Mi., 28.03.2018

Gespräch mit Klägern erfolgt Mitte April – Gerichtstermin in Minden steht weiter aus Falkendom: Stadt stellt Schallschutz-Pläne vor

Die Stadt will gemeinsam mit den Nachbarn des Falkendoms die Schallschutz-Pläne für das Jugendzentrum erörtern.

Die Stadt will gemeinsam mit den Nachbarn des Falkendoms die Schallschutz-Pläne für das Jugendzentrum erörtern. Foto: Bernhard Pierel

Von Stefan Biestmann

Bielefeld (WB). In den Rechtsstreit um den Lärm im Falkendom kommt wieder Bewegung. Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen ist Mitte April ein seit Monaten erwartetes Gespräch geplant – zwischen Nachbarn als Kläger, den Falken als Betreiber des Jugendzentrums und der Stadt als Besitzer der Immobilie.

Die Stadtverwaltung soll bei dem Termin dann Schallschutzmaßnahmen vorstellen. »Im Gespräch sollen die Vorschläge dann erörtert werden«, sagte gestern Uli Gödde, Geschäftsführer der Falken Bielefeld. Ursprünglich sollte das Gespräch schon nach den Sommerferien des vergangenen Jahres stattfinden. Für Burkhard Zurheide, den Anwalt der beiden Kläger, ist die Verzögerung aber keine Überraschung. »Das Thema ist sehr komplex«, sagt er. Es dauere einfach, um eine Lösung zu finden, die den nachbarrechtlichen Interessen entspreche. Wie berichtet, hatten die Nachbarn Klage gegen die Baugenehmigung für den umgebauten und im Dezember 2016 neu eröffneten Falkendom an der Meller Straße eingereicht.

Das Verwaltungsgericht Minden untersagte bereits im Oktober im Eilverfahren den Betrieb von 22 bis 6 Uhr morgens. Der Termin für eine mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht stehe noch nicht fest, sagte gestern Gerichtssprecherin Vivienne Bock.

Bei einem Ortstermin des Verwaltungsgerichts im April 2017 waren drei Lärmmessungen vereinbart worden. Die erste ging dann im Juni während eines Heavy-Metal-Konzerts über die Bühne. Das Ergebnis der Dekra, das über den zulässigen Lärmwerten liegt, war nach Meinung aller Beteiligten aussagekräftig genug. Klar sei, dass weniger die Musiker im Falkendom, sondern eher die Geräusche und Gespräche der Besucher im Außenbereich Grund für die hohen Werte seien.

Die Stadt und die Falken haben nun in den vergangenen Monaten über bauliche Maßnahmen zum Schallschutz nachgedacht. Ein Thema waren in der Debatte unter anderem Absperrungen auf dem Innenhof, um Besucherströme besser zu lenken. Die Details sollen beim Gespräch mit den Nachbarn erläutert werden. »Wir gehen offen in das Gespräch und sind an einer Lösung interessiert«, sagt Anwalt Zurheide. Aber er stellt auch klar, dass Ankündigungen nicht ausreichten. Letztlich müssten Gutachten belegen, dass durch neue Maßnahmen der Lärm auch zurückgeht. Sollte man keinen Kompromiss finden, »muss das Gericht entscheiden«.

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