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Mo., 16.10.2017

Elternpflegschaft der Realschule Jöllenbeck wirft Mike Bartels »Klientelpolitik« vor Scharfe Kritik am SPD-Bürgermeister

Die Realschule Jöllenbeck von oben.

Die Realschule Jöllenbeck von oben. Foto: Thomas F. Starke

Jöllenbeck (WB/hz). Mike Bartels ist SPD-Bezirksbürgermeister in Bielefeld-Jöllenbeck und gleichzeitig Her­ausgeber des Anzeigenblatts »Blickpunkt Jöllenbeck«. Bartels politisch-publizistische Doppelfunktion, einerseits als Amtsträger offiziell aufzutreten und andererseits im »Blickpunkt« über lokale Ereignisse zu berichten, ist hinter den Kulissen seit längerem umstritten.

Mike Bartels

Jetzt gibt es erstmals öffentlich Kritik. Die Elternpflegschaft der Realschule Jöllenbeck attackiert die Doppelfunktion des Bezirksbürgermeisters, der zudem noch Vorsitzender der Werbegemeinschaft Jöllenbeck ist. Pflegschafts-Vorsitzender Frank H. Elbracht geht Bartels scharf an und wirft ihm vor, »Klientelpolitik« zu betreiben und mit »Halbwahrheiten« die Realschule schlecht darzustellen. Elbracht fordert, dass Bartels sich neutral verhält.

Diskussion um Sekundarschule

Anlass für die Kritik ist die strittige Diskussion um die Einführung der Sekundarschule in Bielefeld und die Befürchtung, dass das zu Lasten der Realschulen gehen könnte (das WESTFALEN-BLATT berichtete mehrfach). In der aktuellen Oktober-Ausgabe des »Blickpunkt Jöllenbeck« bezieht Bartels klar Stellung für die Sekundarschule und gegen die Realschule Jöllenbeck. Der Bezirksbürgermeister und Anzeigenblatt-Herausgeber schildert den angeblichen Fall eines Sechstklässlers, der vom Lehrerkollegium der Realschule Jöllenbeck vor die Tür gesetzt worden sein soll. Der Junge habe wochenlang nicht den Unterricht fortsetzen können. Bei einer Sekundarschule, wie sie in Gellershagen geplant ist, wäre das nicht passiert, steht im Artikel.

Zudem wird der Eindruck erweckt, dass die Realschule mit Klasse 10 endet. Die Möglichkeit, nach dem Realschul-Abschluss zum Gymnasium zu wechseln und das Abitur zu machen, ist nicht erkennbar.

»Zutiefst empört«

»Wir als Realschul-Eltern sind zutiefst empört und sauer. Das war für uns ein Schlag ins Gesicht«, bezieht Pflegschafts-Vorsitzender Elbracht Stellung. »Keine Erwähnung in dem Artikel davon, dass sich die betroffene Realschule extrem eng mit der Bezirksregierung Detmold abgesprochen hat. Es darf auch nicht verschwiegen werden, dass sich weder Haupt- noch Gesamtschulen in Bielefeld bereitfanden, das Kind aufzunehmen«, wirft der Pflegschafts-Vorsitzende Bartels »schlechte Recherche« vor. Elbracht: »Selbst bereits gemachte Zusagen Bielefelder Schulen wurden in diesem Fall mehrfach zurückgezogen, zum Teil sogar von Zuständigen des Schulamtes in Bielefeld. Das Kind wird nun außerhalb des Stadtgebietes beschult. Abgebende und aufnehmende Schulen stehen in engem Kontakt, wie bei derartigen Fällen üblich.«

Elbrachts Versuch, in Begleitung der Jöllenbecker Realschulleiterin Natascha Kunert-Möller bei der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Jöllenbeck von Bartels eine Stellungnahme zu bekommen, scheiterte. Nun soll es an diesem Montag ein Sechs-Augen-Gespräch geben.

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