Do., 08.02.2018

Vierter Neujahrsempfang in der Gütersloher Weberei – Kiez-Awards verliehen Viel Lob für die »Kulturtankstelle«

Die Preisträger Andreas Henke (Vorsitzender Lebenshilfe),  Gerhard Birth (Geschäftsführer) und Ingrid Gauweiler (Geschäftsführerin); Karina Riemann (Geschäftsstellenleitung Volksbank) und Dennis Will (Volksbank-Sprecher); Markus Corsmeyer (GT Info); Steffen Böning, Andreas Oehme (Mitgesellschafter Weberei) und Albrecht Sprenger (Mitgeschäftsführer).

Die Preisträger Andreas Henke (Vorsitzender Lebenshilfe),  Gerhard Birth (Geschäftsführer) und Ingrid Gauweiler (Geschäftsführerin); Karina Riemann (Geschäftsstellenleitung Volksbank) und Dennis Will (Volksbank-Sprecher); Markus Corsmeyer (GT Info); Steffen Böning, Andreas Oehme (Mitgesellschafter Weberei) und Albrecht Sprenger (Mitgeschäftsführer). Foto: Laura Gehle

Gütersloh (lg). Auch wenn man inzwischen kaum noch Neujahrsrufe vernimmt, lässt sich die Weberei ihren Neujahrsempfang nicht nehmen. Wieder standen bei der vierten Auflage die Soziokultur und Kulturgestaltung im Vordergrund – und das in verschiedenen Versionen und Perspektiven.

Für Landrat und Eröffnungsredner Sven-Georg Adenauer bedeutet Kultur eine Stütze gegen Einsamkeit, viel persönlichen Einsatz und Herzblut sowie das Versprechen, dass es ein gutes Angebot auch in kleinen Städten gibt. Solche »Kulturtankstellen« wie die Weberei seien keineswegs selbstverständlich: »Daumen hoch für die Weberei«, meinte der Landrat.

Ihm folgt der Landtagsabgeordnete Oliver Keymis. Als Vorsitzender des Kulturausschusses beleuchtet er die Kulturpolitik aus landespolitischer Sicht. Auch wenn es zwischen den Parteien im Landtag in vielen Themen Auseinandersetzungen gebe, so sei man sich doch einig, dass es Orte wie die Weberei brauche: »Hier bestehen niedrigschwellig vielfältige Angebote.« Er wolle sich dafür einsetzen, dass solche besonderen Kultursparten näher beleuchtet werden.

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»Es geht um Menschen, die zusammen an Lösungen und Projekten arbeiten.«

Steffen Böning

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Für Weberei-Geschäftsführer Steffen Böning macht die Weberei genau das aus, was Soziokultur bedeutet: »Es geht um Menschen, die zusammen an Lösungen und Projekten arbeiten.« Und das geschieht – bei Armutskonferenzen, beim Kabarett, Konzerten und Künstlern, beim Englischkursus für Senioren oder dem Kaffeekränzchen für Demenzkranke. Dazu werde der Großteil der Förderung selbst durch Partys und Veranstaltungen verdient.

Trotzdem sei die Weberei als soziokultureller Treffpunkt ohne zusätzliche Förderung nicht möglich: »Wir haben keinen Mangel an Kulturinteressierten, sondern am Geld, um Künstlern und Mitarbeitern das zu zahlen, was sie auch im Opernhaus oder Theater verdienen.«

Engagement der Volksbank ausgezeichnet

Nach den Ansprachen stand die Verleihung der Kiez-Awards an. Der im Bereich »Soziales Unternehmertum« ging an die Volksbank Bielefeld-Gütersloh, die sich jährlich mit Fördergeldern im sechsstelligen Bereich für regionale Kulturprojekte engagiert. Als Innovatives Programmformat wurde »GT Info Live« ausgezeichnet – für das Meistern einer multimedialen Herausforderung. Im Bereich »Soziales Engagement« ging der Award an die Lebenshilfe als Powerplayer für Menschen mit Einschränkungen.

Und während der Abend bei Schnittchen, Wein und leiser Musik im Wintergarten ausklang, kämpften im Kesselhaus bei »GT:Rappt – live on stage« Güterslohs Nachwuchsrapper um die Gunst des Publikums. Trotz aller Reden, Vergleiche und Beifallsbekundungen – ein besseres Statement zur Soziokultur in der Weberei konnte es an diesem Abend wohl nicht geben.

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