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Do., 07.12.2017

Kinderpornos: Bielefelder Landgericht gewährt Borgholzhausener Bewährung Der Haftstrafe entgangen

Das Landgericht verhängt eine Bewährungsstrafe als letzte Chance, eine Haftstrafe zu umgehen.

Das Landgericht verhängt eine Bewährungsstrafe als letzte Chance, eine Haftstrafe zu umgehen.

Bielefeld/Borgholzhausen (WB/swa). Überraschendes Urteil am Landgericht: Ein 34-jähriger Mann aus Borgholzhausen ist mit seiner Berufung erfolgreich gewesen und umgeht eine mehr als einjährige Haftstrafe wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften.

Das Amtsgericht Halle hatte den Maschinenführer im Februar zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt. Eine Bewährung wurde dem gebürtigen Kulmbacher nicht gewährt. Nun folgte die Wende am Landgericht Bielefeld: Die Strafe gegen den 34-Jährigen wurde auf ein Jahr gemildert und zudem die Aussetzung der Strafe auf Bewährung zugebilligt.

Piumer wurde bereits zu einjähriger Bewährungsstrafe verurteilt

Bereits im November 2014 wurde der Piumer wegen Verbreitung, Erwerb und Besitzes kinderpornografischer Schriften in 66 Fällen zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die Polizei beschlagnahmte den PC des ledigen Mannes und löschte sämtliche Dateien kriminellen Ursprungs.

Nach Hinweis seiner Schwester, die anzügliche Bilder auf dem Handy des 34-Jährigen gesehen haben will, durchsuchte die Polizei am 19. Mai 2016 erneut die Wohnung in Pium und stellte mehr als 900 Bilder von Kindern und Jugendlichen auf dem Rechner sicher. Im Juli 2016 begab sich der Vorbestrafte in bis heute andauernde Psychiatrie-Therapie.

Gutachter bescheinigt »Nebenstrompädophilie«

Gegen das Urteil des Amtsgericht ging der Verurteilte in Berufung, die sich gegen die Vollstreckung der Haftstrafe richtete. Vor dem Landgericht diagnostizierte Gutachter Dr. Gerhard Dankwarth dem Angeklagten eine »Nebenstrompädophilie«. So fühle sich der 34-Jährige zwar auch zu erwachsenen Frauen hingezogen und sei bereits mehrere Beziehungen eingegangen, jedoch könne auch von pädophilen Neigungen ausgegangen werden.

These vom »Messi-Syndrom« als Blödsinn tituliert

Im Gespräch mit dem Gutachter gab der Maschinenführer an, Bilder drei- bis zehnjähriger Mädchen anziehend zu finden. Dennoch schloss Dankwarth die Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt aus. Der aktuell therapierende Arzt verblüffte das Gericht mit einer »Arbeitshypothese«, dass der Angeklagte wegen eines Messi-Syndroms so viele kinderpornografische Bilder sammele. Dankwarth: »So einen Blödsinn habe ich in 30 Jahren als Gutachter noch nie gehört.« Es sei vielmehr eindeutig, dass der geständige Piumer aus sexueller Neigung heraus gehandelt habe. Das Gericht verhängte eine Bewährungsstrafe als letzte Chance, eine Haftstrafe zu umgehen.

Kommentare

Gutachter...

Dankwarth: »So einen Blödsinn habe ich in 30 Jahren als Gutachter noch nie gehört.«

Ich kenne einige Leute die Filme und CDs und auch Urlaubsfotos sammeln und bei vielen ist es exzessiv, besonders auch alles zu fotografieren. Herr Dankwarth hat ganz offensichtlich den vollen Durchblick.
Verdient der seinen Lebensunterhalt damit?


1 Kommentare

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