Fr., 18.05.2018

Gütersloh: Schüsse fallen in einem Wohngebiet an der Kahlertstraße Unbekannter feuert auf Katze

Christin Gluma hofft, dass ihre neun Jahre alte Landkatze Jeany die schwere Schussverletzung an ihrem Oberschenkel überlebt. Die Katze trägt eine Halskrause, damit sie nicht an ihrer Wunde leckt. Eine Infektion ist jetzt das größte Risiko.

Christin Gluma hofft, dass ihre neun Jahre alte Landkatze Jeany die schwere Schussverletzung an ihrem Oberschenkel überlebt. Die Katze trägt eine Halskrause, damit sie nicht an ihrer Wunde leckt. Eine Infektion ist jetzt das größte Risiko.

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Die Diabolos, so heißen die aus Luftgewehren verschossenen Projektile mit einem Kaliber von 4,5 Millimeter, haben an ihrer Spitze meist eine Rundung, einen kleinen Hut. Der Hut des Diabolos, das Katze Jeany am rechten hinteren Oberschenkel traf, ist vollkommen zerfetzt.

Es liegt jetzt bei der Polizei Gütersloh. Katzenbesitzerin Christin Gluma hat Strafanzeige erstattet – weil sie es nicht zu fassen vermag, wie jemand einem Lebewesen so etwas antun kann. Und weil der Schuss mitten in ihrem Wohngebiet an der Kahlertstraße 186 abgefeuert worden sein muss.

Gluma hatte ihre Katze am vergangenen Samstagmorgen gegen kurz nach sechs rausgelassen – so wie immer in den vergangenen sieben Jahren. Als sie zurückkehrte, jammerte sie laut, sie lief auch komisch. Gluma entdeckte eine kleine Verletzung am rechten hinten Oberschenkel: »Zunächst dachte ich, sie sei in etwas Spitzes gestürzt.« Doch als plötzlich eine Blutlache auf ihrem Balkon zu sehen war und die neun Jahre alte, lippische Landkatze immer seltsamere Laute von sich gab, packte sie das Tier in ihren Wagen und fuhr schnurstracks in die Tierklinik Bielefeld: »Tierärzte haben so früh am Samstag noch nicht geöffnet.«

»Da steckt eine Kugel drin«

Schon bei der Röntgenaufnahme sei der Arzt immer stiller geworden. »Da steckt eine Kugel drin«, sagte er schließlich. Das viele Blut. Die vor Schmerz zuckende Katze. Christin Gluma konnte nicht mehr. Sie willigte einer Operation ein, ohne Gewissheit, dass Jeany auch durchkommen würde.

Der völlig zertrümmerte Oberschenkel wurde mit Hilfe einer Platine stabilisiert. Gluma: »Das größte Problem sind jetzt Knochensplitter und Fellreste in der Wunde. Sie konnte nicht vollständig gereinigt werden.« Damit sich die Wunde nicht infiziert, bekommt Jeany jetzt Antibiotika verabreicht. Darüber hinaus gibt Christin Gluma ihr homöopathische Beruhigungstropfen, sobald die Schmerzen zu schlimm werden.

Vier Wochen Springverbot

Drei, vier Wochen darf Jeany nicht laufen und springen. Anschließend soll die Platine in einer weiteren OP wieder entfernt werden. Jeany trägt eine Halskrause, damit sie ihre Wunde nicht leckt. Bisher hat Christin Gluma rund 2700 Euro in die Rettung ihrer Katze investiert. Am Ende dürften es mehr als 3000 Euro werden: »Zum Glück trinkt und frisst sie. Ich hoffe jetzt nur, dass sie sich keine Infektion einfängt.«

Sobald Gluma an der Gardine ihres Balkons zieht, reagiert Jeany panisch: »Sie will nicht mehr raus. Der Schuss hat ihr ein echtes Trauma verpasst.« Denn irgendwo in einem Radius von 50 Metern schießt jemand mit Diabolos auf lebendige Tiere.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5747465?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F