Mi., 14.02.2018

Georg-Müller-Schule zu aktueller Kritik von Gesamtschule und KGH Stellung »Es gibt keinen negativen Effekt«

Blick auf das sogenannte Borgers-Gelände am Klingenhagen in Halle, auf dem die Georg-Müller-Schulen gerne eine Sekundar- oder Realschule bauen würden.

Blick auf das sogenannte Borgers-Gelände am Klingenhagen in Halle, auf dem die Georg-Müller-Schulen gerne eine Sekundar- oder Realschule bauen würden. Foto: Fälker

Von Stefan Küppers

Halle/Bielefeld (WB). Der Geschäftsführer der evangelikalen Georg-Müller-Schulen (GMS), Johannes Michael Pieper, bezweifelt, dass der Aufbau einer neuen Sekundar- oder Realschule in Halle überhaupt einen negativen Effekt auf die Haller Gesamtschule oder das Kreisgymnasium haben könnte.

Pieper nimmt Stellung zu einem offenen Brief der Direktoren von Gesamtschule Halle und KGH (WB vom 10. Februar), in der diese ihre Sorge vor einer Neugründung geäußert hatten. Wegen der knappen Schülerzahlen in Halle befürchten sie, dass aus zwei guten Schulen nunmehr drei schlechte werden könnten.

Trägervielfalt sei nicht automatisch ein Problem für etablierte Schulen

»Wieso unterstellt man uns, wir könnten eine schlechte Schule verursachen. Die Georg-Müller-Schulen sind breit anerkannt und erfreuen sich viel Unterstützung durch Eltern. Wir wollen keine Schüler aus öffentlichen Schulen abziehen«, sagt Johannes Michael Pieper. Wenn er am Donnerstag, 22. Februar, 17.15 im Schulausschuss (Mensa Schulzentrum Masch) vortragen darf, will der GMS-Geschäftsführer nicht nur die Zweifel zerstreuen, sondern auch auf das verfassungsmäßige Grundrecht von Eltern auf Gründung einer Ersatzschule hinweisen. Pieper sieht in der Trägervielfalt die Bereicherung eines Standortes und nicht automatisch ein Problem für etablierte Schulen.

Für Schüler aus dem Umkreis ist der Standort Halle wegen seiner Lage ideal

Es gehe einfach darum, für die Kinder, die derzeit die teilweise schon dreizügige Georg-Müller-Grundschule in Steinhagen besuchen, ein wohnortnahes Angebot für eine Halbtagsschule mit den Klassen 5 bis 10 zu unterbreiten. Von den etwa 75 Abgängern der GMS in Steinhagen ginge etwa ein Drittel zu Gymnasien. »Für die übrigen etwa 50 Kinder wollen wir eine Lösung finden, für die Halle wegen seiner Lage und Infrastruktur ein idealer Standort wäre«, sagt Pieper. Für viele Kinder aus Versmold, Borgholzhausen und Harsewinkel sei die Anfahrt zur Georg-Müller-Gesamtschule Bielefeld viel zu weit. »Zu uns schicken nur Eltern ihre Kinder, die bewusst eine christliche Schule wollen«, argumentiert Pieper. Mehr als zwei Klassen pro Jahrgang seien nicht geplant. Die geplante Zweifach-Sporthalle an der Schule könne nach Schulschluss übrigens von der Stadt oder Vereinen genutzt werden, so Pieper.

 

Kommentare

Fake News: Evangelikal = fundamentalistisch = Kreationismus

Der Kommentar von "Andreas" ist ein typisches Vorurteil gegen christliche Privatschulen und "fake news". Ich bin selber Lehrer am GMS Gymnasium in Bielefeld, da wir eine staatlich anerkannte Schule sind, sind wir verpflichtet, den staatlichen Lehrplan einzuhalten, sonst verlieren wir jeglichen Anspruch auf Refinanzierung. Da wir eine Privatschule sind, wird uns dabei viel genauer auf die Finger geschaut, ob wir das auch wirklich tun. Außerdem würden unsere Schüler der Oberstufe ihr Abitur im Bio Lk gar nicht schaffen, wenn das Thema "Evolution" nicht genauso ausführlich behandelt wird, wie in anderen Schulen auch.

"Christliche Schule" muss man bei Evangelikalen ja leider mit 'fundamentalistisch' übersetzen. Schöpfungslehre statt Evolution ist auf Dauer ja nur eine der Folgen, wie man in den USA schon sehen kann.

Die Logik hinter der Schulgründung

Die Georg-Müller-Schulen haben drei Grundschulen (insgesamt 8-zügig) nur zwei weiterführende Schulen, davon ist das Gymnasium 2-zügig, die Gesamtschule 4-zügig. Die GMS kann also 1/4 ihrer Schüler (2 Grundschulklassen) nicht bedienen und muss hier jedes Jahr den Eltern, die explizit diese Schule wollen, eine Absage erteilen. Aus diesem Grund wird schon länger nach einer Möglichkeit gesucht, eine dritte weiterführende Schule zu errichten, diese natürlich zweizügig, damit das eigene Klientel bedient werden kann.

Wenn KGH oder die Gesamtschule dann mit "die ziehen uns die Schüler ab" ankommen, ist das nicht wirklich ein legitimes oder durchdachtes Argument.

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