Di., 17.04.2018

Ein halbes Jahr nach der Eröffnung: Center-Manager Michael Latz zieht Zwischenbilanz Schon 5,8 Millionen Besucher im »Loom«

Michael Latz plant auch bei den Sonntagsöffnungen keine Alleingänge des »Loom«.

Michael Latz plant auch bei den Sonntagsöffnungen keine Alleingänge des »Loom«. Foto: Oliver Schwabe

Bielefeld (WB). Am 26. April ist das Bielefelder Einkaufszentrum »Loom« ein halbes Jahr geöffnet. Seitdem kamen im Durchschnitt täglich 38.000 Besucher ins Center. Im Gespräch mit Bernhard Hertlein äußert Loom-Chef Michael Latz aber auch einige Wünsche – bis hin zu größerer Sauberkeit.

Haben sich – ein halbes Jahr nach der Eröffnung des »Loom« – die Erwartungen erfüllt?

Michael Latz: Vollkommen. Nach dem gelungenen Auftakt, immerhin eine der erfolgreichsten Center-Eröffnungen in der Geschichte der ECE, haben inzwischen 5,8 Millionen Menschen unser »Loom« besucht. Im Durchschnitt sind das täglich mehr als 38.000.

 

Von woher kommen die Kunden?

Latz: Wie ein Gang durch das Parkhaus und unsere Kundenbefragungen zeigen, außer aus Bielefeld viele aus Gütersloh, Herford, Lippe, Höxter, Minden-Lübbecke, Osnabrück und Paderborn. Unsere Erwartungen und die Hoffnung des hiesigen Einzelhandels, dass das »Loom« zusätzliche Kunden aus einem großen Einzugsbereich anzieht, haben sich also erfüllt.

 

Vor der Eröffnung gab es natürlich auch Sorgen in Stadt und Wirtschaft. Wie klappt die Zusammenarbeit heute?

Latz: Vorbildlich. Das »Loom« ist in Bielefeld angekommen. Wir werden von allen als Partner wahrgenommen – im OWL-Handelsverband, der IHK, bei Bielefeld-Marketing, der Kaufmannschaft-Altstadt, der Werbegemeinschaft Bahnhofstraße und unseren Nachbarn. Das weiß ich sehr zu schätzen. Man versteht, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen wollen. Das haben wir in anderen Städten auch schon anders erlebt. Dazu trägt natürlich bei, dass Befürchtungen, die es sicher vor Eröffnung gegeben hat, nicht eingetreten sind. Es gibt keine Stadtbezirke in Bielefeld, die seit der »Loom«-Eröffnung weniger frequentiert werden. Es ist kein Parkplatz- oder Verkehrschaos entstanden. Kein Anlieferchaos. Und auch kein Müllchaos.

 

Gab es schon Wechsel bei den Mietern?

Latz: Neu hinzugekommen ist seit März »Yommi«, als Anbieter für »Frozen Joghurt« auf einem mobilen Verkaufsbike. Ende April bzw. Anfang Mai werden außerdem »Joker Smoker«, ein Anbieter von E-Zigaretten, und das »Leineweber-Café« eröffnen, die in den vergangenen Monaten Ihre Läden ausgebaut haben.

 

Was ist mit Toys R Us? In den USA ging der Mutterkonzern Konkurs…

Latz: Die deutsche Toys R Us agiert unabhängig und erklärtermaßen profitabel. Der gesuchte Investor soll das auch langfristig sichern. Um den Standort in Bielefeld braucht sich demnach keiner Sorgen machen.

 

Aktuell wird noch das Leffers-Haus umgebaut. Belastet dies ihr Geschäft?

Latz: Nein. Wir sind ja nicht mal unmittelbarer Nachbar.

 

Gibt es etwas, was sie stattdessen belastet?

Latz: Herausforderungen gibt es immer mal. Sei es, dass Demons­tranten den Jahnplatz blockieren. Oder dass ein Streik den öffentlichen Nahverkehr weitgehend lahm legt. Natürlich werden auch Veränderungen in der Verkehrsführung rund um den Jahnplatz Folgen für den gesamten Handel in der City haben. Was ich mir darüber hinaus wünsche, ist mehr Sauberkeit und Ordnung im Umfeld. Graffiti an den Hauswänden, Aufkleber an jeder Straßenlaterne, Kaugummis auf Schritt und Tritt auf Gehwegen und verschmutzte Fahrtreppen zur U-Bahn trüben den Aufenthalt in der Innenstadt. Hier können wir gemeinsam anpacken und unsere schöne Stadt noch attraktiver machen.

 

Die NRW-Landesregierung lässt mehr verkaufsoffene Sonntage zu – insgesamt acht. In Bielefeld gibt es noch Vorbehalte. Wie stehen Sie dazu?

Latz: Sonderöffnungszeiten müssen mit allen Beteiligten abgestimmt sein. Wir sind da seit Bekanntgabe der Gesetzesänderung in Gesprächen. Bislang hat das »Loom« drei verkaufsoffene Sonntage in Bielefeld erlebt. Sie wurden von den Menschen in OWL überdurchschnittlich gut angenommen – also auch stärker als in anderen Regionen. Das heißt: Sie rechnen sich. Auf der anderen Seite funktioniert der verkaufsoffene Sonntag nur, wenn er etwas Besonderes bleibt und mit einem Rahmenprogramm verbunden ist. Die Termine in den kommenden Jahren sind keine alleinige Entscheidung des »Loom«, sondern der Stadt, den anderen Händlern und Partnern. Es muss für alle Seiten verträglich sein. Ich bin nicht der Meinung, dass wir das volle Programm von acht verkaufsoffenen Sonntagen fahren müssen.

 

Und wie steht es um ihre persönliche Zukunft?

Latz: Ich freue mich auf das erste volle Center-Jahr – mit einem attraktiven Aktionsprogramm, mit Konzerten, Tanz- und anderen Veranstaltungen sowie Sondertagen aus besonderen Anlässen. Und ich freue mich darauf, dass ich Ostwestfalen auch mal bei schönem Wetter und im Sommer erleben und hier meine Freizeit genießen kann. Dazu gab es in der aufreibenden Bauphase nur selten Gelegenheit.

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