>

Di., 28.02.2017

52 Werke von Otto Piene im Borgholzhausener Rathaus zu sehen Feuerwerk aus Licht und Farbe

Kunstsammler Hans-Gerd Tantius (links) und Organisator Joseph Schräder empfehlen die Ausstellung.

Kunstsammler Hans-Gerd Tantius (links) und Organisator Joseph Schräder empfehlen die Ausstellung. Foto: Sara Mattana

Borgholzhausen (WB/mat). Der 16-jährige Soldat Otto Piene verbrachte viel Zeit damit, den Himmel zu beobachten – sei es auf der Suche nach feindlichen Flugzeugen oder beim Bewundern der Sterne. Dass er durch diese Erfahrung einmal zum Begründer einer neuen Kunstrichtung würde, ahnte er zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht.

Viele Jahre später gelang ihm dann der Durchbruch: Auf der ganzen Welt wurden seine Werke ausgestellt und gefeiert – sei es in New York , Berlin , São Paulo oder im Borgholzhausener Rathaus .

Mit bearbeiteten Rasterplatten wie diesen hat Otto Piene zahlreiche Kunstwerke hergestellt. Foto: Mattana

Dort sind nun 52 Bilder aus der Sammlung von Hans-Gerd Tantius zu sehen. Er stammt – ebenso wie der Künstler, der dort seit seinem vierten Lebensjahr gelebt hat – aus Lübbecke und nutzte am Freitagabend die Gelegenheit, um etwa 50 Kunstinteressierte mit seiner Piene-Begeisterung anzustecken. »Im Alter von zwölf Jahren habe ich mein erstes Plakat von ihm gekauft. Mittlerweile besitze ich fast 60 Werke von Otto Piene «, sagt Hans-Gerd Tantius. Ihm gefallen besonders die mechanischen Elemente, die Piene in seine Kunst einfließen lässt.

Was genau er damit meint, wird den Besuchern der Eröffnung spätestens dann klar, als ein ausdrucksstarker Film über die Leinwand des Ratssaals flimmert und nicht nur die fertigen Werke, sondern auch die Arbeitsweise des 2014 verstorbenen Künstlers zeigt. So nutzte dieser Metallplatten, um außergewöhnliche Rasterbilder herzustellen, für die er Ölfarbe durch eine durchbohrte Platte auf eine Leinwand drückte. Nachdem sie als Schablone herhalten mussten, fanden diese Platten jedoch noch eine zweite Verwendung in Otto Pienes Atelier: Mithilfe von buntem Licht projizierte er durch die unterschiedlich angeordneten Löcher einzigartige Lichtbilder an die Wand und lockte damit zu seinen Lebzeiten viele Besucher in sein Lichttheater.

»Diese Lichtprojekte sind aus seinen Erfahrungen im Krieg entstanden. Er wollte ein positives und friedliches Licht einsetzen, um Menschen eine Freude zu machen«, sagt Hans-Gerd Tantius. So kreierte er bei den Olympischen Spielen 1972 aus riesigen, bunt leuchtenden Röhren den »Neonregenbogen«, der über dem Stadion leuchtete.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4669211?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198389%2F2516074%2F