Do., 08.02.2018

Gütersloh: 14 Hausbewohner werden in letzter Sekunde gerettet Verpuffung führt zu Gasaustritt

14 Bewohner dieses Mehrfamilienhauses an der Verler Straße in Gütersloh mussten in der Nacht auf Mittwoch in ein Krankenhaus gefahren werden. Nach Polizeiangaben bestand der Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung.

14 Bewohner dieses Mehrfamilienhauses an der Verler Straße in Gütersloh mussten in der Nacht auf Mittwoch in ein Krankenhaus gefahren werden. Nach Polizeiangaben bestand der Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Weil giftiges Gas ausgetreten ist, sind am Mittwoch alle 14 Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Verler Straße in Gütersloh mit Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung ins Krankenhaus gekommen. Experten haben jetzt die Ursache für den Gasaustritt entdeckt.

Ermittler der Kriminalpolizei, Schornsteinfeger und der Vermieter des Hauses waren gestern Morgen gemeinsam vor Ort, um nach dem Auslöser der erhöhten Werte zu forschen. »Nach derzeitigem Ermittlungsstand handelt es sich vermutlich um eine technische Ursache, die zu einer Verpuffung führte. Dabei hat sich wahrscheinlich ein Abgasrohr gelöst. So konnte das Kohlenmonoxid in die Luft gelangen«, teilte Polizeisprecherin Katharina Felsch mit. Unterdessen konnten alle Bewohner die Kliniken wieder verlassen und in ihre Wohnungen zurückkehren.

Es war um 3.20 Uhr, als die Kreisleitstelle der Feuerwehr per Notruf über eine verletzte Person in einem Wohnhaus an der Verler Straße informiert worden ist. Als die Retter eintrafen und in das Gebäude gingen, wurden sie von ihren mitgeführten CO-Warngeräten alarmiert. Die Feuerwehr evakuierte daraufhin alle dort lebenden Menschen. Felsch: »Da bei ihnen erhöhte CO-Werte gemessen wurden, sind sie umgehend in umliegende Krankenhäuser gebracht worden.«

Farb- und geruchloses Gas wirkt tödlich

Immer wieder kommt es zu Unglücken mit Kohlenmonoxid. Erst vor zwei Tagen kam eine vierköpfige Familie aus Esslingen ums Leben. »Das sehr giftige Kohlenmonoxid (CO) ist ein brennbares, farb- und geruchloses Gas. Es entsteht unter anderem, wenn Materialien wie Holz, Kohle oder Gas ohne genügend Sauerstoff verbrennen, etwa in geschlossenen Räumen oder bei defekten Heizanlagen«, erklärte Werner Honnef vom Einsatzführungsdienst der Gütersloher Feuerwehr. Auch bei der Lagerung von Holzpellets könne CO entstehen. Er selbst war auch am Einsatzort an der Verler Straße. »Bei einem Arbeitsplatzgrenzwert von 30 ppm, das ist die Konzentration des Gases pro Kubikmeter, besteht keine Gefährdung für die Rettungskräfte. Unsere Warngeräte sind auf einen Wert von 33 ausgerichtet.« Am Mittwochmorgen seien 600 ppm gemessen worden. »Deshalb mussten wir schnell handeln.«

Kohlenmonoxid blockiert den Transport von Sauerstoff im Blut. Bei einer Vergiftung kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit - und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod. Wie kann man sich schützen? Honnef: »Es gibt CO-Melder schon für 20 Euro. Diese schlagen sofort Alarm, wenn das Verhältnis von Sauerstoff und Kohlenmonoxid in der Luft nicht ausgewogen ist.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5495488?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F