Mo., 16.04.2018

Neuer »Bergmannsweg« führt zu den Resten der alten Kohlegruben Glück auf im Teuto

Orientierung am Ausgangspunkt: (von links) Ex-Bezirksbürgermeisterin Frauke Viehmeister, ihr Nachfolger Paul John, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen, Hans Bluel (Heimatverein) und Osnabrücks Rathaus-Chef Wolfgang Griesert.

Orientierung am Ausgangspunkt: (von links) Ex-Bezirksbürgermeisterin Frauke Viehmeister, ihr Nachfolger Paul John, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen, Hans Bluel (Heimatverein) und Osnabrücks Rathaus-Chef Wolfgang Griesert. Foto: Thomas F. Starke

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). Pütt sagen die Menschen im Ruhrgebiet zu einem Bergwerk. Einen Pütt gab es früher auch im Teutoburger Wald bei Kirchdornberg. Auf dem Bergmannsweg können sich Wanderer jetzt auf die Spur der alten Kohlegruben begeben.

»Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt!« Das alte Lied der Bergleute gehört nicht unbedingt zum traditionellen Kulturgut der Ostwestfalen. Doch am Sonntag hatte sich extra ein Chor aus Dornberger Sängern gebildet (»Die Bergmänner«), und der trug genau dieses Lied zur Eröffnung des neuen Bergmannsweges vor.

Bergbau im Teuto? Ja, den gab es. Über mehr als 400 Jahre. Bis Anfang der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde in Kirchdornberg Steinkohle abgebaut. Zunächst von den Bauern, später professionell in einer Zeche. Möglich wurde dies durch eine geologische Besonderheit. Tektonische Kräfte verschoben die Steinkohlenflöze so, dass sie unter der Erdoberfläche gut erreichbar waren.

Rundkurs mit sechs Themenstationen

Ein fünf Kilometer langer Wanderweg führt jetzt zu Überresten des Bergbaus. Zu dessen Einweihung waren am Sonntag gleich zwei Oberbürgermeister gekommen. Neben Bielefelds Pit Clausen auch Osnabrücks Rathaus-Chef Wolfgang Griesert. Der war als Vertreter des Geoparks Terra Vita angereist. Dieser Park wiederum steht für 2800 Kilometer Wanderwege im nördlichen Teutoburger Wald, im Wiehengebirge und im Osnabrücker Land. Der Bergmannsweg ist jetzt Teil dieses Zusammenschlusses, der sich immerhin über 1550 Quadratkilometer erstreckt. Und ein besonders interessanter, wie Oberbürgermeister Clausen in seiner Eröffnungsrede betonte. Auf dem Rundkurs wird an sechs Themenstationen auf großen Schautafeln von der Erdentwicklung und dem Bergbau berichtet. Speziell für Kinder gibt es die Geschichte vom kleinen Max, die in vier Teilen erzählt wird und vor Ort vom Handy per QR-Code abgerufen werden kann.

Unterwegs gibt es für alle viel zu entdecken. An Schautafel 2 den Blick auf eine frühere Abraumhalde. An der fünften Tafel finden die Wanderer die Überreste eines alten Förderturms, der früher über dem 134 Meter tiefen Friedrichschacht stand. Der Schacht gehörte zur Zeche »Friedrich Wilhelm Glück«. Höchster Punkt des Rundweges ist auf 306 Metern die Schwedenschanze. Von dort können bei gutem Wetter das gesamte frühere Bergbauareal und das Ravensberger Hügelland in den Blick genommen werden.

Dass der Rundweg in einer Rekordzeit von nur eineinhalb Jahren gestaltet werden konnte, war dank einer Gemeinschaftsaktion von Heimatverein Dornberg, der örtlichen Bezirksvertretung, der Stadt und des Teutoburger-Wald-Vereins möglich. Auch der Bereich interdisziplinäre Medienwissenschaften der nahen Universität wurde kurzerhand einbezogen. So entstand das Hörspiel rund den kleinen Max. Hans Bluel, Vorsitzender des Dornberger Heimatvereins, dankte allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.

Fast drohte am Sonntag die Eröffnung des Weges im Regen unterzugehen. Doch dann, pünktlich zum Start der Veranstaltung, konnten die Besucher ihre Schirme wieder einpacken – und sich auf den Rundkurs begeben. Zwei geführte Wanderungen wurden angeboten.

Runde um den Bergmannsweg

Schwierigkeitsgrad: mittel;  Strecke : fünf Kilometer; Dauer: rund 1 Stunde 30 Minuten; Aufstieg: 162 Meter Höchster Punkt: 306 Meter; Führungen: Termine können per Mail mit dem Heimatverein Dornberg vereinbart werden. Die Adresse: info@heimatverein-dornberg.de. Es sind Führungen mit geologischem oder kulturhistorischem Hintergrund sowie spezielle Angebote für Schulklassen möglich; Einkehr: Schwedenfrieden, Zur Schwedenschanze 75, Öffnungszeiten: mittwochs bis samstags, 14 bis 18 Uhr. Die Gastronomie in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnishütte auf der Schwedenschanze ist sonn- und feiertags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Anreise: Direkt am Einstiegspunkt Heimatmuseum Dornberg, Dornberger Straße 523, befindet sich die Bushaltestelle Kirchdornberg der Buslinie 24. Parkplätze stehen in unmittelbarer Nachbarschaft bereit.

Weitere Infos: unter www.geopark-terravita.de/bergmannsweg-kirchdornberg

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