Di., 13.03.2018

Frau Jack-Russell-Terrier entrissen – Landgericht Bielefeld korrigiert erstes Urteil Bewährung für Hunderäuberin

»Betty« wurde der Besitzerin damals wieder entrissen.

»Betty« wurde der Besitzerin damals wieder entrissen.

Von Uwe Koch

Bielefeld (WB). Zwei Hundezüchterinnen aus Schloß Holte bleibt nun doch die Haft erspart. Das Landgericht hat die bisherigen Strafen des Amtsgerichts Bielefeld wegen eines Hunderaubs gemildert und die beiden 47- und 24-jährigen Frauen zu 15 und 14 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.

Die nun geständigen Frauen, Mutter und Tochter, hatten einer Hundekäuferin aus Senne am 16. Februar 2016 einen Jack-Russell-Terrier entrissen . Das Tier ist seither verschwunden. Der Fall sorgte damals in Senne für großes Entsetzen: Die Hundebesitzerin (34) ging mit der fünf Monate alten Hündin Holly spazieren, als aus einem Auto zwei Frauen sprangen. Die 47- und 24-jährigen Schloß Holterinnen, so urteilte später das Amtsgericht, rannten auf sie zu. Die 34-Jährige nahm ihren Hund auf den Arm. Die Frauen zogen so an ihren Armen und an der Hundeleine, »dass das Tier quiekte, weil es keine Luft mehr bekam«. Dann entrissen die Frauen ihr den Hund. Am Auto erhielt die Sennerin von der 24-Jährigen noch einen Fußtritt.

»Psychoterror«

Die Frau aus Senne hatte den Hund einen Monat vor dem Raub für 400 Euro ohne Vertrag gekauft, ihr war der Hund »übereignet« worden. Doch einen Tag nach der Abgabe des Tieres forderten die Holterinnen den Abschluss eines so genannten »Schutzvertrages«. Damit kann die Rückgabe eines Tieres im Fall nicht artgerechter Haltung verlangt werden. Die Sennerin lehnte das ab. Danach steigerten die Frauen telefonisch und mit Kurzmitteilungen ihre Forderungen, hielten sich auch mit »Drohungen« nicht zurück. Die neue Hundebesitzerin bezeichnete diese Ansprüche sogar als »Psychoterror«.

Den geraubten Hund wollte sie später nicht mehr haben. Das Tier sei nachweislich eine Inzucht zwischen der Hundemutter und einem verwandten Rüden gewesen. Und obendrein sei der Terrier vor ihrem Kauf schon einmal an eine Nageldesignerin aus dem Raum Gütersloh verkauft und auch dort wieder abgeholt worden.

Züchterinnen waren Betrügerinnen

Für die Staatsa nwaltschaft stand von vornherein fest, dass eben die Hundezüchterinnen Betrügerinnen waren. So waren Mutter und Tochter zuvor auch wegen Betruges zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. – In das Urteil des Landgerichts in der Berufung flossen nun auch zwei Betrugsfälle mit ein: So betrog die Tochter einen Käufer bei Ebay um 175 Euro, ihre Mutter prellte einen Gärtnermeister um 7459 Euro. Die Mutter hatte eidesstattliche Versicherungen abgegeben, sie war wiederholt erfolglos gepfändet worden; auch die Tochter hatte ihrem Geschäftspartner das Geld nicht zurückgezahlt. – Die Mutter erhielt demnach zur 15-monatigen Bewährungstrafe wegen gemeinschaftlichen Raubes und Betruges die Auflage, 1200 Euro zu zahlen und 200 Sozialstunden abzuleisten. Die Tochter bekam 14 Monate Bewährungsstrafe wegen gemeinschaftlichen Raubes, Betruges und Körperverletzung. Sie soll 2400 Euro als Geldauflage zahlen.

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