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Do., 09.11.2017

Erfolg für Elterninitiative – Sekundarschulen kommen trotzdem Überraschung im Rat: Die Bosseschule besteht weiter

Die Bosseschule wird nicht aufgelöst. Das hat der Rat gestern Abend mit großer Mehrheit beschlossen.

Die Bosseschule wird nicht aufgelöst. Das hat der Rat gestern Abend mit großer Mehrheit beschlossen. Foto: Hans-Werner Büscher

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Ein Triumph für Eltern, Lehrer und Schüler, die um ihre Bosseschule gekämpft haben: Die Realschule bleibt erhalten. Das hat Mittwochabend der Rat mit großer Mehrheit beschlossen. Durchaus überraschend.

Zunächst gab es einen Änderungsantrag, der vorsah, die Bosseschule nicht bereits ab dem Schuljahr 2018/19 auslaufen zu lassen, sondern eine solche Entscheidung um ein weiteres Jahr zurück zu stellen. Man wolle das Anmeldeverhalten der Eltern abwarten. Michael Weber (CDU) nannte das am Rande der Ratssitzung einen »Tod auf Raten«.

Nachdem Schuldezernent Dr. Udo Witthaus für diese Rückstellung um ein Jahr geworben hatte (»Wir wollen eine bessere Entscheidungsgrundlage, uns nicht allein auf Prognosen verlassen«), sprach Oberbürgermeister Pit Clausen von einer »deutlichen Veränderung der Ausgangslage« und verkündete eine Sitzungsunterbrechung für parteiübergreifende Beratungen.

»Wir mussten hart dafür kämpfen.«

Nach mehr als 20 Minuten fasste Clausen das Ergebnis der diversen Steh-Konferenzen zusammen: »Wir sind uns einig geworden. Die Bosseschule bleibt am Netz, der Änderungsantrag hat sich erledigt.« Reaktion von Daniela Schmidt-Müller, Elternpflegschaftsvorsitzender der Bosseschule: »Wir sind froh über diese Entscheidung. Wir mussten hart dafür kämpfen.«

Letztendlich stimmte der Rat bei fünf Enthaltungen (Linke, eine SPD-Stimme) und zwei Gegenstimmen (FDP, die die Sekundarschulen ablehnt) für den Erhalt der Bosseschule und die Errichtung der Sekundarschule Gellershagen im Gebäude der ehemaligen Brodhagen-Hauptschule. Mit vier Enthaltungen (Linke) und zwei Gegenstimmen (FDP) wurde die Errichtung der Sekundarschule Königsbrügge und die auslaufende Auflösung der Kuhlo-Realschule beschlossen.

»Schulangebot für alle«

Dorothea Becker (BfB) sagte, das Weiterbestehen der Bosseschule sei für sie »wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Das hätte ich heute so nicht erwartet«. Thomas Wandersleb (SPD) lobte die parteiübergreifende Zusammenarbeit: »Wir haben einen langen Weg hinter uns.« Marcus Kleinkes (CDU) betonte, seine Partei hätte nie die Notwendigkeit zur Schließung der Bosseschule gesehen. Er wünsche sich, dass deren Fortkommen von der Stadt unterstützt werde, »damit sie auch in Zukunft für die Eltern wählenswert bleibt«.

Peter Grün (Grüne) sprach von einem »Schulangebot für alle«. Es gehe darum, Schulstandorte zu erhalten. Für ihn sei die Sekundarschule »die kleine Schwester der Gesamtschule«. Barbara Schmidt (Linke) forderte »mindestens eine neue Gesamtschule«, sieht in den Beschlüssen zum Erhalt der Bosseschule und zur Errichtung von zwei Sekundarschulen »keine Lösung für bestehende Schulprobleme«: »Die Entscheidung heute vergrößert doch nur das Durcheinander.« Jan Maik Schlifter (FDP) nannte die Entscheidung pro Sekundarschulen ein »Hochrisiko« und mahnte die Verwaltung, »nicht über Eltern zu sprechen, sondern mit ihnen«.

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