Do., 15.02.2018

Ausstellung in Gütersloh zum 150. Geburtstag: Schüler auf einer Reise durch die Zeit Altstadtschule schreibt Geschichte

Schüler der Altstadtschule haben sich im Rahmen einer Museums-AG mit dem Thema »Schule früher« auseinandergesetzt und dazu gemeinsam mit Kerstin Schäfer und Charlotte Kleßmann (hinten) sowie Stadtmuseumsleiter Dr. Franz Jungbluth (links) eine Ausstellung konzipiert.

Schüler der Altstadtschule haben sich im Rahmen einer Museums-AG mit dem Thema »Schule früher« auseinandergesetzt und dazu gemeinsam mit Kerstin Schäfer und Charlotte Kleßmann (hinten) sowie Stadtmuseumsleiter Dr. Franz Jungbluth (links) eine Ausstellung konzipiert. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB). Die Altstadtschule in Gütersloh wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Aus diesem Anlass ist eine einmalige Ausstellung vom 9. März bis zum 8. April im Stadtmuseum zu bewundern: »Rohrstock, Ranzen, Ratzefummel«.

Schulpflicht, viel Lernstoff und ein starres, strenges System: Über die Schule wird viel geschimpft. Wer sich die Schule »von früher« jedoch einmal näher anschaut, wird sie heute ganz anders bewerten. Elf Schüler der Altstadtschule in Gütersloh sind auf eine Zeitreise gegangen und haben den damaligen Schulalltag mit dem heutigen verglichen.

Viel Humor an den Mitmachstationen

Mit einem der Gebäude an der Kökerstraße hat das »Geburtstagskind« eine besondere Verbindung. »Die erste Gütersloher Volksschule wurde vor 200 Jahren im Fachwerkhaus des heutigen Stadtmuseums gegründet«, berichtet dessen Leiter Dr. Franz Jungbluth. Er hat die Schüler und Lehrerinnen tatkräftig in deren Museums-AG unterstützt. Vor 150 Jahren sei das Haus zu klein gewesen, die »Bürgerschule« sei in die Schulstraße gezogen. »Zum runden Geburtstag kehrt die Schulgeschichte somit an ihren Ursprungsort zurück.« Im ersten Klassenzimmer der Stadt, das heute als Sonderausstellungsfläche des Museums dient, zeigt die Ausstellung viele Fotos und Exponate aus 150 Jahren Schulgeschichte. Mit Mitmach- und Medienstationen sowie einer Prise Humor illustriert die Schau, wie sich Lehren und Lernen in den vergangenen Generationen nicht nur in Gütersloh verändert haben.

Dabei hat das Team der AG ganze Arbeit geleistet. Die Schüler selbst haben wochenlang recherchiert, Wissen und Fakten rund um die Schule zusammengetragen. »Ob Bücherei oder Internet, es gab viele interessante Quellen«, sagen die Lehrerinnen Kerstin Schäfer und Charlotte Kleßmann. So hat zum Beispiel die neunjährige Pauline von ihrem Opa einen Schulranzen aus dem Zweiten Weltkrieg bekommen und Moritz (8) hat eine alte Schreibtafel mitgebracht. Dazu gibt es Lehrbücher der vergangenen Jahrzehnte.

Als es Schläge auf die Finger setzte

Lesen, Schreiben, Rechnen, Religion und auch viel Singen: Lange war das Fächerangebot in der Schule sehr beschränkt. Später kamen Leibesertüchtigung oder Hauswirtschaft hinzu. Von den breit gefächerten Bildungsmöglichkeiten heute war man aber immer noch weit entfernt. Generell war früher der Unterricht darauf ausgelegt, den Schülern Wissen zu vermitteln. Der Lehrer trug vor und erklärte, die Schüler folgten seinen Ausführungen und seinen Kommandos. Damals, so erzählt es Moritz, sei die sogenannte körperliche Züchtigung noch gang und gäbe gewesen. »Ungehorsame Schüler wurden mit einem Rohrstock oder einem Lineal auf die Finger oder auf die Handflächen geschlagen. Das hat uns alle geschockt.« Gott sei dank gibt es das heute nicht mehr. »Schule macht jetzt richtig Spaß.«

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