Mi., 14.03.2018

Nach Rekordjahr: Maschinenbauer rechnet 2018 mit weniger Aufträgen DMG Mori AG plant vorsichtig

Zufrieden: Vorstandsvorsitzender Christian Thönes im Showroom des Werkzeugmaschinenherstellers in Bielefeld.

Zufrieden: Vorstandsvorsitzender Christian Thönes im Showroom des Werkzeugmaschinenherstellers in Bielefeld. Foto: Edgar Fels

Von Edgar Fels

Bielefeld (WB). Der Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori AG schraubt nach dem Rekordjahr 2017 seine Erwartungen bei Auftragseingang und Gewinn für das laufende Jahr zurück. »Ich bin lieber etwas vorsichtig«, sagte Vorstandschef Christian Thönes (45) gestern in Bielefeld.

So geht Thönes für 2018 von einem Auftragseingang von rund 2,5 Milliarden Euro aus nach 2,75 Milliarden Euro im Rekordjahr 2017. Dies entspräche einem Rückgang von etwa neun Prozent. Ebenso vorsichtig sind Thönes und sein für Finanzen zuständiger Vorstandskollege Björn Biermann (38) beim Vorsteuergewinn. Hier peilen die Manager 180 Millionen Euro (Ebit) an – etwa so viel wie 2017. Der Umsatz soll leicht auf 2,45 Milliarden Euro steigen. »Verlässliche Prognosen sind schwierig.« An der Ankündigung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium durch US-Präsident Donald Trump liege das aber nicht, sagte Thönes. »Amerika läuft gut.« Er gehe aber davon aus, dass es als Folge der Strafzölle zu einer Überproduktion kommt und die Stahlpreise daher fallen. »Ich hoffe aber nicht, dass es nun Gegenzölle gibt. Dann wären wir wieder im Steinzeitalter angekommen.«

Thönes: »Wir schütten eine zweistellige Millionensumme aus«

An dem Erfolg 2017 lässt der zum japanischen Mutterkonzern DMG Mori Company gehörende frühere Gildemeister-Konzern auch seine 7100 Mitarbeiter sowie seine 400 Leiharbeiter mit einer Prämie teilhaben. »Wir schütten eine zweistellige Millionensumme aus – so viel wie nie zuvor in unserer 147-jährigen Firmengeschichte«, sagte Thönes. Konkrete Zahlen dazu nannte er aber nicht. Der Vorstandschef selbst kommt auf eine Gesamtvergütung von 3,9 Millionen Euro, Biermann auf 2,0 Millionen. Ex-Vorstandschef Rüdiger Kapitza (bis April 2016) erhielt für 2017 1,2 Millionen Euro.

Dass sich die Zahl der Mitarbeiter verringerte, hat vor allem damit zu tun, dass Beschäftigte in den Service-Niederlassungen zwischen Mutter- und Tochterkonzern im Zuge der Neustrukturierung »verschoben« wurden. Thönes kündigte an, dass die AG den Anteil der Leiharbeiter verringern wolle. Einen Teil wolle man einstellen. Am Standort Bielefeld beschäftigt DMG Mori nach wie vor etwa 1000 Mitarbeiter. Das ehemals als Europazentrale geplante Gebäude in Winterthur (Schweiz) werde verkauft, dann zum Teil zurückgemietet. Hier sollen künftig 80 Mitarbeiter tätig sein. Einst waren es 200, aktuell etwa 90.

Ziel: 2020 die Schulden der japanischen Mutter von 1,6 Milliarden Euro auf »deutlich unter eine Milliarde« drücken

Thönes betonte knapp zwei Jahre nach der Mehrheitsübernahme des börsennotierten deutschen Werkzeugmaschinenbauers durch den langjährigen Partner in Nagoya das gute Verhältnis von Mutter- und Tochterkonzern. »Die Zusammenarbeit ist durch ein hohes Maß an Vertraulichkeit gekennzeichnet.« Aktuell halten die Japaner 76 Prozent, der US-Hedgefonds Elliot 5 Prozent. Die übrigen Anteile verteilen sich auch auf Kleinanleger. Ziel sei es, bis zum Jahr 2020 die Schulden der japanischen Mutter von derzeit etwa 1,6 Milliarden Euro auf »deutlich unter eine Milliarde« zu drücken, sagte Thönes. Die Schulden seien durch die Übernahme entstanden.

Thönes betonte, er wolle die eingeleitete Automatisierung und Digitalisierung weiter vorantreiben. »Automatisierung ist ein Schlüsselelement für die digitale Produktion.« Wichtige Branchen, für die DMG Mori AG Werkzeugmaschinen baut, seien die Auto- und Flugzeugindustrie, die Medizintechnik sowie der Bereich Formen und Werkzeuge.

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