>

Do., 04.08.2016

Robert Tönnies soll Vorwurf der Falschaussage bis Mittwoch widerrufen Entschuldigung gefordert

Robert Tönnies wurde eine Frist gesetzt.

Robert Tönnies wurde eine Frist gesetzt. Foto: Oliver Schwabe

Von Oliver Horst

Rheda-Wiedenbrück (WB). Im Kampf um die Macht im Rheda-Wiedenbrücker Fleischkonzern Tönnies geht es weiter Schlag auf Schlag: Unternehmenslenker Clemens Tönnies hat jetzt seinem Neffen Robert eine Frist gesetzt, innerhalb der er sich bei Geschäftsführer Josef Tillmann für den Vorwurf der vorsätzlichen Falschaussage entschuldigen soll.

Der Mitgesellschafter, der wie sein Onkel 50 Prozent am Konzern besitzt, hatte Tillmann vorgeworfen, als Zeuge vor Gericht die Unwahrheit über dessen letztes Telefonat mit seinem 1994 verstorbenen Vater Bernd Tönnies gesagt zu haben. Damit habe er Clemens Tönnies in dem Prozess helfen wollen, mit dem Robert Tönnies die Schenkung eines Fünf-Prozent-Firmenanteils an seinen Onkel widerrufen will – wegen arglistiger Täuschung und groben Undanks.

Das Oberlandesgericht ( OLG ) Hamm hatte, wie berichtet, in zweiter Instanz die Klage abgewiesen, mit der Robert Tönnies die Absetzung Tillmanns erreichen wollte. Das OLG hatte am 25. Juli entschieden, dass der Kläger eine vorsätzliche Falschaussage als Grund für eine Abberufung des Geschäftsführers nicht hinreichend habe beweisen können. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Möglich ist noch eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH).

Frist für Entschuldigung

Clemens Tönnies forderte jetzt über seine Anwälte den Neffen zu einer Entschuldigung und zum Widerruf der Vorwürfe auf. Dafür wurde auch eine Frist gesetzt, die am kommenden Mittwoch ablaufen soll. Ob und welche Konsequenzen es hätte, wenn Robert Tönnies der Aufforderung bis dahin nicht nachkommt, ist offen. Möglich scheint, dass Clemens Tönnies seinem Neffen für diesen Fall geschäftsschädigendes Verhalten vorwerfen und einen weiteren Prozess lostreten könnte.

Es geht vorrangig um Emotionen und den internen Frieden im Unternehmen, hieß es gestern aus dem Konzernumfeld. Im OLG-Prozess saß die gesamte Geschäftsführung des Konzerns auf der Anklagebank dem klagenden Gesellschafter gegenüber. Nach dem Urteil des OLG habe es keinerlei Reaktion des Neffen gegeben.

Aus dem Umfeld von Robert Tönnies ist indes zu hören, dass er keinen Anlass sieht, sich zu entschuldigen.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4583978?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198389%2F4584346%2F