Mi., 13.06.2018

Umweltausschuss will im September endgültige Entscheidung treffen Runder Tisch zu Reitwegen

Die Reiter hatten tierische Unterstützung mitgebracht. Um ihre Position zu Unterstützen, hatten sie zur Sitzung des Umweltausschusses auch »Graf Plum Bum« (mit Hans Träbert) und Shetland-Pony Struppi (mit Anja Rabe) mitgebracht.

Die Reiter hatten tierische Unterstützung mitgebracht. Um ihre Position zu Unterstützen, hatten sie zur Sitzung des Umweltausschusses auch »Graf Plum Bum« (mit Hans Träbert) und Shetland-Pony Struppi (mit Anja Rabe) mitgebracht. Foto: Bernhard Pierel

Von Hendrik Uffmann

Bielefeld (WB). Zu der umstrittenen Neuregelung der Reitwege in Bielefeld wird es einen Runden Tisch geben. Das hat am Dienstag der Umweltausschuss des Rates beschlossen. Dieser will dann im September eine endgültige Entscheidung treffen, wo künftig in Bielefeld das Reiten erlaubt sein wird.

In seiner gestrigen Sitzung, zu der fast 40 Reiter als Zuhörer gekommen waren, behandelte der Umweltausschuss die Beschlussvorlage des Umweltamtes in erster Lesung und stimmte einstimmig für die Einberufung eines Runden Tisches, den die CDU-Fraktion beantragt hatte. Vertreten sein sollen am Runden Tisch neben Reitverbänden auch private Waldbesitzer, das Regionalforstamt sowie die Stadtverwaltung.

Die Ergebnisse des Runden Tisches sollen in der Beschlussvorlage, über die der Umweltausschuss dann erneut am 4. September beraten wird, berücksichtigt werden. Erweitert wurde der CDU-Antrag durch die FDP, die außerdem gefordert hatte, dass die Verwaltung die Konflikte, die durch die bisherig Lockerung der Reitbeschränkungen aufgetreten sind, dargestellt werden.

Proteste der Reiterverbände

Hintergrund ist die Neuregelung des Landesnaturschutzgesetzes, das am 1. Januar in Kraft getreten ist. Danach ist das Reiten im Wald grundsätzlich erlaubt. Jedoch sieht das Gesetz auch vor, dass Städte diese Erlaubnis einschränken können. Das Bielefelder Umweltamt hatte daraufhin, wie berichtet, ein Konzept erarbeitet, das in vier Bereichen im Stadtgebniet das Reiten nur auf gekennzeichneten Wegen erlaubt: im östlichen Teutoburger Wald, am Westkampweg, am Bockschatzhof und im Köcker Wald.

Dies hatte zu Protesten der Reiterverbände geführt, die beklagen, dass die eigentlich großzügigere Reiterlaubnis, die das Landesgesetz vorsieht, so wieder zum Teil zurückgenommen werde.

Umweltdezernentin verteidigt Pläne

Umweltdezernentin Anja Ritschel und Umweltamtsleiter Martin Wörmann verteidigten in der Sitzung ihre Pläne. »Die Regelungen waren vorher deutlich restriktiver. Wir haben weitere Flächen für das Reiten freigegeben«, betonte Ritschel. Berücksichtigt werden müssten außerdem auch die Interessen der privaten Waldbesitzer, von den einige das Reiten in ihren Forsten strikt ablehnten. Ritschel: »Die Umweltverwaltung will die Reiter nicht gängeln, sondern einen Interessenausgleich herbeiführen.«

Dem widersprach Jan Maik Schlifter (FDP): »Das Landesgesetzt, das seit Januar gilt, sieht gar keine Einschränkungen vor. Sie wollen also doch Restriktionen.« Verbote würden nur dort gebraucht, wo es nicht anders gehe. Und Alexander Rüsing (CDU) sagte: »In Bielefeld machen wir einen Schritt vor und zwei zurück.«

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