Mi., 14.03.2018

Schuldezernent lässt offenen Brief zu Realschulen unbeantwortet Eltern fordern Verschiebung der Witthaus-Wahl

Elternsprecher Frank Elbracht stellt Schuldezernent Dr. Udo Witthaus ein schlechtes Zeugnis aus.

Elternsprecher Frank Elbracht stellt Schuldezernent Dr. Udo Witthaus ein schlechtes Zeugnis aus. Foto: Sellmann

Von Hans-Heinrich Sellmann

Bielefeld (WB). Geht es nach den Elternvertretern der Bielefelder Realschulen, sollte die für die Ratssitzung an diesem Donnerstag vorgesehene Wiederwahl von Schuldezernent Dr. Udo Witthaus verschoben werden.

Anfang vergangener Wochen hatten sie einen offenen Brief an Witthaus (SPD) geschickt. Bevor er eine zweite Amtszeit antrete, seien einige Fragen zur Zukunft der Realschulen und insbesondere seine Einstellung zu der Schulform zu beantworten. Die Reaktion darauf bis Dienstag: keine.

»Da stellt sich jemand zur Wiederwahl, der nicht auf unsere Fragen reagiert, damit den Elternwillen mit Füßen tritt, und die Politik nickt das auch noch ab«, sagt Frank Elbracht vom Sprecherrat der Eltern städtischer Realschulen. Für das Schuljahr 2018/19 gebe es 936 Anmeldungen, voraussichtlich werden einige Eltern, die ihr Kind unbedingt auf eine Realschule schicken wollen, eine Absage erhalten. »Warum reagiert man nicht darauf?«, fragt Elbracht.

»Gretchenbrief« an den Dezernenten

In ihrem »Gretchenbrief« hatten die Eltern wissen wollen, wie der Dezernent den Rechtsanspruch auf einen Realschulplatz gewährleisten möchte, wie die Lücke von etwa 60 fehlenden Räumen geschlossen werden solle, ob Witthaus die Schließung der Bosse-Schule weiter verfolgen werde, ob auch die Realschulen aus dem mit 42 Millionen Euro gefüllten Gute-Schule-Topf bedacht werden können und ob Witthaus, wie bei der Einführung der Sekundarschulen, auch künftig auf das Beratungsverhalten von Lehrern einwirken werde.

Frank Elbracht wiederholt, dass es den Eltern nicht um einen Konkurrenzkampf mit anderen Schulformen wie den neuen Sekundarschulen gehe: »Ein Schulsystem muss sich entwickeln. Wir haben aber das Gefühl, dass das auf unsere Kosten geht.« Unterstützung erhalten die Eltern von Lehrern wie Evelyn Molle, Leiterin der Gertrud-Bäumer-Realschule: »Es geht um das Beste für die Kinder. Jeder muss Interesse daran haben, dass alle die gleichen Chancen haben.«

Sie verweist darauf, dass bei den Anmeldezahlen nicht gesehen werde, wo die Seiteneinsteiger insbesondere nach der sechsten, aber auch nach der siebten und achten Klasse hingehen, wenn sie es auf dem Gymnasium doch nicht schaffen. »Gerade wir sind davon sehr betroffen.«

»Möglicherweise neue Impulse«

Frank Elbracht wirbt dafür, das Bewerbungsverfahren zu öffnen und die Dezernentenstelle »nicht nur nach Parteibuch« zu vergeben. »Zunächst geht es uns um die Verschiebung der Wahl. Wir sagen gar nicht, dass Herr Witthaus ungeeignet ist. Möglicherweise wäre aber nach acht Jahren ein neuer Impuls nicht schlecht.«

Auch auf eine Anfrage dieser Zeitung reagierte der Schuldezernent am Dienstag nicht.

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