Mi., 31.01.2018

Gütersloher Medien- und Dienstleistungskonzern will sich auf andere Bereiche konzentrieren Bertelsmann erwägt Verkauf von Arvato-Sparte

Bertelsmann-Standort in Gütersloh.

Bertelsmann-Standort in Gütersloh. Foto: dpa

Von Bernhard Hertlein

Gütersloh (WB). Der Gütersloher Bertelsmann-Konzern prüft den Verkauf von Teilen seiner Dienstleistungstochter Arvato.

Wie Vorstandsvorsitzender Thomas Rabe am Mittwochnachmittag erläuterte, suchen die Gütersloher einen Partner oder Käufer für die Arvato CRM Solutions, die für Unternehmen diverse Dienstleistungen rund um das Management von Kundenbeziehungen anbietet. Dazu zählen Service-Center mit Lösungen wie Live-Chats, Video-Identifikationsverfahren und Moderation von Social-Media-Kanälen. In dem Teilbereich beschäftigt der Konzern etwa 36.000 seiner weltweit 116.000 Mitarbeiter.

Mehr als 90 Standorte

Mit Ausnahme des Geschäfts im französischsprachigen Raum, das bei Bertelsmann bleiben soll, erzielt Arvato CRM einen Umsatz von einer Milliarde Euro. Das ist mehr als ein Viertel des kompletten Arvato-Geschäfts (3,9 Milliarden Euro). Der gesamte Bertelsmann-Konzern kam 2016 auf einen Umsatz von 17,0 Milliarden Euro.

Arvato CRM betreut von weltweit mehr als 90 Standorten die Kunden von Unternehmen insbesondere in den Branchen IT, Hightech, Telekommunikation, Banken und Versicherungen. DIe anderen drei Geschäftsbereiche – Arvato SCM Solutions (Logistikdienstleistugen), Arvato Financial Solutions (Finanzdienstleistungen) und Arvato Systems (IT DIenstleistungen) – sollen im Konzern bleiben. In Gütersloh arbeiten bei Arvato CRM 500 Mitarbeiter.

Auch Facebook betroffen

Betroffen von einem Verkauf wäre auch das Geschäft mit Facebook. Für das US-Unternehmen tritt Arvato an mehreren Standorten in Europa als Dienstleister auf und löscht mit eigenen Teams illegale Einträge wie Hass-Postings und Gewaltfotos.

Rabe begründete die Prüfung aller Optionen von Partnerschaft über Teilverkauf bis Komplettverkauf damit, dass sich Bertelsmann stärker auf die jungen, stark wachsenden Geschäftsbereiche konzentrieren will. Der Konzern müsse digitaler und internationaler werden.

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