Do., 08.02.2018

Verkehrsausschuss fasst vorerst keinen Beschluss – 25 Sofortmaßnahmen an Alleestraße Politische Bremse fürs Nahmobilitätskonzept

Für die Alleestraße hat Verkehrsplaner Kaulen eine Liste mit 25 Sofortmaßnahmen entwickelt.

Für die Alleestraße hat Verkehrsplaner Kaulen eine Liste mit 25 Sofortmaßnahmen entwickelt. Foto: Münstermann

Halle (SKü). Eigentlich sollten die großen Konfliktpunkte des Nahmobilitätskonzeptes wie flächendeckendes Tempo 30 und der Umbau der Alleestraße im Bau- und Verkehrsausschuss vor dem am 9. März geplanten Bürgerworkshop bewusst nicht thematisiert werden. Das hatte Ausschussvorsitzender Detlev Kroos (CDU) vorher den zahlreichen Besuchern extra angekündigt. Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen tat es bei seinem Vortrag zu seinem Konzept dann aber doch. Am Ende hat der Ausschuss dann nicht wie vorgesehen einen Beschluss gefasst, mit dem Sofortmaßnahmen aus dem Nahmobilitätskonzept bereits umgesetzt werden könnten. Stattdessen soll das Thema noch einmal ausführlich in den Fraktionen diskutiert werden.

Ralf Kaulen fasste die Arbeit zum Nahmobilitätskonzept in einem knapp 20-minütigen Vortrag zusammen. Grundsätzlich, so Kaulen, gehe es bei diesem Konzept um die Förderung des Fuß- und Radfahrverkehrs, des ÖPNV sowie auch öffentlicher Leihfahrzeuge (Elektroautos und E-Bikes). Das Konzept sei ein Masterplan für die Zukunft, wie Menschen gut von A nach B kommen. Kaulen betonte die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer und versicherte: »Es wird kein Kfz-Verkehrskollaps in Halle stattfinden.« Die vorliegenden Verkehrsprognosen des Büros IVV für die Zeit nach dem A33-Lückenschluss hält er für ausreichend, um schon jetzt zu Entscheidungen zu kommen.

Verkehrsplaner Kaulen hat klare Vorstellungen von Prioritäten

Im Schnelldurchlauf wurden bessere ÖPNV-Vernetzungen im Bereich Mönchstraße und Bergstraße angetippt sowie die Verbesserung von Verknüpfungspunkten in Bokel, Künsebeck, am Gerry-Weber-Stadion und am Bahnhof. Kaulen erläuterte kurz Hintergründe eines Vorbehaltsnetzes und welche Vorteile es habe, wenn die Stadt außerhalb dieses Netzes (zum Beispiel am Künsebecker Weg) eigene Tempo-30-Vorstellungen umsetzen könne.

Weil er eine gewisse Unruhe verspürt habe, so Kaulen, seien für schnelle Umsetzungen 25 Sofortmaßnahmen in dem Konzept benannt, die meisten davon an der Alleestraße. Die Alleestraße und die Verlängerung bis zur Martin-Luther-Straße habe im Konzept die oberste Priorität, es folgten der Künsebecker Weg, dann die quartiersweise Bildung von Tempo-30-Zonen sowie schließlich die Umgestaltung der B.68 nach deren Abstufung als Bundesstraße.

Maßnahmenkatalog immer noch nicht öffentlich gemacht

Die Debatte brachte unterschiedliche Akzente. »Wir wollen mit der Umsetzung endlich loslegen«, verdeutlichte Tim Brand für die SPD. Michael Kuntze (FDP) findet die einseitige Ausrichtung auf Fußgänger und Radfahrer nicht überzeugend. Die UWG sprach sich ebenso wie die CDU für eine nochmals grundsätzliche Debatte in den Fraktionen aus. Bürger dürften zudem nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Dieter Jung (Grüne) kritisierte, dass der Maßnahmenkatalog noch nicht öffentlich vorliege.

 

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