Do., 08.03.2018

Aktion in Bielefeld – Gleichstellung noch nicht erreicht Demonstrationszug zum internationalen Frauentag

Vom Hauptbahnhof zum Jahnplatz sind am Donnerstagabend in Bielefeld Frauen (und einige Männer) gezogen, um auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. Trommelklänge sorgten dafür, dass sie nicht überhört wurden.

Vom Hauptbahnhof zum Jahnplatz sind am Donnerstagabend in Bielefeld Frauen (und einige Männer) gezogen, um auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. Trommelklänge sorgten dafür, dass sie nicht überhört wurden. Foto: Bernhard Pierel

Bielefeld (WB/sas). Gut 100 Frauen gehen am Donnerstagabend auch in Bielefeld auf die Straße. Am internationalen Frauentag demonstrieren sie für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und wirtschaftliche Unabhängigkeit.

»Obwohl wir in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum des Frauenwahlrechts feiern, sind wir von einer tatsächlichen Gleichstellung von Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch weit entfernt«, sagt Petra Uecker, Sprecherin des Kreisfrauenausschusses des DGB. Es gelte, die bestehenden Lücken zwischen Männern und Frauen zu schließen: bei den Arbeitszeiten, dem Entgelt und der gesetzlichen Rente. Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes propagierten rechtspopulistische Parteien und Bewegungen »ein reaktionäres Frauenbild und gestriges Familienmodell«.

»2018 ist der Einsatz für Frauenrechte notwendiger denn je«

Auch Britta Haßelmann, Bielefelder Bundestagsabgeordnete der Grünen, kritisiert, dass die weibliche Hälfte der Gesellschaft noch nicht ausreichend im Parlament vertreten sei und nur 30,9 Prozent der Abgeordneten stelle. »2018 ist der Einsatz für Frauenrechte notwendiger denn je. Denn von echter Gleichberechtigung sind wir noch weit entfernt.«

Schutz, Beratung und Unterstützung aller von Gewalt betroffen Frauen fordert der Paritätische aus Anlass des internationalen Frauentages. Man müsse nicht weit in andere Länder schauen: Fast jede dritte Frau in Deutschland habe mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. »Damit können und wollen wir uns nicht abfinden«, sagt Matthias Rotter, Kreisgruppengeschäftsführer des Paritätischen in Bielefeld.

»Auch hier in Bielefeld ist Gewalt gegen Frauen und Mädchen nach wie vor ein Thema, vor allem im häuslichen Bereich«, sagt Rotter. »Es ist ein Trauerspiel, dass die Finanzierung von Frauen- und Mädchenberatungsstellen, Frauenhäusern oder Einrichtungen gegen sexualisierte Gewalt noch immer eine freiwillige Leistung ist und damit von Kassenlage und Wohlwollen der einzelnen Kommune abhängt.«

Der Internationale Frauentag entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen. Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin schlug ihn auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen vor, der erste Frauentag wurde am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert. Seit 1921 findet der internationale Frauentag am 8. März statt; in der Volksrepublik China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei.

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