Do., 14.06.2018

Gütersloh: LWL-Klinikum baut neue Klinik für Psychosomatische Erkrankungen Das nächste Millionenprojekt

Die Zahl psychosomatischer Krankheiten, zu denen der so genannte Burnout zählt, hat allein im Kreis Gütersloh in den vergangenen fünf Jahren um zehn Prozent zugelegt. Das LWL-Klinikum reagiert mit Neubau einer Klinik darauf.

Die Zahl psychosomatischer Krankheiten, zu denen der so genannte Burnout zählt, hat allein im Kreis Gütersloh in den vergangenen fünf Jahren um zehn Prozent zugelegt. Das LWL-Klinikum reagiert mit Neubau einer Klinik darauf. Foto: dpa

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Das LWL-Klinikum Gütersloh stemmt die nächste Millionen-Investition. Gegenüber der neuen Bernhard-Salzmann-Klinik soll die stationäre Suchtbehandlung (Haus 8) abgerissen und durch eine neue Klinik für Psychosomatische Medizin ersetzt werden.

Zu den 9,4 Millionen Euro hohen Gesamtkosten steuert das LWL-Klinikum 8,5 Millionen Euro aus Eigenmitteln bei. Burnout, das Gefühl, seelisch ausgebrannt zu sein, ist die bekannteste psychosomatische Erkrankung der vergangenen Jahre. Durch den Einfluss der Seele (Psyche) auf den Körper (Soma) fühlt sich der Patient krank, doch der Arzt findet keine rein organische Ursache. Magen- und Darmbeschwerden, Rückenschmerzen, Ohrgeräusche oder eine gestörte Wahrnehmung des eigenen Körperbildes sind nur einige Krankheitszeichen aus der Fülle individuell völlig verschiedener Leiden. Krankenkassen schätzen, dass mindestens 25 Prozent der deutschen Erwachsenen einmal oder dauerhaft an psychosomatischen Beschwerden leiden. Im LWL-Klinikum sind die stationären Belegungszahlen in den vergangenen fünf Jahren um zehn Prozent gestiegen.

Gütersloher Behandlungsansatz

In Gütersloh werden diese Beschwerden seit 2013 nicht nur psychotherapeutisch, sondern im Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen (zum Beispiel Tumore, Multiple Sklerose), Essstörungen und Traumafolgestörungen behandelt. Ärzte aus der Psychotherapie, der Inneren Medizin und der Neurologie arbeiten hier eng zusammen – sie werden von den beiden Gütersloher Allgemeinkrankenhäusern auch als Fachärzte in Bedarfsfällen hinzugezogen. Der Neubau soll den interdisziplinären Ansatz architektonisch und arbeitsökonomisch unterstützen.

In einem dreigeschossigen, zweifach abgewinkelten Baukörper mit einem Sockel- und zwei Obergeschossen sollen Zimmer für insgesamt 48 Patienten eingerichtet werden. Die eine Hälfte davon nimmt die Station für Psychosomatik im ersten Obergeschoss ein, die andere Hälfte die Station zur Depressionsbehandlung im zweiten Obergeschoss. Im Erdgeschoss ist der Eingang mit zentralen Funktionen und der Tagesklinik vorgesehen. Separate Aufzüge werden Materialtransporte und Personenwege voneinander trennen. Optisch wird sich der Neubau an der Salzmann-Klinik orientieren. Den Umweltschutz gibt der Leitfaden Nachhaltiges Bauen des Bundesbauministeriums vor.

Suchtklinik zieht um

Die dort noch angesiedelte Suchtklinik wird vorübergehend in Haus 55 auf dem Klinikareal umziehen. Haus 8 ist ein roter Klinkerbau aus dem Jahr 1959. Er entspreche weder den heutigen Behandlungs- und Unterbringungsstandards noch stehe er unter Denkmalschutz. Eine Umstrukturierung und bauliche Sanierung ist unwirtschaftlich, stellt der Baubetrieb des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe fest. Der Verband steuert 850.000 Euro Zuschuss zu Abräumung und Erschließung des Grundstückes bei.

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