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Do., 07.12.2017

Gütersloh: Firmengründer Martin Schildmacher startet neues Projekt Von Modus Consult auf Katamaran

Martin Schildmacher wird Modus Consult zum Jahresende verlassen.

Martin Schildmacher wird Modus Consult zum Jahresende verlassen. Foto: Wolfgang Wotke

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Modus-Consult-Vorstand Martin Schildmacher (52) wird das von ihm mitgegründete IT-Unternehmen zum Jahresende verlassen, einen Katamaran kaufen und darauf junge Unternehmer von erfahrenen Kollegen schulen lassen.

Den Katamaran hat Schildmacher ganz nach eigenen Vorstellungen für 1,5 Millionen Euro bauen lassen. Wie er der »Welt« verrät, stammt das Geld dafür aus dem Verkauf seiner Modus-Consult-Anteile an den Bechtle-Konzern im März 2015. Schildmacher steigt aus und fängt mit 52 Jahren noch einmal ganz neu an. Der Zeitung verrät er den Grund: »Unser stetes Streben nach mehr und noch mehr hat längst verdrängt, was wirklich wichtig ist.« Damit meint Schildmacher vor allem Familie, Freunde, Gesundheit, Reisen und Erfahrungen. In vielen Gesprächen habe er herausgehört, »wie der Ruf nach Balance des Lebens immer deutlicher wird«. Doch viele hätten nicht den Mut zur Veränderung, würden die Zwänge des Alltags vorschieben. »Wir rennen uns zu Tode«, wird Schildmacher in der »Welt« zitiert, »weil wir immer mehr wollen, kommen wir nie ans Ziel.«

Biografische Motivation

Die Idee, einen Katamaran in eine schwimmende Schule für Unternehmernachwuchs zu verwandeln, ist biografisch bedingt. Der gelernte Tischler Schildmacher ist ein elektrotechnischer Autodidakt. Software-Programmierung und den Umgang mit Personalcomputern brachte er sich selbst nebenbei in der Firma eines Freundes bei. Sein Vater, Inhaber eines Holzhandels, stattete ihn 1989 mit 5000 Mark Startkapital für die Gründung seiner ersten IT-Firma aus. Das Vertrauen von Freunden, Bekannten und Banken ermöglichten ihm 1995 die Gründung von Modus Consult.

Statt die ganz großen Räder wie Lycos, Google oder Amazon zu schwingen, tüftelte Schildmacher IT-Lösungen für mittelständische Firmen aus der Lebens- und Genussmittelindustrie aus, für die Holz- und Möbelindustrie, den Maschinen- und Anlagenbau, für Bau- und Fertigungsbetriebe. Im Jubiläumsjahr 2015 gab Modus Consult 184 Menschen einen Arbeitsplatz und setzte 30 Millionen Euro um. Lycos gab es da schon nicht mehr.

Katamaran wird zum Schulschiff

Erfahrungen auf einem Katamaran hat Schildmacher seit 2014 gesammelt. Vom türkischen Marmaris-Meer aus erkundete er das Mittelmeer. Dabei analysierte er auch schon mal die eine oder andere Firma an Bord: »Da habe ich gemerkt, dass man auf einem Schiff auch gut arbeiten kann.«

Geld will Schildmacher mit dem Projekt eigenen Angaben zufolge nicht verdienen. Doch der Schul-Katamaran wirft jährliche Unterhaltskosten in Höhe von gut zehn Prozent des Neuwertes auf. Für eine Woche an Bord nimmt Schildmacher darum rund 2300 Euro pro Person in der Doppelkoje. Deshalb seien auch die Mentoren-Programme geplant, bei denen Investoren junge Start-ups auf das Schiff schicken können. Die Mentoren, in der Regel erfolgreiche Unternehmer, könnten auf diese Weise »etwas zurückgeben« – ein Wunsch, der unter vielen seiner Geschäftspartner recht ausgeprägt sei.

Seinen Katamaran nennt Schildmacher übrigens »Samcat«. Das »cat« stehe als Abkürzung für das englisch Wort »Catamaran«. »Sam« stehe für »Spaß am Menschen.« Denn das sei der Grund, warum er ausgerechnet dieses Projekt in Angriff nehme.

 

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