Mi., 14.02.2018

Gefeierte Musiker kommen gern erneut zu den Bach-Tagen Ein besonders treues Publikum

Die Haller Bach-Tage 2018: Mit den Solisten wurde Martin Rieker nach der Matthäus-Passion in Halle gefeiert (unten links, von links): Fabian Kuhnen (Bass), Eva Leonie Stüer (Alt), Knut Schoch (Tenor) sowie Anna-Lena Schuppe (Sopran) und Markus Flaig (Bassbariton)        

Die Haller Bach-Tage 2018: Mit den Solisten wurde Martin Rieker nach der Matthäus-Passion in Halle gefeiert (unten links, von links): Fabian Kuhnen (Bass), Eva Leonie Stüer (Alt), Knut Schoch (Tenor) sowie Anna-Lena Schuppe (Sopran) und Markus Flaig (Bassbariton)         Foto: Sara Mattana

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). Nach den Haller Bach-Tagen ist vor den Haller Bach-Tagen? Ein Jahr, bevor Kirchenmusikdirektor Martin Rieker seinen Abschied nimmt, gilt das womöglich nur eingeschränkt. Obwohl sein vorletztes Bach-Festival noch Tage später die Haller schwärmen lässt. Und auch die Besucherzahlen für sich sprechen.

Gut 3200 Zuhörer und damit 200 mehr als im Jahr zuvor – mit diesem Ergebnis ist im wesentlichen auch Susanne Debour vom Kulturbüro der Stadt gut zufrieden. Abstriche macht sie bei zwei Konzerten: Das Kinderkonzert in der KGH-Aula haben in diesem Jahr nur 300 kleine Zuhörer besucht, während es vor Jahren in zwei Vorstellungen noch mehr als doppelt so viele waren. Zudem sei möglicherweise eine Soirée im Martin-Luther-Haus, die nur 110 Zuhörer hatte, nicht richtig beworben worden. »Dafür waren das Konzert im Storck-Treffpunkt und Chor II in Halle ausverkauft, in Bielefeld sehr gut besucht«, sagt Halles Kulturbeauftragte. »Sensationell gut« sei auch das ebenfalls ausverkaufte Konzert mit Yorck Kronenberg aufgenommen worden – ebenfalls im Martin-Luther-Haus, das vielen Zuhörern weniger gut gefällt. »In Halle fehlt halt ein schicker Konzertsaal, ein hoch ausgestatteter Veranstaltungsraum«, weiß Susanne Debour auch um den Mangel an akustisch wie optisch attraktiven Räumlichkeiten.

Solch ein Zuspruch, so stark und dicht, spricht für das Ganze.

Dennoch habe Yorck Kronenberg sogar angeboten, 2019 Bachs »Clavierkonzerte« in Halle zu spielen, berichtet Martin Rieker, dass der gefeierte Pianist wieder sehr angetan gewesen sei von dem Konzert in Halle. Rieker: »Wir haben ein sehr treues Publikum. Solch ein Zuspruch, so stark und dicht, spricht für das Ganze. Halle ohne Bach-Tage – das geht nicht.«

Der künstlerische Leiter des Klassik-Festivals plant bekanntlich für 2019 Bach-Tage zum Thema »In Gottes Namen«. »Das umfasst auch die Namen Gottes. Im Islam sind es 99«, sagt Rieker im Hinblick auf das letzte Kunstwerk für den Haller Skulpturengarten, das aus den Händen eines arabischen Künstlers kommen soll, wenn das Presbyterium zustimmt. Bachs h-Moll-Messe im Chorkonzert ist jedenfalls gesetzt, eine der bedeutendsten geistlichen Kompositionen.

Darauf freuen sich schon viele Haller ganz besonders. »Wir Mitsänger der ersten Haller Bach-Tage sind so von ganzem Herzen dankbar, dass wir diese Musik miterleben dürfen – eine Gnade«, verbindet Säde Niehaus als Chormitglied der ersten Stunde ihren Dank mit dem Wunsch, dass Halle auch mit einem neuen künstlerischen Leiter an den Bach-Tagen festhält.

Martin Rieker will den Weg 2019 jedenfalls komplett frei machen für einen Nachfolger auf dem wichtigen Kantorsposten in Halle. »Wege können sich aber vielleicht auch einmal kreuzen«, sagt er. Und zu seiner Person: »ich hoffe, auf den beiden Beckerath-Orgeln in der Altstädter Nicolai-Kirche in Bielefeld eine neue musikalische Heimat zu finden.«

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