Do., 15.02.2018

Fleisch-Dienstleister auf der Suche nach neuen Lieferanten – Ex-Mitarbeiter sollen schuld sein Fleisch-Dienstleister Sampl meldet Insolvenz an

Seit etwa drei Jahren befindet sich das Unternehmen von Achim Sampl und seiner Frau Martina Mertens-Sampl an der Gottlieb-Daimler-Straße 12 in Güterslohs Nordosten.

Seit etwa drei Jahren befindet sich das Unternehmen von Achim Sampl und seiner Frau Martina Mertens-Sampl an der Gottlieb-Daimler-Straße 12 in Güterslohs Nordosten. Foto: Carsten Borgmeier

Von Carsten Borgmeier

Gütersloh (WB). Mit seinem »Steckdosen-Essen« von gekochten Schweinenasen für den guten Zweck ist er in den 1990-er Jahren überregional bekannt geworden. Für sein Unternehmen in Gütersloh musste Achim Sampl (57) jetzt jedoch Insolvenz anmelden.

Betroffen sind in dem Betrieb 45 Beschäftigte, davon 22 mit festem Vertrag. Erst vor etwa drei Jahren war die Firma vom Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück nach Gütersloh an die Gottlieb-Daimler-Straße 12 in eine angemietete Immobilie umgezogen.

Das vor rund 15 Jahren gegründete Unternehmen ist ein Dienstleister für Großkunden der Fleisch-Industrie. Vorrangig verarbeitet die Sampl Produktions- und Vertriebs GmbH Verschnitt- und B-Ware, die bei der Herstellung umfangreich anfällt.

Aus der frischen Restware entstehen bei Sampl auch neue Produkte, die unter Eigenmarken verpackt und weiterverkauft werden.

Insolvenzverwalter übernimmt

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmte das Amtsgericht Bielefeld den Verler Rechtsanwalt Dr. Norbert Küpper. Der verschafft sich seit Dienstag einen Überblick zur Lage des Betriebes. Zu Aussagen dazu hielt sich Dr. Küpper auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage noch bedeckt. Er sagte jedoch: »Umsatz und laufende Kosten standen bei der Firma auf den ersten Blick zuletzt in keinem ausgewogenen Verhältnis.«

Für den Geschäftsführer Achim Sampl ist der Grund für den Niedergang seiner Firma klar: Demnach sollen zwei frühere Mitarbeiter ihren Teil dazu beigetragen haben. Das Duo, Vater und Sohn, habe Anfang 2017 in dem ehemaligen Rinderschlachthof am Kanarienweg zwischen Avenwedde und Friedrichsdorf einen Konkurrenzbetrieb mit einem zu seiner Firma nahezu identischen Produktportfolio eröffnet. In der Folge wechselten noch weitere zwölf Beschäftigte von Sampl zu dem Konkurrenten.

Anzeige gegen Ex-Betriebsleiter

Achim Sampl erstattete im April 2017 Strafanzeige gegen seinen ehemaligen Betriebsleiter, er warf ihm vor, Geschäftsunterlagen gestohlen zu haben. Im Rahmen der Ermittlungen – Wohn- und Geschäftsräume der Beschuldigten waren durchsucht worden – erhärteten sich diese Anschuldigen allerdings nicht. Das Verfahren wurde nach Angaben des Bielefelder Oberstaatsanwalts Udo Vennewald »mangels Tatnachweises eingestellt«.

Achim Sampl weiter: Seine früheren Mitarbeiter hätten nicht nur seine Geschäftsidee kopiert, sie hätten ihm auch seinen Hauptlieferanten abspenstig gemacht und firmierten überdies in einer Immobilie, die dem Fleischkonzern Tönnies gehöre. »Da konnten wir nicht lange gegenhalten«, so Achim Sampl. Dennoch: Aufgeben will er nicht. »Wir sind mit neuen Lieferanten im Gespräch und hoffen darauf, dass wir unseren Betrieb fortführen können. Zu besten Zeiten (2015) habe die GmbH einen Umsatz von 6,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Mit dem gleichnamigen Party-Service in Varensell hat das Unternehmen nichts zu tun.

 

Kommentare

Sicherheits-Text:*

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5524836?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F