Do., 10.05.2018

Gütersloh: Neubau des Logistikzentrums auf dem Aurea-Areal hat begonnen Amazon legt schon mal los

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Der Vertrag zwischen dem Internethändler Amazon und dem Projektentwickler IDI Gazeley enthält eine Verschwiegenheitsklausel. Darum weiß offiziell keiner von beiden, was da auf dem 15 Hektar umfassenden Areal im interkommunalen Gewerbegebiet Aurea eigentlich gebaut wird.

Zwei Teilbaugenehmigungen der Stadt Oelde ermöglichen es dem Projektentwickler, dort schon einmal die Betonfundamente, Betonpfeiler und Wandelemente zu legen und zu setzen, die für das neue »Logistikcenter Ost-Westfalen« benötigt werden. »Der komplette Neubau wird in Kürze genehmigt,« teilt Heike Beckstedde, Sprecherin der Stadt Oelde, auf Anfrage mit.

Oelde ist zuständig, weil Amazon auf jenem Teil des interkommunalen Gewerbegebietes bauen lässt, den diese Stadt belegt. Weitere Grundstücke fallen anteilsmäßig an die Kommunen Rheda-Wiedenbrück und Herzebrock-Clarholz. Mit der 200-Millionen-Euro-Investition müssen sich formal keine weiteren Räte und Ausschüsse in den drei Partnerkommungen mehr befassen. Heike Beckstedde: »Eine Zuständigkeit politischer Gremien ist bei Baugenehmigungsverfahren nicht gegeben. Den Gremien obliegt im Vorfeld die Ausweisung neuer Gewerbe- und Industriegebiete, auf deren Grundlage die Genehmigungsverfahren durchgeführt werden.«

Kommunen sind in Sorge

Ob deren Mitglieder das so artig hinnehmen werden, darf jedoch bezweifelt werden. Die gut 1200 bis 2000 Menschen, die dort wahrscheinlich eine Beschäftigung aufnehmen werden, wecken schon jetzt ernste Sorgen. Patrick Büker, der FDP-Fraktionsvorsitzende im Rheda-Wiedenbrücker Rat, begrüßt die Ansiedlung Amazons vom Grundsatz her, kritisiert aber die Vergabepraxis: »Es ist an uns, genug Wohnraum, Kita-Plätze und die Infrastruktur für bis zu 2000 Beschäftigte und ihre Familien vorzuhalten. Der Aufsichtsrat der Aurea GmbH konnte eine Entscheidung treffen, deren politische Konsequenzen die Stadträte zu tragen haben.« Bei Grundstücksgeschäften von mehr als acht Hektar soll der Aurea-Geschäftsführer künftig die Stellungnahme der Stadträte einholen. Die Forderung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Uwe Henkenjohann nach einer Sondersitzung nur zu diesem Thema wurde bisher nicht umgesetzt.

Auch in Oelde wird trotz Verschwiegenheitsklausel munter über die Folgen der Amazon-Ansiedlung diskutiert. Die CDU-Mittelstandsvereinigung der Stadt wird am Dienstag, 12. Juni, ab 19 Uhr bei Kraemer Baumaschinen auf dem Aurea-Areal über »Chancen und Aufgaben« beraten.

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