Fr., 13.07.2018

Nach 13 Jahren endet Tresorstreit mit der Sparkasse Gütersloh-Rietberg Lohmann schließt Frieden

Als einziger Vermieter einer Sparkassen-Filiale hat der Gütersloher Immobilienkaufmann Dieter Lohmann den Rückbau eines fest eingebauten Tresors gefordert. Daraus erwuchs ein 13 Jahre dauernder Streit mit der Sparkasse Gütersloh-Rietberg.

Als einziger Vermieter einer Sparkassen-Filiale hat der Gütersloher Immobilienkaufmann Dieter Lohmann den Rückbau eines fest eingebauten Tresors gefordert. Daraus erwuchs ein 13 Jahre dauernder Streit mit der Sparkasse Gütersloh-Rietberg. Foto: Stephan Rechlin

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Die Sparkasse Gütersloh-Rietberg und ihr ehemaliger Vermieter Dieter Lohmann beenden den Tresorstreit . 13 Jahre nach dessen Ausbruch einigten sich beide Seiten auf einen Betrag, der Lohmann noch aus dem 2011 gefällten Urteil des Oberlandesgerichtes Hamm zustand.

Über dessen Höhe schweigen beide Streitparteien. Sie dürfte zwischen den von Lohman geforderten 150.000 Euro und den von der Sparkasse angebotenen 20.000 Euro liegen. Die Summe soll Lohmann dem Urteil zufolge für Schäden bekommen, die ihm die Sparkasse zugefügt hat, als sie noch Mieterin von Lohmanns Gebäude an der Königstraße 48 war. Dort hatte die Sparkasse 27 Jahre lang eine Filiale unterhalten. Der Auszug aus der Filiale fiel 2005 in eine Zeit, in der die von Eckhard Heitlage und Hans-Hermann Kirschner geführte Sparkasse insgesamt fünf Zweigstellen aufgab. Dieter Lohmann war der einzige Vermieter, der sich gegen das damalige Vorgehen der Sparkasse zur Wehr setzte.

Seinen Namen erhielt dieser Streit von einem von der Sparkasse im Keller des Hauses eingebauten Tresor. Wegen einer deswegen niedriger gehängten Decke, wegen 60 Zentimeter dicker Stahlbetonwände und einer 65 Zentner schweren Stahltür war dieser Raum für keinen anderen, gewerblichen Mieter mehr als normaler Keller nutzbar. Lohmann forderte von der Sparkasse einen Rückbau dieses Tresors oder aber eine Entschädigung; die Sparkasse lehnte ab. Aus dieser Konstellation erwuchs ein sechs Jahre dauernder Prozessmarathon, der drei Instanzen bis hinauf zum Bundesgerichtshof und drei Sparkassen-Vorstände beschäftigte. Mit dem »Lustreisen«-Vorwurf gegen den Sparkassen-Verwaltungsrat und dem Bestechungs-Vorwurf gegen den ehemaligen Sparkassen-Vorstand und Zeugen Dieter Winkler (»Rolex-Affäre«) eröffnete der Streit darüber hinaus spektakuläre Nebenkriegsschauplätze.

Ärger zieht erneut herauf

Für Mietausfall und Wiederherstellungskosten hatte das OLG Lohmann rund 60.000 Euro zugestanden. In einer zweiten Summe sollte es um jene Schäden gehen, die durch eine ausschließliche Nutzung des Gebäudes als Sparkassen-Filiale entstanden waren: Zusätzliche Fluchtwege, Verzicht auf Parkplätze, Quadratmetereinbußen, Mehrwertsteueranteile in Handwerkerrechnungen, Zinsen. Als weder Sparkassen-Vorstand noch Verwaltungsrat auf die 2016 von Lohmann eingereichten Forderungen reagierten, stellte der ehemalige Vermieter erneut Strafanzeige gegen den damaligen Vorstand Jörg Hoffend. Er informierte den Bürgermeister und politische Gremien über den erneut heraufziehenden Ärger und bereitete mit Anwälten die Wiederaufnahme des gesamten Verfahrens vor.

Dem aber kam der neue Vorstandsvorsitzende Kay Klingsieck in einer ganzen Reihe persönlich geführter Hintergrundgespräche zuvor. Dieter Lohmann bittet auf Anfrage um Verständnis, nichts aus der ausgehandelten Vereinbarung preisgeben zu dürfen: »Der aktuelle Sparkassenvorstand ist der erste, der den von anderen nur postulierten partnerschaftlichen Umgang tatsächlich praktiziert.«

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