Mi., 07.02.2018

Nach Tod eines Patienten fühlt sich Klinikpersonal von Hinterbliebenen bedroht Ärzte rufen Polizei zur Hilfe

Das Franziskus-Hospital in Bielefeld.

Das Franziskus-Hospital in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Von Christian Althoff

Der Vorfall geschah am 23. Januar. Ein dementer 83-jähriger Mann, der herz- und lungenkrank gewesen sein soll und auf der Intensivstation lag, wollte unbedingt nach Hause. Eine Pflegerin rief einen seiner Söhne zur Hilfe, dem es aber auch nicht gelang, seinen Vater zum Bleiben zu bewegen. Der Sohn kündigte schließlich an, das Krankenhaus mit seinem Vater zu verlassen. Geschäftsführer Dr. Georg Rüter wurde

Dr. Georg Rüter

gegen 23.30 Uhr von einem Chefarzt aus dem Bett geklingelt, der sich bedroht fühlte, und fuhr sofort ins Krankenhaus. »Der Patient lag auf Leben und Tod auf der Intensivstation. Der hätte es nicht bis nach Hause geschafft. Aus einem ärztlichen Notstand heraus haben die Mitarbeiter versucht, ihn zurückzuhalten und ihm eine Beruhigungsspritze zu geben. Er erlitt einen Herzstillstand, und es wurde versucht, ihn wiederzubeleben.« Der Sohn habe das möglicherweise als Misshandlung empfunden, und es sei zu einem Gerangel gekommen. »Dabei wurde einer unserer Mitarbeiter geschlagen.«

Der Sohn rief weitere Angehörige an, darunter seinen Bruder Robin Fermann. Fermann, als Fuat Akpinar in der Türkei geboren, ist in Bielefeld als Kommunalpolitiker bekannt, der sein Glück schon bei den Linken, den Piraten, der SPD und der AfD versucht und zuletzt eine eigene Partei gegründet hatte.

Mit Rache gedroht

Insgesamt sollen zwölf Angehörige im Krankenhaus erschienen sein, von denen einige verbal, andere auch körperlich aggressiv geworden sein sollen. Rüter: »Die Polizei war mit drei Streifenwagen hier. Wir haben es gemeinsam geschafft, eine Eskalation zu verhindern.« Allerdings hätten Hinterbliebene noch in der Nacht schwere Vorwürfe gegen Ärzte und Pfleger erhoben. »Ich habe sofort die Staatsanwaltschaft informiert, damit der Verstorbene obduziert wird und Klarheit herrscht.« Mehrere Mitarbeiter hätten in jener Nacht Angst gehabt, nach Hause zu gehen. »Aus dem Kreis der Familie war ihnen mit Rache gedroht worden.«

Robin Fermann: »Mein Vater hatte das Recht, das Krankenhaus zu verlassen. Aber er wurde am Nacken gepackt und aufs Bett gedrückt.« Für ihn sei das ein Mord gewesen, der jetzt »raffiniert vertuscht« werden solle. Fermann sagte, er werde »die türkische Menschenrechtskommission« informieren.

Staatsanwalt Christop Mackel erklärte gestern, nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis sei der Patient an seinen Vorerkrankungen gestorben.

Kommentare

Aus der Sicht eines Laien Verdacht strafbarer Nötigung

Es erstaunt schon sehr, dass im 21. Jahrhundert ein Patient, der nicht entmündigt (jur.: unter Pflegschaft gestellt) ist und der nicht DRITTE gefährdet, von Krankenhauspersonal zur Zwangsbehandlung gezwungen zu sein scheint. In der Presse wird immer wieder der Vorwurf erhoben, dass a) die Hygiene in deutschen Krankenhäusern schlecht sei und b) das derzeitige Honorarsystem die Ärzte und Krankenhäuser motiviere, an den Patienten alle irgendwie möglichen Behandlungen anzuwenden. Vor diesem Hintergrund kann man einen alten Mann, der plötzlich nach Hause will nur gut verstehen und es dürfte auch sein gutes Recht gewesen sein. Eine rechtswidrige Nötigung dürfte damit vorliegen und die Staatsanwaltschaft oder das Gericht wird die Frage stellen müssen, ob die Tatsache, dass AUCH ? die Erkrankung Todesursache war die Kausalität der Zwangsmaßnahmen für den Tod ausschließt oder eine (fahrlässige ?) Tötung vorliegt. Nachdem ausgerechnet ein Richter aus Bielefeld in seinem Buch "Das Ende der Gerechtigkeit" deshalb aufziehen sieht, weil die geltenden Gesetze nicht ausreichend angewandt werden, ist es spannend zu beobachten, ob eine christlich-demokratische Landesregierung strafrechtlichen Ermittlungen gegen die christlichen Freunde ihren Lauf lässt. Meine letztwillige Verfügung wird - nach Erfahrungen anderer Familienmitglieder - um eine Ausschlussklausel ergänzt.

FEHRMANN

Leider greift so ein Verhaltlen immer mehr um sich. Verstehen diese Leute nicht die Bemühungen um Kranke und Verletzte? Was machen arabische oder afrikanische Ärzte und Sanitäter so anders, das die Hilfe dieser Organisationen so bedrohlich rüberkommt? So weltfremd kann doch keiner sein.
Zu diesem HERRN Fehrmann hätte ich die Frage warum sich ein Mann mit türkischem Migrationshintergrund einen deutschen Namen zulegt? Er hat schon bei verschiedenen Parteien erfolglos seine Mitgliedschaft beantragt. Es wird einen Grund geben, warum er immer abgelehnt wurde. Keine der benannten Parteien sind Türkenfeindlich.

Über den Menschen steht Allah

Wenn Allah die seinen zu such ruft und er allein bestimmt über unser aller Schicksal gütig und allmächtig, dann sollten Gläubige das wissen und akzeptieren und nicht erwarten das Menschen wider Allahs Entscheidungen zürnen.

mein Körper gehöhrt mir

Also ich kann Herrn Fermann verstehen.

Wenn sein Vater auf eigenen Wunsch die Klinik verlassen will, dann hat Götterpersonal (sorry - der Arzt) das nicht zu verwehren.

Wenn der Mann dann hundert Meter weiter auf der Strasse stirbt, ist das sein Ding und Herr Fermann hat das mit sich auszumachen.

Aha...

Hier wird deutlich, warum immer mehr Rettungskräfte angegriffen werden. Bin ich mit der Behandlung einer
Rettungskraft nicht einverstanden, so wende ich Gewalt an..... Aus der Partei entfernen und anklagen.

So scheint Demokratie zu "gehen"...

Was hat dieser Herr Fermann als gebürtiger Türke nach der sogenannten Integration als Träger eines politischen Mandats gelernt ??? Massenaufmärsche mit aggressiven Familienmitgliedern ähneln der politischen Aktionen des Herrn Erdogan in der Türkei. Die Partei sollte prüfen, ob Herr Fermann weiter Mitglied sein kann.

Bedrohung Klinikpersonal

Es ist lächerlich, wenn ein Extürke mit deutschem Namen die "türkische Menschenrechtskommission" anrufen will. Seit wann gibt es dort Menschenrechte?

7 Kommentare

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