Fr., 12.01.2018

Prozess um brutale Gewalttat am Sennestadtring – Angeklagtem (40) droht die Sicherungsverwahrung Schädel des Opfers (51) ist zertrümmert

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Ein seit dem 15. Lebensjahr straffälliger Bielefelder (40) soll für immer hinter Gitter. Gegen den 13 Mal unter anderem wegen Vergewaltigungen und Körperverletzungen vorbestraften Gewalttäter mit langjähriger Haft- und Psychiatrieerfahrung strebt die hiesige Staatsanwaltschaft die Sicherungsverwahrung an.

Über die Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung verhandelt die 3. Große Strafkammer des Landgerichtes. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, am 27. Juli vergangenen Jahres vor der Filiale eines Textil-Discounters am Sennestadtring einen Kontrahenten mit Faustschlägen den Schädel zertrümmert zu haben.

Das 51-jährige Opfer wird beim auf acht Verhandlungstage angesetzten Prozess (Beginn ist am 22. Februar) nicht aussagen können. »Der Geschädigte hat durch Hirnblutungen einen irreversiblen Hirnschaden davon getragen und wird ein Schwerstpflegefall bleiben. Er kann nicht kommunizieren und sich nicht selbstständig bewegen«, sagte Staatsanwalt Christoph Mackel auf Anfrage.

Tat in der Alkoholikerszene

Die Tat ereignete sich im vergangenen Sommer in der Sennestädter Alkoholikerszene, heißt es von der Anklagebehörde. Um die zehn Personen hielten sich abends vor dem Textil-Discounter auf und tranken Alkohol. Das spätere Opfer stieß, der Anklage zufolge bereits schwer angetrunken, zu der Gruppe am Sennestadtring. Allerdings war der 51-jährige Bielefelder dort als Zechkumpan nicht erwünscht. Der Mann soll mit Sprüchen provoziert, mehrere Frauen und Männer angefasst und an ihnen herumgezerrt haben.

Aufforderungen, sich zu entfernen, ignorierte der 51-Jährige. Gegen 20.45 Uhr an jenem Sommerabend soll es dann zum Angriff des Angeklagten auf das Opfer gekommen sein. Offenbar aus Wut darüber, dass der Mann nicht weggehen wollte, brachte der 40-Jährige den Älteren mit Schlägen oder Stößen zu Boden, heißt es in der Anklage. Dann soll der Angreifer dem 51-Jährigen mindestens fünf Mal mit großer Wucht eine seiner Fäuste gegen den Kopf gehauen haben.

Verheerende Folgen

Ein Rechtsmediziner, der später das anfangs in Lebensgefahr schwebende Opfer im Krankenhaus untersuchte, schloss auch Fußtritte nicht aus. Die Folgen der massiven Gewalteinwirkung waren verheerend: Der Attackierte erlitt unter anderem Brüche des Nasenbeins, der Stirnhöhle, des Kieferknochens sowie Blutungen in den Augen- und Nasennebenhöhlen. Nicht nur am Kopf, auch am Rest des Körpers fanden sich Verletzungen des Angriffs.

Der Angeklagte, der am Tatabend vom Sennestadtring flüchtete, wurde einen Tag später dank eines Zeugenhinweises festgenommen. Der 40-Jährige wartet derzeit in einer Zelle der Justizvollzugsanstalt Brackwede auf seinen Gerichtsprozess.

Sein Verteidiger Dr. Carsten Ernst verweist auf in der Anklage enthaltene Hinweise, wonach an der Tat zwei Personen beteiligt gewesen sein könnten. »Vor Gericht muss geklärt werden, ob es einen oder mehrere Täter gibt«, sagte der Rechtsanwalt.

Von einem Tötungsvorsatz des Angeklagten geht die Staatsanwaltschaft nicht aus. Dem 40-Jährigen drohen im Fall einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft und die anschließende Sicherungsverwahrung im Gefängnis.

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