Fr., 13.07.2018

Starkregen flutet Sporthalle Jöllenbeck – Reparaturen im und am Gebäude Stadt macht ihre Gebäude wetterfest

Die Maurer Hans-Dieter Klein (links) und Adnan Alkan machen die Kellertreppe zur Sporthalle Jöllenbeck wasserfest.

Die Maurer Hans-Dieter Klein (links) und Adnan Alkan machen die Kellertreppe zur Sporthalle Jöllenbeck wasserfest. Foto: Jens Heinze

Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Seit mehr als einem Monat sind zwei Drittel der größten Sporthalle im Bielefelder Norden wegen eines Unwetterschadens gesperrt. Dass ein Starkregen wie am 8. Juni die von Hunderten Schülern und Sportlern genutzte Halle der Realschule Jöllenbeck zum Großteil lahm legt, soll sich nicht wiederholen. Nicht dort und nicht anderswo in der Großstadt.

Der Immobilien-Service-Betrieb (ISB) der Stadtverwaltung Bielefeld, Verwalter und Vermieter von etwa 1000 kommunalen Gebäuden zwischen Jöllenbeck und Senne, macht seine Liegenschaften wetterfest. »Das Klima hat sich verändert. Da müssen wir nicht nur in Jöllenbeck, sondern auch an anderen Häusern in Bielefeld schauen, was zu tun ist«, erklärt Reinhold Peter, technischer ISB-Betriebsleiter, das Überprüfen auf Sturm- und Wasserfestigkeit. Es gehe um die »vorbeugende Instandhaltung«. Peter: »Das Thema nehmen wir ernst.«

40 Unwettereinsätze am 8. Juni

Am Beispiel der Sporthalle der Jöllenbecker Realschule erklärt der technische ISB-Chef, was passiert war und nun zu tun ist. Der Starkregen am Freitag, 8. Juni, traf besonders den Bielefelder Norden. Die Feuerwehr meldete mehr als 40 Unwettereinsätze. In der Sporthalle an der Dörpfeld­straße flossen die Wassermassen über die Kellertreppe des Notausgangs am Parkplatz nach unten ins Haus.

Der Abfluss im Freien vor dem Notausgang war schnell überlastet. Die Abfluss-Pumpe, die das Nass vom Himmel in die Kanalisation schaffen soll, war überlastet. »Es war einfach zu viel. Das Wasser ist von außen in die Halle eingedrungen und hat den Sportboden unterspült«, sagt Peter. Löcher mussten in den Boden der Dreifach-Sporthalle gebohrt werden, um die Absaug-Schläuche von Trocknungsmaschinen in den Untergrund zu verlegen.

Wasserschaden in Höhe von 30.000 Euro

Die Maschinen können voraussichtlich in der kommenden Woche abgebaut und die Löcher im Boden verschlossen werden. »Den Sportboden konnten wir retten«, erklärt der technische ISB-Chef. Er sei zuversichtlich, dass der Boden einen »gleichwertigen Zustand« habe wie vor dem auf etwa 30.000 Euro geschätzten Wasserschaden.

Zusätzlich wird der Notausgang der Sporthalle von außen gesichert. Die Treppe hat jetzt einen kleinen »Deich«, eine sogenannte Blockstufe. »Der Abgang ist um eine Stufe erhöht worden«, weist Peter auf den zusätzlichen Wasserschutz hin. Der nutzt aber gar nichts, wenn bei Starkregen das Nass nicht schnell abfließen kann.

Daher sind derzeit Mitarbeiter einer Bausanierungsfirma im Einsatz, um vor der neuen Blockstufe einen mit einem Trittgitter gesicherten Abfluss inklusive Anschluss an die Kanalisation anzulegen. Am heutigen Freitag sollen die Arbeiten beendet sein. Nach Ende der Sommerferien sollten die Realschüler und die Sportler des TuS Jöllenbeck also wieder das ganze Spielfeld der Halle für Schulsport, Training und Handballspiele nutzen können.

Gebäudesicherheit ist wichtig

Damit ist das Thema Wasserschaden in der Jöllenbecker Sporthalle für den ISB aber noch nicht erledigt. »Die ganze Schule wird überprüft, ob sie wasserfest ist«, sagt Peter. Und nicht nur die, fügt er hinzu. Überprüfungen auf die sogenannte Wasserfestigkeit sei Thema für alle kommunalen Gebäude in Bielefeld – vom Rathaus bis zum kleinsten Feuerwehrgerätehaus. Bereits nach dem Orkan »Friederike« am 18. Januar sei die Sturmsicherheit für kommunale Liegenschaften auf die Agenda gesetzt worden. »Einen Lorbeerkranz bekommt man für so etwas nicht. Aber man bekommt Probleme, wenn es passiert«, erklärt der technische ISB-Chef, warum Gebäudesicherheit so wichtig ist.

Die Themen Schutz vor Starkregen und Orkanwinden werden nach Peters Angaben mit denen umgesetzt, die die Immobilien aus dem Effeff kennen – den Hausmeistern der Stadt Bielefeld. Im Gespräch mit den Praktikern werden Erkenntnisse gewonnen, die vielleicht auf den ersten Blick völlig banal erscheinen, auf den zweiten Blick dann aber umso wichtiger sind. Zum Beispiel die Tatsache, dass Hausmeister bei Orkan- und Sturmböen Schutzhelme für die Köpfe brauchen, wenn sie gefährdete Bereiche an kommunalen Gebäuden absperren, sagt Peter. Denn bei Orkanböen stürzende Dachziegel und anderes Gefahrgut können auch für Hausmeister gefährlich werden.

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