Do., 08.03.2018

Katrin Bauerfeind: neues Buch – und am 21. März in Bielefeld feld »Es geht um alles, was die Liebe so zu bieten hat«

Am 21. März kommt Katrin Bauerfeinds mit ihrem neuem Programm in die Bielefelder Stadthalle.

Am 21. März kommt Katrin Bauerfeinds mit ihrem neuem Programm in die Bielefelder Stadthalle.

Bielefeld (WB). In Katrin Bauerfeinds neuem Programm geht es um die Liebe in all ihren Facetten. Am 21. März um 20 Uhr stellt sie es in der Bielefelder Stadthalle vor. Vorab hat die Moderatorin, Autorin, Comedienne mit dem WESTFALEN-BLATT-Redakteur Klaus Gosmann gesprochen.

Ihr neues Programm basiert wieder auf einem Buch von Ihnen: »Alles kann, Liebe muss – Geschichten aus der Herzregion«. Eine Mischung aus Comedy, Lesung und Kabarett?

Katrin Bauerfeind: Ja, ein bisschen von allem. Klassische Lesungen sind nichts für mich. Ich kann gar nicht so lange ruhig sitzen. Deswegen erzähle ich die Geschichten frei. Aber sowohl das Buch als auch das Soloprogramm beschäftigen sich mit Liebe, und zwar mit den lustigen Seiten und mit den emotionalen. Es geht um die traurigen, aufregenden und die unvergesslichen Momente. Eben um alles, was die Liebe so zu bieten hat.

 

Eigenliebe, Nächstenliebe, Heimatliebe, körperliche Liebe: Welche ist die wichtigste?

Bauerfeind: Ich finde alle wichtig. So viel Liebe wie möglich bitte, das ist die Devise! Deswegen deckt das Buch nicht nur das Mann-Frau-Ding ab, sondern alle Facetten. Auch ein »Biste schon wieder so spät nach Hause gekommen?« von den Eltern kann ja am Ende geschimpfte Liebe sein. Dass man Geschwistern oder der Heimat gegenüber andere Liebe empfindet als der Katze oder dem Freund gegenüber und trotzdem alles Liebe ist, finde ich spannend. Es gibt Situationen, da wollte ich etwa meinem Vater ein unvergessliches Geschenk machen und ihm einen Lebenstraum erfüllen: einen Fallschirmsprung. Ich dachte, das sei so ein geflogenes »Ich hab dich lieb«. Am Tag selbst haben wir uns so sehr gestritten, dass nichts aus dem Sprung wurde. So ist es manchmal mit der Liebe: Sie geht komische Wege.

 

Befinden sich darunter auch autobiographische Geschichten?

Bauerfeind: Ja, aber es wird nie verraten, welche.

 

Sie waren zeitweise im Team der Late-Night-Show von Harald Schmidt. Sie sind beide Schwaben – gab es Anknüpfungspunkte bei Ihnen beiden?

Bauerfeind: Klar, wenn man jemanden trifft, der auch den »Ützel Brützel« hinterm Hauptbahnhof in Stuttgart kennt, dann ist das schon mal nicht die schlechteste Gemeinsamkeit. Man kriegt dort übrigens ganz guten Döner.

 

Ihr erstes Buch trug den Titelzusatz »Geschichten vom schönen Scheitern«. Womit sind Sie schon mal richtig schön gescheitert – oder vielleicht auch weniger schön?

Bauerfeind: Ich scheitere ständig. Am Pünktlich-sein, Steuererklärung-machen und Brot-zu-Hause-haben, wenn man eines braucht. Im Fernsehen grandios gescheitert bin ich, als ein Schamane bei »3 nach 9« älteste TV-Talkshow;d.Red. meine Seele gesucht hat. Die liegt, was ich vorher nicht wusste, zwischen den Brüsten. Der Schamane sucht, die Kamera hält voll drauf, Giovanni di Lorenzo, mit dem ich die Sendung moderiert habe, staunt mit offenem Mund, hat aber vorher noch gesagt: »Katrin, egal, was passiert, ich box dich da raus!« Dafür war er leider zu schockiert, und ich wollte nur, dass sich ein Loch im Boden auftut. Eine sehr lustige Geschichte.

 

Sle leben auf großem Fuße – irgendwas zwischen Schuhgröße 40 und 43. Gilt das auch im metaphorischen Sinne, oder neigen Sie als Schwäbin eher zur schwäbischen Sparsamkeit?

Bauerfeind: Ich bin Schwabe im Herzen. Das geht nicht mehr weg. Aber ich war lange in Köln, wo Leute ein Monatsgehalt in fünf Tagen Karneval auf den Kopf hauen und nichts bereuen. Da kann man viel lernen. Insofern: Ich werde besser, aber es ist ein langer, harter Weg.

 

Als Sie 2008 die Eröffnungsgala der Berlinale moderiert haben, waren die »Rolling Stones« anwesend. Haben Sie die »Stones« auch abseits der Bühne getroffen?

Bauerfeind: Wenn die »Stones« vorab zu Proben da sind, haben die 120 Leute dabei, wo keiner weiß, wofür die zuständig sind. Man sieht die »Stones« deshalb eigentlich nicht – nicht mal, wenn sie da sind. Aber als sie nach dem Film auf die Bühne kamen, habe ich ihnen die Hand geschüttelt und stand da ein Weilchen mit denen rum, während die Leute ausflippten.

 

Sie haben oft jemanden interviewt, statt selbst interviewt zu werden. Gibt es da noch einen Wunschkandidaten?

Bauerfeind: Angela Merkel. Sie kommt aber nicht, sie ist echt stur. Mit ihr würde ich gern noch ein TV-Bierchen trinken gehen.

Vielleicht klappt es ja in vier Jahren oder so ...

Bauerfeind: Gerade dann macht sie’s wahrscheinlich auch wieder nicht. Ich versuche hier jetzt gerade, den medialen Druck zu erhöhen.

 

  • Karten für Katrin Bauerfeinds Gastspiel in der Bielefelder Stadthalle am 21. März. sind in den Geschäftsstellen des WESTFALEN-BLATTS (Telefon: 0521/5299640) erhältlich.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5575564?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F