Fr., 18.05.2018

Valuedesk entwickelt kostenoptimierende Software für den Mittelstand – mit Video Ziel: 100 Million Euro Einsparungen

Judith Wend, Servicemitarbeiterin bei Valuedesk, packt ein Wilkommenspaket. Es geht an alle neuen Kunden des jungen Unternehmens.

Judith Wend, Servicemitarbeiterin bei Valuedesk, packt ein Wilkommenspaket. Es geht an alle neuen Kunden des jungen Unternehmens. Foto: Louis Ruthe

Von Louis Ruthe

Bielefeld (WB). Vom Konzerneinkaufsleiter zum Start-up-Gründer – diesen Weg ist Torsten R. Bendlin (48) gegangen. Gemeinsam mit Dennis Cutraro und Ingo Roßdeutscher hat er 2017 das Bielefelder Unternehmen Valuedesk gegründet. Ziel der Gründer ist es, den Einkauf für den Mittelstand zu digitalisieren.

Chef-Entwickler Tobias Bannenberg (links) und Geschäftsführer Thorsten R. Bendlin schauen nach neuen Zahlen ihrer Software. Das Unternehmen ist 2017 gegründet worden Foto: Louis Ruthe

»Ich hätte nie gedacht, dass aus unserer Idee ein so schnell wachsendes Unternehmen wird«, sagt Bendlin. Er ist Geschäftsführer des jungen Unternehmens.

Anfang des Jahres sind die Gründer vom Founders Foundation-Camp in ihre eigenen Büroräume in der alten Boge-Fabrik gezogen. Derzeit arbeiten acht Mitarbeiter für den ehemaligen Konzern-Einkaufsleiter der Nolte-Gruppe. Ende 2018 sollen es bis zu 15 Mitarbeiter sein.

»Unser Thema ist eigentlich nicht so spannend«, betont Bendlin. Denn das Start-up habe in erster Linie eine Software-Lösung entwickelt, die helfen soll zu sparen. »Unser Ziel für 2018 ist es, 100 Millionen Euro bei unseren Kunden durch den Einkauf als Initiator im ganzen Unternehmen einzusparen.«

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In einer Krise ist es zu spät, mit Optimierungen im Einkauf sowie im gesamten Unternehmen zu beginnen.

Geschäftsführer Torsten R. Bendlin

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Der Gründer hat in seiner Zeit als Einkaufsleiter die Erfahrung gemacht, dass Firmen erst dann etwas ändern, wenn der Kosten- oder Konkurrenzdruck bereits zu groß ist. Torsten R. Bendlin: »In einer Krise ist es zu spät, mit Optimierungen im Einkauf sowie im gesamten Unternehmen zu beginnen.« Meist hätten er und andere Mitarbeiter im Einkauf mit Software-Lösungen wie Excel arbeiten müssen, um Maßnahmen zur Kostenoptimierung zu erfassen. »Somit wurden Maßnahmen nur in einzelnen Bereichen erfasst und nur wenig bis gar nicht bearbeitet«, berichtet der Gründer. Letztlich seien die meisten Ideen dann im Sande verlaufen.

Interaktives Werkzeug

Damit dies ein Ende hat, hat der 48-Jährige nun mit seinem Team die Software-Lösung »Valuedesk« entwickelt. Mit der Idee und der Software hat das Start-up bereits Partner wie die Dr. Wolff-Gruppe, Schüco, die Körber AG, Reifenhäuser und Bauformat-Küchen für sich gewinnen können. Viele weitere Mittelständer aus OWL sollen in den kommenden Monaten folgen.

»Valuedesk ist ein interaktives Maßnahmen-Werkzeug, mit dem der industrielle Einkauf seine Einsparungen sekundenschnell erfassen, analysieren und zur Umsetzung vorbereiten kann«, sagt Torsten R. Bendlin. Die Software arbeite in Echtzeit und speichere die Daten in einer transparenten Wissensdatenbank, auf die jeder der Mitarbeiter Zugriff hat. So sei jeder Mitarbeiter in den Optimierungsprozess von Anfang an eingebunden. »Jede Idee wird vor ihrer Ausführung auf einen tatsächlichen Kostennutzen geprüft.« Denn Ziel sei es, immer einen tatsächlichen Finanzeffekt für das Unternehmen zu schaffen.

In den Prozess eingebunden

Die Partner und Kunden des Start-ups werden aktiv in den Entwicklungs-Prozess eingebunden, sollen mitdenken und die Software weiterhin mitgestalten. Das entwickelte »Kollaborations-Tool« des Start-ups zielt auf eine höhere Aufmerksamkeit und Zusammenarbeit bei der Durchführung von Maßnahmen.

»In fünf Schritten sollen diese Maßnahmen erfasst, aufgearbeitet und abgeschlossen werden«, sagt Bendlin. Valuedesk definiert zudem einen Industriestandard für die Optimierungsmethoden. Dazu haben die Gründer acht sogenannte Werthebel entwickelt. »Im Markt, bei der Menge, dem Preis und dem Vertrag sind beim Einkauf die klassischen Potenziale«, berichtet Torsten R. Bendlin.

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Wertvoll ist, dass wir bis zu 80 Methoden in der Software verankert haben.

Geschäftsführer Torsten R. Bendlin

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Aber auch im Bereich der Veränderung des Materiales und der Produktionsprozesse sehe er ein zukünftiges Potenzial. »Wertvoll ist, dass wir bis zu 80 Methoden in der Software verankert haben, unter denen jedermann ganz einfach eine Idee zu Einsparungen einpflegen kann.« Anschließend muss die Idee konkretisiert, eine Berechnung des Finanzeffektes durchgeführt und eine Entscheidung getroffen werden. »Sechs bis zwölf Monate dauern die meisten Maßnahmen, bis sie umgesetzt werden können und erste Einsparungen einbringen – viel zu lange«, sagt Bendlin. Mit der höheren internen Aufmerksamkeit durch Valuedesk, verkürzt sich die Dauer um bis zu 50 Prozent.

Für die Zukunft haben die Gründer eine Vision: »Unser Tool soll aus den gesamten Daten Handlungsvorschläge zum Sparen unterbreiten. Wie ein digitaler Assistent für den Einkäufer«, berichtet der Geschäftsführer.

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