Do., 12.07.2018

Fünfter Fall innerhalb von drei Wochen Kupferklau in Jöllenbeck

Friedhofsgärtner Kai Maluk zeigte damals eine der Stellen, an der die Diebe die Fallrohre – inzwischen ersetzt durch Kunststoffrohre – abmontiert und die Blitzableiter aus der Erde gerissen haben.

Friedhofsgärtner Kai Maluk zeigte damals eine der Stellen, an der die Diebe die Fallrohre – inzwischen ersetzt durch Kunststoffrohre – abmontiert und die Blitzableiter aus der Erde gerissen haben. Foto: Hendrik Uffmann/Archiv

Bielefeld (WB/hz). Die Ankaufspreise für Kupferschrott sind unverändert hoch – und die Serie der Metalldiebstähle im Bielefelder Norden reißt nicht ab. Die Polizei meldet schon wieder einen neuen Fall aus Jöllenbeck. Das ist die fünfte Tat im Ort binnen der vergangenen drei Wochen, bei der die Kripo Zeugen sucht. Alle Delikte haben eines gemeinsam: Es gibt keine konkreten Hinweise auf Täter.

Zu Wochenbeginn verschwanden um die 15 Meter Kupfer-Fallrohr von einem Haus mitten im Jöllenbecker Ortszentrum an der Dorfstraße in Höhe der Einmündung der Einfahrt zur Realschul-Sporthalle. Offenbar lösten die Diebe in der Nacht zu Dienstag die Schrauben der Halterungen und zogen das Fallrohr aus dem Ablauf der Regenrinne. Der Diebstahl wurde am frühen Dienstagabend gegen 18.30 Uhr bemerkt.

Seit Juni häufen sich die Kupferdiebstähle in Jöllenbeck (diese Zeitung berichtete mehrfach). Bekannt wurden bislang Taten an der Marienkirche (Blitzableiter) und von einem Bauernhof am Wörheider Weg (Dachrinnen, Fallrohre, Kupferplatten).

Verkauf per Internet

Die Kriminellen müssen ihre Beute nicht mehr zu einem lokalen Schrotthändler bringen, der nach der Herkunft fragen könnte. Altmetall aller Art lässt sich inzwischen auch relativ anonym gegen geringe Versandkosten paketweise im Internet verkaufen. Der Empfänger prüft nach Erhalt die Qualität der Ware und überweist das Geld an den Absender, heißt es auf einer einschlägigen Internetseite. Versprochen werden »garantierte Bestpreise«. Je nach Menge werden für gemischtes, altes Kupfer wie Fallrohre oder Blitzableiter im Internet aktuell Kilopreise zwischen 3,60 und 3,95 Euro gezahlt.

Die Erklärung, warum das rotfarbene Altmetall bei Kriminellen derzeit so hoch im Kurs steht, liefert der Infodienst »Schrottpreise«. »Das Kupfer war noch nie so teuer wie heute und die zwei größten Verbraucherländer, die USA und China, tragen erheblich dazu bei. China hat sich mittlerweile zum größten Kupfermarkt weltweit entwickelt, dies liegt vor allem an der ständig steigenden Industrieproduktion«, heißt es auf der Homepage.

Als Auswirkung des hohen Kupferpreises gebe es immer mehr Diebstähle. Den Angaben des Infodienstes zufolge wurden vergangenes Jahr 350 Tonnen Kupfer gestohlen. Aber auch andere Materialien und Werkstoffe seien beleibt. So seien etwa 1800 Tonnen Stahl und andere Metalle binnen Jahresfrist entwendet worden.

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