Do., 08.02.2018

Bei Bergstraße und Kluskamp wird nun Anliegerwünschen gefolgt Politik kippt zwei Baubeschlüsse

Blick in die Bergstraße, die nach hartnäckigen Anwohnerprotesten auch künftig beiseitig einen Gehweg behalten wird.

Blick in die Bergstraße, die nach hartnäckigen Anwohnerprotesten auch künftig beiseitig einen Gehweg behalten wird. Foto: Küppers

Halle (SKü). Kommando zurück: Bei gleich zwei Straßen hat der Bau- und Verkehrsausschuss vorherige Ausbaubeschlüsse quasi rückgängig gemacht und ist damit den dringlichen Wünschen der Anlieger entgegen gekommen. Sowohl an der Bergstraße als auch am Kluskamp hatte sich der Unmut der Anwohner insbesondere in Leserbriefen geäußert.

Im Sitzungssaal des Rathauses wurde es am Dienstagabend eng, so groß war der Andrang von Anliegern. Einige mussten gar mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Nachdem der Ausschussvorsitzende Detlev Kroos schon in der vergangenen Ratssitzung wegen der aufschwellenden Bürgerproteste eine Neuberatung angekündigt hatte, waren im Hintergrund bereits Gespräche von einzelnen Ratsmitgliedern mit Anwohnern geführt worden. Auf dieser Basis war eine Kompromisslinie für den Ausbau der sanierungsbedürftigen Straßen gefunden worden.

Nachträglich kein Widerstand mehr gegen Vorschläge der Anwohner

Inhaltlich gab es aus den Reihen der Politik gegen die Vorschläge der Anwohner der Bergstraße keinen großen Widerstand. Es zeigte sich in der Diskussion, dass die Beibehaltung eines Gehweges sowie die Neuanordnung von sechs weiteren Parkplätzen im Bereich eines Straßenknicks in der Mitte der Bergstraße planerisch kein großes Problem sein würde. Und durch die Umwandlung von Grünbeeten in Versickerungsmulden wäre dem politischen Ziel nach Entsiegelung von Straßenflächen t auch Genüge getan.

Diese Änderungen, informierte Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann, könnten in die Planung eingearbeitet werden, ohne dass bei dem Ausschreibungsverfahren Regressansprüche gegenüber der Stadt entstünden. Der Planungsmehraufwand sei bei einem Gesamtbauvolumen von rund 700.000 Euro finanziell überschaubar, so Hoffmann.

Verwaltung lässt sich nicht den Schwarzen Peter zuschieben

Als aus der Ausschussmitte die Rede von »Missverständnissen« war, die schließlich zur Rücknahme des Ratsbeschlusses geführt hätten, machte Hoffmann deutlich, dass er seinerzeit sehr wohl die Wünsche der Anwohner der transportiert habe. Die Politik aber habe damals einfach noch eine andere Auffassung vertreten.

Die nachträgliche Anpassung der Ausbauplanung an Anliegerwünsche, gerade auch in Bezug auf Parkplätze und Gehwege, wurde schließlich auch für die Straße Kluskamp beschlossen. Auf Drängen von Detlev Kroos wurde schließlich auch beschlossen, dass die Verwaltung künftig nach der Vorstellung des ersten Planungsentwurfes mit einer klaren Ansage aus der Politik in die Anliegerversammlungen geschickt wird. Dabei sollen dann auch die möglichen Spielräume, zum Beispiel bei politischen Zielen wie der Versickerung an Ort und Stelle, im Vorhinein klar benannt werden.

 

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