Mi., 14.02.2018

Die letzte hausärztliche Gemeinschaftspraxis hat den Gütersloher Stadtteil verlassen Avenwedde-Bahnhof sucht Arzt

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Symbolfoto Foto: dpa

Gütersloh (WB/rec). Die Hausärzte zieht es entweder an die Krankenhäuser oder in die Innenstadt. Nach Blankenhagen hat es jetzt den Gütersloher Stadtteil Avenwedde-Bahnhof getroffen.

Die hausärztliche Gemeinschaftspraxis Torwinski & Wischerhoff ist sieben Kilometer weiter Richtung Innenstadt an die Friedrich-Ebert-Straße gezogen. In Avenwedde-Bahnhof gibt es jetzt keinen Allgemeinmediziner mehr . Zwar gibt es nur wenige Kilometer weiter in Avenwedde-Mitte noch eine Hausarztpraxis. Doch dort sei es nahezu unmöglich, in angemessener Zeit noch einen Termin zu bekommen. Das jedenfalls hätten viele Bürger dem CDU-Ortsverband Avenwedde-Friedrichsdorf erzählt, der das Thema jetzt politisch angeht.

Zuständigkeitshalber und fachlich geboten ist es einer Mitteilung des CDU-Ortsverbandes jetzt, dass sich zuvorderst die vorhandene Fachkompetenz und Fachzuständigkeit wie die Kassenärztliche Vereinigung und der Gütersloher Ärzteverein mit diesem Thema befassen. Sie sollen der Stadt Gütersloh gegenüber erklären, inwieweit diese zum Beispiel bei zukunftsfähigen Planungs- und Ansiedlungsfragen stadtseitig helfen kann.

Aus der Ehrenabteilung der Feuerwehr Avenwedde sei gegenüber CDU-Ratsmitgliedern die Anregung gegeben worden, die Planungen für ein zukünftiges attraktives, ortsteilzentrennahes Ärztehaus Avenwedde-Bahnhof auf einer Teilfläche des städtischen Parkplatzes Friedrichsdorfer Straße/Dompfaffenstraße gegenüber der Christus-Kirche in den Fokus zu nehmen und hier stadtplanerisch Unterstützung zu geben, damit sich auf jeden Fall eine neue Hausarztpraxis und vielleicht auch Fachärzte an einem attraktiven Standort in Avenwedde-Bahnhof ansiedeln können. CDU-Ratsherr Gerhard Feldhans greift diese Idee im Planungsausschuss am kommenden Dienstag auf und fragt, ob der Stadt bereits Pläne zum Neubau eines Ärztehauses in Avenwedde-Bahnhof bekannt seien.

Es wäre ein kleines Wunder. Der Bürgerverein Blankenhagen versucht seit bald zehn Jahren vergeblich, wenigstens einen Hausarzt wieder für seinen Stadtteil zu gewinnen. In ganz Gütersloh werden bald 21 Hausärzte, die älter als 60 Jahre sind, verzweifelt Nachfolger für ihren Praxen suchen. Fünf von ihnen warten bereits solange, dass sie das Alter von 70 Jahren längst überschritten haben.

Weder finanzielle Anreize noch Ausbildungserleichterungen haben bisher vermocht, junge Mediziner zu motivieren, in einer kleinen Landarztpraxis 12 bis 14 Stunden am Tag für ein vergleichsweise geringes Honorar zu arbeiten.

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