Mi., 13.06.2018

Gütersloher Polizei stellt eigene Projekte beim Deutschen Präventionstag vor Ämter sollen sicherer werden

Im März 2017 wurden im Kreishaus Gütersloh Verwaltungsmitarbeiter von einem Kunden schwer verletzt. Um so etwas in Zukunft verhindern zu können, hat die Kreispolizeibehörde das Projekt »Das sichere Amt« entwickelt.

Im März 2017 wurden im Kreishaus Gütersloh Verwaltungsmitarbeiter von einem Kunden schwer verletzt. Um so etwas in Zukunft verhindern zu können, hat die Kreispolizeibehörde das Projekt »Das sichere Amt« entwickelt.

Gütersloh (WB). Die Kreispolizeibehörde Gütersloh hat beim 23. Deutschen Präventionstag in Dresden ihr Projekt »Das sichere Amt« vorgestellt. Es entstand nach einem Angriff im März 2017, als Sachbearbeiter der Kreisverwaltung im Kreishaus Gütersloh von einem Täter mit einem Messer schwer verletzt wurden.

Die Sicherheitsberater des Kriminalkommissariats Kriminalprävention/Opferschutz Guido Bara­tella und Dirk Struckmeier stellten das Projekt vor, das sich mit einer umfassenden Sicherheitsempfehlung für öffentliche Verwaltungen beschäftigt. Unter den Aspekten Einbruchschutz, Brandschutz und andere Straftaten wird eine Schwachstellenanalyse einer Einrichtung gefertigt.

Auch Arbeitsabläufe und Alarmierungsalternativen liegen im Fokus. Ebenso wird die Lage des jeweiligen Objektes einbezogen, um zum Beispiel eine mit einem Kraftfahrzeug ausgeführte Straftat zu verhindern. Abschließend erhält der Auftraggeber eine ausführliche Sicherheitsempfehlung.

Neues Orientierungssystem soll Einsätze erleichtern

Das »Orientierungssystem für Einsatz- und Rettungskräfte nach dem Gütersloher Modell« ist ein weiteres der auf dem Präventionstag von der Polizei Gütersloh präsentierten Projekte. Der Erfolg der Einsätze von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten an Schulen oder öffentlichen Einrichtungen hänge wesentlich davon ab, wie schnell Täter, Verletzte und Gefahren lokalisiert werden können.

Unübersichtliche Einrichtungen erforderten demnach standardisierte Kennzeichnungen von Gebäuden, Eingängen, Treppen und Notausgängen. Im Kreis Gütersloh wurde in einer Kooperation von Polizei, Feuerwehr und Kreisverwaltung bereits 2009 ein einheitliches Orientierungssystem entwickelt.

Der Kreis Gütersloh und seine Gemeinden als Schulträger sorgen seitdem für »Mehr Sicherheit durch Orientierung« – durch Minimierung eines zeitlichen Verzuges bei der Orientierung von Einsatzkräften in unbekannten Objekten werde wertvolle Zeit für die Rettung von Opfern gewonnen.

Neu entwickelter Telefonfilter wird getestet

Nach der Ausstattung von weiterführenden Schulen und Bildungseinrichtungen im Kreis Gütersloh verlagert sich das Interesse nun zunehmend auf andere gefährdete öffentliche Verwaltungseinrichtungen.

Am selben Ausstellungsstand informierte Kriminaloberkommissar Marco Hein über das Projekt »Täter schocken – Anruf blocken!«. Ziel ist es, einen neu entwickelten Telefonfilter zu testen, der die Vorteile der bisherigen technischen Präventionsmöglichkeiten kombiniert und deren Nachteile minimiert.

Die Auswertung der Testdaten soll eine Aussage darüber ermöglichen, ob die Technikkombination zuverlässig vor Straftaten am Telefon schützt und welche Leistungsmerkale ein wirksamer Telefonfilter aufweisen muss. Außerdem wird geprüft, ob ein solches Gerät für ältere Menschen handhabbar ist.

Gütersloher Rollatorkorbdeckel wird bundesweit vertrieben

Ebenfalls an diesem Ausstellungsstand wird der diebstahlshemmende Fahrrad- und Rollatorkorbdeckel (»Gütersloher RKD«) vorgestellt, den der Kriminologe und Polizeiwissenschaftler Marco Hein erfunden hat. In dem Projekt »Klappe zu – Tasche sicher« gelang es mit Hilfe der Anti-Rost-Initiative Gütersloh, einen Hersteller für die ersten Prototypen zu finden, ehe der Gewaltopferverein »Weißer Ring« als Kooperationspartner gewonnen werden konnte.

Dieser konnte dann den Wertkreis Gütersloh als Hersteller und das Sanitätshaus Mitschke als bundesweiten Vertriebspartner gewinnen. Der Gütersloher RKD schützt somit nun bundesweit Nutzer von Rollatoren vor (Taschen-)Dieben.

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