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Mi., 06.09.2017

»Shotgun Ride« veröffentlicht erstes Album und ist im WDR-Radio zu hören Beifahrer auf der Überholspur

Matthias Priesters (Bass/von links), Ben Reichardt (Schlagzeug), Uwe Taaken (Gesang) und Lars Leinhardt (Gitarre) haben für ihr erstes Album 13 Titel einstudiert.

Matthias Priesters (Bass/von links), Ben Reichardt (Schlagzeug), Uwe Taaken (Gesang) und Lars Leinhardt (Gitarre) haben für ihr erstes Album 13 Titel einstudiert. Foto: Hendrik Christ

Von Hendrik Christ

Gütersloh (WB). Sie nennen sich im übertragenen Sinne Beifahrer, doch in Wahrheit halten die Männer von »Shotgun Ride« das Steuer selber in den Händen. Die vierköpfige Band um den Gütersloher Gitarristen Lars Leinhardt befindet sich in Sachen Erfolgskurs klar in der Spur. Seit dem Frühjahr ist das erste Album draußen und im September läuft einer ihrer Songs im WDR-Radioprogramm. Es scheint, als habe sich die Gruppe gesucht und gefunden.

Los ging es eigentlich schon im Gründungsjahr 2014, Lars Leinhardt sowie Schlagzeuger Ben Reichardt sind Mitglieder der ersten Stunde. Rund um den Namen »Shotgun Ride« kursiert eine nette Anekdote. Denn wegen des mutmaßlichen Bezugs zur Schrotflinte hatte Facebook sich geweigert, die Fanseite öffentlich zu machen. »Das war damals ein langatmiger E-Mail-Verkehr«, erinnert sich Reichardt, der das Missverständnis schließlich aufklären konnte.

Umbesetzungen in der Findungsphase

Denn »Shotgun Ride« ist in den USA ein Begriff, der sich auf Beifahrer von Postkutschen bezieht, die mit dem Gewehr die Fracht vor Angreifern zu schützen hatten (»shotgun rider«). »Uns gefiel der Name einfach«, sagt Lars Leinhardt. Vom Beifahrer auf die Überholspur – so könnten die vergangene Monate womöglich resümiert werden.

Noch in der Anfangszeit verließ ein Mitglied die Band, weil es beruflich nach Hamburg ging. Jemand anderes ist ausgeschieden. »Wir befanden uns in der Findungsphase«, erklärt Leinhardt. Bald stieß Matthias Priesters hinzu. Früher spielte er in einer anderen Band Gitarre, bis er den Bass für sich entdeckte. Seit drei Jahren ist Priesters dabei und nicht mehr wegzudenken.

Dasselbe gilt für Uwe Taaken, der vor einem Jahr in die Band eintrat: »Meine Oma hat mich als Kind gefragt, ob ich nicht ein Instrument lernen möchte. So bin ich beim Gesang gelandet.« Es brauchte offenbar ein paar Umwege, bis die Beifahrer ihre Rollen gefunden haben.

Erstes Album ist schon erschienen

Dafür lief es in den vergangenen Monaten so richtig rund: Im Frühjahr erschien das erste Album mit 13 Titeln. Vom Schreiben der Texte bis zum Mischen der Töne machten die vier Musiker alles selber, nur für das Foto-Shooting holten sie sich Hilfe. »Als dann irgendwann die Kiste mit den CDs geliefert wurde, hatten wir alle einen Wow-Effekt«, beschreibt Leinhardt, weil so viel Fleiß, Arbeit und Herzblut in der Musik stecken.

Neben den wöchentlichen Proben kamen unzählige Stunden mit Extraschichten dazu. Momentan treffen sich »Shotgun Ride« ein- bis zweimal pro Woche in ihrem Bandraum in Bielefeld-Sennestadt. »Hier geht man nassgeschwitzt raus. Für mich ist das der reine Genuss«, beteuert Uwe Taaken. Aktuell ist zudem ein Video des Songs »Just My Life« in Arbeit.

Die Musik ist für die vier Männer momentan ein Zuschussgeschäft. Doch inzwischen ist es schon mehr geworden als ein ambitioniertes Hobby. »Im nächsten Jahr wollen wir gerne bei dem einen oder anderen Festival auftreten«, kündigt die Band an.

Radiosender werden aufmerksam

Zwar wohnt jeder nahe der Stadt Bielefeld, die Dienstwege sind kurz. Aber alle Mitglieder sind beruflich eingebunden. Seinen Lebensunterhalt verdient keiner von ihnen mit der Musik. »Aber mit unserem Album, dem Video und Internetauftritten können wir bald das volle Programm aufbieten«, hofft Lars Leinhardt.

Ein Highlight folgt am Mittwoch, 13. September, wenn »Shotgun Ride« in der WDR-2-Radiosendung »Pop« (ab 20.05 Uhr) vorgestellt wird – inklusive Hörprobe des Songs »Scratch That Itch.« Gitarrist Leinhardt hatte die Band einfach mal angemeldet und bekam die positive Rückmeldung des Senders: »So etwas ist eine Frage der Ehre.«

Mit ihrem breit gefächerten Rock bietet »Shotgun Ride« Musik für ein potenziell großes Publikum an. Und Radio-Erfahrung ist auch schon vorhanden: Ein Internetsender aus Spanien wurde über Facebook auf die Platte aufmerksam. Dort sind die Beifahrer aus Ostwestfalen bereits gelaufen.

Weitere Infos und Konzerttermine findet man unter www.shotgunride.de.

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