Do., 08.02.2018

Seit 25 Jahren hilft die Rege dabei, den Weg in den Beruf zu finden Jedem eine Chance

Zum Jubiläum haben die Rege-Mitarbeiter gesammelt: Geschäftsführer Klaus Siegeroth und Aufsichtsratsvorsitzende Regine Weißenfeld überreichen einen Scheck an »Street Med«-Krankenschwester Sarah Gevers (Mitte).

Zum Jubiläum haben die Rege-Mitarbeiter gesammelt: Geschäftsführer Klaus Siegeroth und Aufsichtsratsvorsitzende Regine Weißenfeld überreichen einen Scheck an »Street Med«-Krankenschwester Sarah Gevers (Mitte). Foto: Mike-Dennis Müller

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). Seit 25 Jahren kümmert sich die Regionale Personalentwicklungsgesellschaft (Rege) um die Menschen in Bielefeld, die es auf dem Arbeitsmarkt schwerer haben. »Wir wollen Potenziale wecken«, sagt Geschäftsführer Klaus Siegeroth.

Offiziell gegründet wurde die Rege bereits 1992. Die hundertprozentige Tochter der Stadt Bielefeld nahm dann ein Jahr später ihre Arbeit auf. Hervorgegangen ist die GmbH aus dem Amt für Beschäftigungsförderung, das es damals noch im Rathaus gab. »Es sollte flexibler auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes reagiert werden können«, sagt die heutige Aufsichtsratsvorsitzende, die SPD-Politikerin Regine Weißenfeld, zu den Anfängen.

Das Konzept scheint aufgegangen, schaut man auf die Zahlen. 135 Mitarbeiter sind heute in der gerade frisch bezogenen Zentrale an der Herforder Straße und an 43 weiteren Standorten tätig. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Sozialarbeit in 39 Schulen. In Sennestadt, Sieker, rund um den Ostmannturm und neuerdings auch in Jöllenbeck betreibt die Rege Quartiersarbeit, leistet praktische Hilfe in vermeintlichen Problemvierteln.

105 Millionen Euro Fördermittel der EU

»Die Rege ist der innovative Koordinator und Begleiter für Prozesse bei der Integration von benachteiligten Menschen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt«, beschreibt Geschäftsführer Siegeroth die Aufgabe. Dafür wurden im Lauf der vergangenen 25 Jahre immerhin 105 Millionen Euro Fördermittel der EU, des Landes NRW und des Bundes nach Bielefeld geholt. Engagiert hat sich die Rege auch in der Arbeitnehmerüberlassung, in diesem Bereich 65 Millionen Euro umgesetzt – und vor allem 500 dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse ermöglicht.

In das Vierteljahrhundert Rege fallen ganz unterschiedliche gesellschaftliche Entwicklungen. Anfangs ging es darum, in Arbeitslosen- und Sozialhilfe »fest hängenden« Menschen wieder eine berufliche Perspektive zu geben. Die Rege wurde aber auch schnell zu einem Instrument kommunaler Integrationsförderung – die reicht von den Aussiedlern der 90er Jahre bis zu den Flüchtlingsströmen der jüngsten Vergangenheit.

Einen besonderen Einschnitt bedeutete die Hartz-Gesetzgebung im Jahr 2005, deren Kern die Vereinigung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe war. Die Rege wurde verstärkt zu einer Koordinierungs- und Beratungsstelle im Übergang von Schule und Beruf. Ein Meilenstein war die Einrichtung des Bielefelder Jugendhauses, in dem die Jugendberufshilfe der Rege mit dem Bereich für jungen Erwerbslose des Jobcenters zusammengeführt wurde.

In Bielefeld 76 Ausbildungsplätze auf 100 Jugendliche

Zusätzliche Sprachangebote an 26 Grundschulen, das »Übergangsmanagement« von der Schule in den Beruf an Haupt- und Gesamtschulen oder die Begleitung und Vermittlung von arbeitslosen Bielefeldern in verschiedenen Stadtquartieren gehören heute unter anderem zu den Rege-Aufgaben. Zwei Ziele formuliert Siegeroth, der zu den Rege-Mitarbeitern der ersten Stunde zählt, deutlich: »Zugewanderte schneller integrieren und eine ausgeglichene Ausbildungsbilanz schaffen.« Aktuell kommen in Bielefeld noch 76 Ausbildungsplätze auf 100 Jugendliche, im benachbarten Kreis Gütersloh sind Angebot und Nachfrage schon nahezu ausgeglichen.

Die Rege-Mitarbeiter haben zum Jubiläum Spenden gesammelt. Bei einer »Umzugsparty« kamen 1000 Euro zusammen, die nun dem Projekt »Street Med« der von Bodelschwinghschen Stiftungen zugute kommen. Die rollende Arztpraxis kümmert sich vor allem um wohnungsloseMenschen in Bielefeld.

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