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Mo., 03.07.2017

Bielefelder Dr. Lars Lippelt feiert mit U21-Team den Titel Der Teamarzt der Fußball-Europameister

Von Stefan Biestmann

Bielefeld/Krakau (WB). Als die deutsche U21-Mannschaft am Freitagabend in Krakau den Europameistertitel feiert, jubelt ein Bielefelder auf dem Platz mit. Dr. Lars Lippelt (42) hat als Teamarzt die Fußballer in Polen begleitet.

»Der Teamgeist war überragend«, sagt der Internist, der in Hoberge-Uerentrup gemeinsam mit vier Kollegen eine Hausarztpraxis betreibt. Trainer Stefan Kuntz habe einen »riesigen Anteil« am Erfolg der U21. »Im Finale konnte jeder sehen, wie hervorragend das gesamte Trainerteam die Mannschaft auf den Gegner Spanien eingestellt hat.«

Lippelt fand mit dem Erfolgscoach schnell Gemeinsamkeiten. »Meine Frau Anne und meine Mutter kommen genauso wie Stefan Kuntz aus dem Saarland. Und er hat ja auch eine Bielefelder Vergangenheit«, sagt Lippelt und verweist auf die Zeit von Kuntz als Arminen-Stürmer in den 90er Jahren.

Rund um die Uhr für Spieler und Trainer erreichbar

Es waren aber nicht nur Glücksmomente, die der Bielefelder Arzt in Polen erlebte. So besuchte das gesamte Nationalteam auch das ehemalige Konzentrationslager in Auschwitz. »Die Besichtigung war äußerst erschütternd«, berichtet Lars Lippelt.

In Polen betreuten zwei Ärzte und drei Physiotherapeuten das deutsche U21-Team. Lippelt war für Spieler und Trainer rund um die Uhr erreichbar. »Aus internistischer Sicht gab es keine gravierenden Probleme«, bilanziert er. Bei seinem vergangenen großen Turnier waren die medizinischen Herausforderungen noch größer gewesen: 2016 betreute er die U21-Kicker bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. »Da gab es die Zika-Virus-Problematik und die schwierigen klimatischen Bedingungen.«

»Meine Tochter erhält Medaille«

Lippelt begleitete bereits fünfmal DFB-Nachwuchsteams bei großen Turnieren: 2007 bei der U17-WM in Korea, 2009 bei der U21-EM in Schweden, 2013 bei der U21-EM in Israel, 2015 bei der U21-EM in Tschechien und eben 2016 bei den Olympischen Spielen, wo das Team die Silbermedaille holte.

Einen Titel feiern durfte Lippelt zuletzt 2009 in Schweden. Nach dem packenden Finale in Krakau hält er jetzt wieder die Medaille des Europameisters in der Hand. »Die bekommt meine sechs Jahre alte Tochter Hannah», sagt Lippelt und lächelt. »Sie sagte damals vor der Abreise, dass ich ihr wenigstens eine Medaille mitbringen soll, wenn ich schon wieder so lange mit den Fußballern weg bin.«

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