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Sa., 02.09.2017

Neue Messergebnisse bestätigen die Situation der Vorjahre Nitrat belastet Bielefelds Grundwasser

Düngemittel aus der Landwirtschaft (Symbolfoto) führen auch in Bielefeld zu einer Nitratbelastung des Grundwassers.

Düngemittel aus der Landwirtschaft (Symbolfoto) führen auch in Bielefeld zu einer Nitratbelastung des Grundwassers. Foto: dpa

Von Peter Bollig

Bielefeld (WB). Das Bielefelder Trinkwasser, das die Stadtwerke fördern, ist mit Blick auf den Nitratgehalt »von ausgesprochen guter Qualität und ausreichend geschützt«, stellt das Bielefelder Umweltamt fest. Trotzdem ist die Behörde alarmiert, denn zehn Prozent des Grundwassers seien, bezogen auf die Nitratbelastung, »in einem schlechten Zustand«.

Das belegen neue Messwerte, die allerdings frühere Erkenntnisse bestätigen. Weil im Bielefelder Süden die sandigen Böden das Nitrat, das aus der Gülle landwirtschaftlicher Betriebe stammt, leichter bis ins Grundwasser sickern lassen, misst die Stadt in Senne und Sennestadt an 38 Standorten regelmäßig den Nitratgehalt. Das Ergebnis: An drei Standorten in Senne wurden Werte oberhalb des Nitratgrenzwertes von 50 Milligramm pro Lite festgestellt: Die Maximalkonzentration von 83 Milligramm wurde im Grundwasser südlich der Friedrichsdorfer Straße im Grenzbereich zu Gütersloh gemessen, an zwei Stellen im Bereich des Scherpelswegs waren es 61 beziehungsweise 62 Milligramm je Liter. An neun weiteren Messpunkten lagen die Nitratkonzentrationen zwar unterhalb des Grenzwertes, aber oberhalb des von der EU als wünschenswert deklarierten Richtwertes von 25 Milligramm. Die übrigen Proben attestierten ein Grundwasser in gutem Zustand.

Umweltamtsleiter Martin Wörmann betont, dass aus den belasteten Grundwasserbereichen kein Trinkwasser gewonnen werde, weil sie nicht im Bereich der Wasserschutzgebiete und der Stadtwerkebrunnen lägen. »Trotzdem ist das Thema nicht irrelevant.« Besitzer privater Brunnen etwa müssten die Werte im Auge behalten. Ein Handlungsbedarf ergebe sich auch aus der Düngeverordnung von Mai 2017, die unter anderem die Menge der auszubringenden Düngemittel regelt, die die Umwelt und Insbesondere die Gewässer vor Nitrat schützen soll.

Die Lage sei in Bielefeld »nicht besorgniserregend«, weil es hier nur wenig Viehhaltung gebe, sagt Wörmann dem WESTFALEN-BLATT. Die neuen Messergebnis zeigten aber auch, dass sich die Nitratbelastung nicht verbessert habe. Wörmann: »Wir sind noch nicht auf dem richtigen Weg.« Die Daten und Erkenntnisse würden mit der Landwirtschaftskammer und dem Landwirtschaftsverband ausgetauscht und diskutiert.

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