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Mo., 27.11.2017

Achter MINT-Mitmachtag im Carl-Miele-Berufskolleg Mit Praxis gegen den Fachkräftemangel

Da der Bedarf an Fachkräften derzeit groß ist, richtet sich der MINT-Mitmachtag vor allem an Kinder und Jugendliche. Hier können sie in Industrie und Technik hineinschnuppern.

Da der Bedarf an Fachkräften derzeit groß ist, richtet sich der MINT-Mitmachtag vor allem an Kinder und Jugendliche. Hier können sie in Industrie und Technik hineinschnuppern. Foto: Hendrik Christ

Von Hendrik Christ

Gütersloh (WB). Wie funktioniert die vielfältige Welt der Naturwissenschaften und wie kommt Technik in der Industrie zum Einsatz? Beim achten MINT-Mitmachtag im Carl-Miele-Berufskolleg erforschten interessierte Besucher diese Frage anhand von praxisnahen Beispielen.

Vor allem Kinder und Jugendliche sollen dadurch einen Eindruck gewinnen und Begeisterung für die Fächer entwickeln. Denn der Bedarf an Fachkräften ist derzeit sehr groß.

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz: MINT – darum drehte sich alles beim achten Mitmachtag im Carl-Miele-Berufskolleg. »Wir stehen für das T in MINT«, beteuert Raphael Wortmann, der als Bereichsleiter den Fachbereich Fahrzeugtechnik im Kolleg verantwortet und hier die Fachkräfte von morgen schult: »Jugendliche haben hier die Möglichkeit, mit vielen Themen in Berührung zu kommen und ihr Interesse zu entwickeln.«

40 Bildungsträger und Unternehmen stellen Angebote vor

In diesem Schuljahr besuchen gut 2000 Schüler das Berufskolleg, um ihre Berufswege einzuschlagen. Seit dem Start im Jahr 2010 etablierte sich der MINT-Mitmachtag zu einem echten Leuchtturmprojekt.

Das Carl-Miele-Berufskolleg bietet in Kooperation mit Pro Wirtschaft Gütersloh sowie dem zdi (Zentrum pro MINT Kreis Gütersloh) Projekte, Workshops und Vorträge zu allem an, was sich um Technik dreht. Mehr als 40 Bildungsträger und Unternehmen aus der Region wirken mit und stellen ihre Angebote vor, etwa Claas, Hörmann oder Beckhoff. Eine Berufsmesse will der Mitmachtag aber nicht sein. »Die Besucher sollen sehen, was alles möglich ist«, sagt Wortmann.

Zum Beispiel in der Robotik. Arvato Systems brachte L.I.S.A. mit, einen Serviceroboter zum Anfassen. Dieser kann Gefühle erkennen, Leute begrüßen und Unterhaltungsprogramme abspielen. »Der Roboter sorgt für gewisse Aufmerksamkeit«, betont Marcus Metzner von Arvato Systems. L.I.S.A. könne beispielsweise auf Kunden zugehen oder im Schaufenster von Geschäften Angebote anpreisen.

Additive Fertigung mit dem 3D-Drucker

Wie die Produktion von morgen zunehmend aussehen könnte, ist in den Fertigungsräumen des ­Kollegs zu beobachten. Dort stellt Raphael Wortmann 3D-Drucker vor. Mit Fäden aus erhitzten Kunststoffkabeln können Schicht für Schicht maßgeschneiderte Einzelteile hergestellt werden. Additive Fertigung heißt der Prozess, der im extremen Leichtbau oder in der Medizintechnik zum Einsatz kommt.

Neben Einblicken in diese komplexe Welt der Technik und ­Wissenschaft sorgten Bühnenprogramme für Abwechslung. Die Physikpiraten erklärten ihre Disziplin auf unterhaltsame Weise. Zu Gast war auch der WDR-Journalist Joachim Hecker mit seiner »Hexenküche«.

Albrecht Pförtner von pro Wirtschaft Gütersloh zog ein zufriedenes Fazit: »Der MINT-Mitmachtag ist unser größtes Einzelprojekt des Jahres. Es lohnt sich, vom Holzbau bis zum Roboter gibt es alles zu sehen. Im Kreis Gütersloh haben wir 80.000 Arbeitsplätze mit Bezug zur Technik.«

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