Sa., 13.01.2018

Volksbank: Vorstandschef Thomas Sterthoff über Kesselbrink, Projekte und Perspektiven Endspurt im Wilhelmstraßenquartier

Das Quartier von oben.

Das Quartier von oben. Foto: Thomas F. Starke

Von Michael Diekmann

Bielefeld (WB). Für die neue Zeitrechnung braucht Thomas Sterthoff keine Fußball-WM. Der Vorstandsvorsitzende plant, dass im Juni 2018 die Volksbank Bielefeld-Gütersloh ihre neue Zentrale am Kesselbrink mit einem spannenden Programm präsentiert. Mehr noch: Im Sommer 2018 sollen die Bürger auch das Wilhelmstraßenquartier neu entdecken. Sterthoff: »Bielefeld macht uns Spaß. Das kann man sehen.«

Eine maßgebliche Aufgabe für seine Genossenschaftsbank sieht Thomas Sterthoff nicht nur darin, Bielefelds Bürgern und Mittelstand eine ihre Ansprüche bedienende Bank zu bieten, sondern auch Stadtentwicklung zu betreiben, wo sie notwendig ist. Tatsächlich hat die Bank für 15,5 Millionen Euro die alte Hauptstelle der Bielefelder Bank zur künftigen Zentrale des Gesamtinstituts und zum »Kommunikationszentrum für die Menschen« umgebaut und nach dem Scheitern der MFI-Shoppingcenter-Pläne für die Quartiersentwicklung insgesamt die Summe von 30 Millionen Euro in die Hand genommen.

Dazu gehören die ehemalige Bücherei Wilhelmstraße 3, das Dieterle-Haus, die Häuser 9 und 9a sowie das restaurierte Bürgerhaus Friedrich-Ebert-Straße 12. Man sei, sagt Sterthoff, sowohl im Kosten- wie auch im Zeitplan. Aktuell beginnt im Innenbereich zwischen Wilhelmstraße und Friedrich-Ebert-Straße mit dem Abbruch alter Bausubstanz gerade der Ausbau der Höfe zu mehr Aufenthaltsqualität. Dieser Verweilfaktor ist für Sterthoff nicht unerheblich, um eine für den Menschen attraktive Innenstadt mit passendem Mix zu haben.

Eigenes Gebäudemanagement

Als erstes Haus fertig sein muss das ehemalige Dieterle-Gebäude. Hier wird im Frühjahr die Zahnarztpraxis einziehen, um die bislang in der Bankzentrale am Kesselbrink herum abgebrochen und umgebaut worden war. Erstaunlich, dass alles so gut geklappt habe, findet Sterthoff. Tatsächlich bleiben den Handwerkern nach dem Auszug der Praxis gut drei Monate, um bis zur Einweihung der Bank die verbliebenen Flächen am Kesselbrink komplett zu sanieren.

Neben umfeldverträglichem Gewerbe soll es in den umgebauten Gebäuden in erster Linie günstigen Wohnraum geben. Die neuen Wohnungen an der Frie­drich-Ebert-Straße richten sich deshalb speziell an Studenten, werden wie alle anderen Wohneinheiten von der Volksbank-Tochter Geno-Immobilien bereits vermarktet. Allerdings will sich die Bank künftig auch um das Gebäudemanagement in Eigenregie kümmern. Aktuell arbeitet die Volksbank an der Konzeption für eine eigene Hausverwaltung, die in der Stadt auch die Betreuung externer Objekte übernimmt. Bielefeld biete sehr viel Potenzial, unterstreicht Sterthoff: »Und Facility-Management ist der letzte Baustein, der uns noch in unserem Leistungsspektrum fehlt.«

Dass die Volksbank Bielefeld-Gütersloh im Oberzentrum als maßgebliches Institut in Sachen Immobilienentwicklung wahrgenommen wird, möchte der Vorstandschef mit Zahlen unterlegen. Man will im Oberzentrum die erste Adresse des genossenschaftlichen Lagers sein. Im Jahr 2017 hatte die Bank mit 335 Millionen Euro an neuen Baufinanzierungskrediten einmal mehr zugelegt.

Neubauprojekte betreibt die Geno unter Leitung von Geschäftsführerin Heike Winter aktuell in fast allen Bielefelder Stadtbezirken. Zudem trägt das größte Baugebiet der Stadt in Babenhausen die Farben der Volksbank. Man will die gesamte Wertschöpfungskette bedienen – von Baulandentwicklung bis zur Bauträgerschaft, Vermittlung und Vermarktung. Ebenfalls noch 2018 will die Volksbank sowohl in Bielefeld wie in Gütersloh je ein Projekt mit bezahlbarem Wohnraum vorstellen und selbst öffentlich geförderte Häuser bauen.

Bis Ende 2018 hofft man bei der Volksbank auf Ergebnisse eines Runden Tisches in Sachen »Haus der Wissenschaft« in der ehemaligen Bücherei, aus der Mitte Juni die Bank-Abteilungen ausgezogen sein werden. Im Zentrum des Interesses steht hier laut Sterthoff verständlicherweise die Kostenseite. Sterthoff: »Irgendjemand muss am Ende die Kostenverantwortung übernehmen.«

Verkehrskonzept überdenken

Handlungsbedarf sieht man in der Bank auch in Sachen Kesselbrink. Aktuell arbeiten die Planer deshalb an der Neugestaltung des Platzes vor der neuen Zentrale. Dazu gehört neben der optischen Gestaltung eines Kesselbrinks in Klein auch die Umorientierung bei Funktionen wie Nahversorgung und Verkehrsführung. Je mehr Quartiersqualität sich entwickele, sagt Sterthoff, und je mehr Mängel die Bürger beklagten, um so notwendiger werde es, über aktuelle Konzepte nachzudenken. Dazu gehört wohl nicht nur aus Sicht der Bankkunden eine geänderte Verkehrsführung für die bessere Erreichbarkeit der Wilhelmstraße.

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