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Di., 11.11.2014

Auftakt des Prozesses auf Schenkungswiderruf gerät zu Schlagabtausch auch unter der Gürtellinie Erbitterte Familienfehde bei Tönnies

Clemens Tönnies ließ sich erstmals in der Auseinandersetzung mit seinem Neffen von Ehefrau Margit ins Landgericht Bielefeld begleiten.

Clemens Tönnies ließ sich erstmals in der Auseinandersetzung mit seinem Neffen von Ehefrau Margit ins Landgericht Bielefeld begleiten. Foto: Oliver Schwabe

Von Oliver Horst

Bielefeld (WB). Der Vorwurf arglistiger Täuschung und gekaufter Aussagen, die Forderung des Rückzugs binnen weniger Monate und eine heimliche Geliebte: Der Machtkampf beim Fleischkonzern Tönnies spitzt sich zu und fördert private Details zu Tage. Der Auftakt des Prozesses, mit dem Robert Tönnies (36) seinen Onkel Clemens (58) entmachten will, geriet am Montag am Landgericht Bielefeld zum offenen Schlagabtausch. Eine Entscheidung ist nicht in Sicht.

Als Robert Tönnies unmittelbar vor Prozessbeginn im Gerichtssaal auf seinen zuvor eingetroffenen Onkel zugeht und sich beide per Handschlag begrüßen, bleibt das die einzige Annäherung.

In den folgenden sechs Stunden wird die Distanz zwischen den seit Jahren zerstrittenen Parteien zusehends größer. Der Neffe will mit seiner Klage die Schenkung eines Fünf-Prozent-Firmenanteils an Konzernlenker Clemens Tönnies widerrufen – wegen »groben Undanks« und arglistiger Täuschung.

Hand in Hand auf dem Weg in den Gerichtssaal: Kläger Robert Tönnies und seine Ehefrau Sarah. Foto: Oliver Schwabe

Beide halten 50 Prozent an Deutschlands größtem Fleischkonzern mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück , 8000 Mitarbeitern und 5,6 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Der Neffe sagt, er und sein aus dem Gesellschafterkreis ausgeschiedener Bruder Clemens junior hätten 2008 die Schenkung von je fünf Prozent an ihren Onkel nur vorgenommen, weil dieser ihnen vom Versprechen ihres Vaters auf paritätische Beteiligung kurz vor dessen Tode berichtet habe.

An ein solches Versprechen glaubt Robert Tönnies inzwischen nicht mehr. Er hält es für eine arglistige Täuschung des Onkels.

In einem ersten Prozess hatte Robert im Mai erstinstanzlich das Doppelstimmrecht von Clemens gekippt.

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