei, wer zur Arbeit wohin fahre, könne dies dazu genutzt werden, dass Pendler Güter aus Städten mitbringen, die im Dorf selbst fehlen.

Verschiedene Projekte in OWL

Ein paar weitere Beispiele innerhalb der zehn Projekte: Der Verein Food Processing-Initiative untersucht mit Experten der Hochschule OWL in Lemgo, wie bei der Herstellung von Lebensmitteln in Echtzeit die Qualität gemessen werden kann. Die Stadt Herford zeigt, wie auf einer Konversionsfläche, sprich der zehn Hektar großen Wentworth-Kaserne, ein Experimentierlabor und Erlebniszentrum für die Digitalisierung entstehen kann.

Auf dem »Bildungscampus« mit Platz für 1000 Studenten, Dozenten, Unternehmer und Arbeitnehmer soll geforscht und getagt werden. Das Kongresszentrum wird im September eingeweiht. Der Verein Energie Impuls OWL erforscht, wie sich die Energieversorgung intelligenter, günstiger und klimaschonender gestalten lässt.

Mit der Frage, wie das Business 4.0 aussehen könnte, befasst sich der Verein InnoZent OWL. Er versteht sich nach den Worten von Ulrike Künnemann als IT-Anlaufstelle und klärt Firmen zum Beispiel über IT-Recht und -Sicherheit auf sowie über die Möglichkeiten, die Social-Media-Kanäle etwa bei der Suche nach Fachkräften bieten. Mit der Uni Paderborn entwickelt InnoZent digitale Strategien und Geschäftsmodelle für Firmen, beide haben gerade 247 Unternehmen zu ihrem Digitalisierungsgrad befragt. OWL ist beim Thema »Industrie 4.0« weiter als andere Regionen in NRW. Das sei eine Folge des Spitzenclusters »It’s OWL«, sagte Herbert Weber, denn in dessen Rahmen werde seit fünf Jahren das Thema diskutiert.

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