Di., 06.03.2018

Frauen in Halle am Amboss: Christoph Kasper hilft beim kunstvollen Biegen Feuer und Flamme fürs Schmieden

Tipss vom Profi: Anja Wunderlich, Sabine Berger, Katja Fischer, Katharina Lütgert, Gundula Burgeroth und Ulrike Lütgert lernen von Christoph Kasper (von links), wie sie richtig mit Schmiedeeisen und Schweißgerät umgehen.

Tipss vom Profi: Anja Wunderlich, Sabine Berger, Katja Fischer, Katharina Lütgert, Gundula Burgeroth und Ulrike Lütgert lernen von Christoph Kasper (von links), wie sie richtig mit Schmiedeeisen und Schweißgerät umgehen. Foto: Sara Mattana

Von Sara Mattana

Halle (WB). Als Ulrike Lütgert den ersten Entwurf ihrer Fisch-Figur aufzeichnet, erscheint ihr die Figur noch recht einfach. Als sie sich dann jedoch daran macht, die Eisenstange mit Hammer und Zange in die richtige Form zu bringen, stellt sie schnell fest: Auch mit dünnem Metall ist das Schmieden harte Arbeit.

Umso größer ist ihr Stolz, als Ulrike Lütgert schon nach dem ersten Tag des Schmiedekurses ihren fertigen Fisch in den Händen hält. »Er sieht ein bisschen anders aus als auf dem Papier, aber so hat er etwas Einzigartiges«, sagt Ulrike Lütgert, die gemeinsam mit Tochter Katharina an dem zweitägigen Projekt in der Werkstatt von Christoph Kasper teilnimmt.

Frauen sind kreativ

Unter professioneller Anleitung lernen die acht Teilnehmerinnen dort im Rahmen der Frauenkulturwochen das Hämmern, Sägen und Schweißen und dürfen zum Abschluss ihre individuellen Kunstwerke mit nach Hause nehmen. »Frauen sind oft noch experimentierfreudiger als Männer und probieren mehr Kreatives aus«, sagt Christoph Kasper. Er freut sich besonders über den großen Arbeitseifer der Frauen. Denn kaum hat er ihnen die Grundlagen erklärt, greifen sie auch schon begeistert nach Schweißerbrillen und Handschuhen.

Ohne diese Sicherheitsausrüstung dürfen die Besucher in der Werkstatt des Profis den Geräten nämlich nicht zu nah kommen. »Es gibt hier sehr viele Gefahrenquellen, und deshalb ist es mir wichtig, vor jedem Kurs die Sicherheitsregeln zu erklären«, sagt Christoph Kasper. Denn bevor das Eisen in die gewünschte Form gebogen werden kann, wird das Material auf eine Temperatur von 1300 Grad Celsius erhitzt – ohne entsprechende Handschuhe ist der Spaß am Schmieden also schnell vorbei.

Schnecken und Spiralen

So tasten sich die Teilnehmerinnen am Wochenende zunächst einmal vorsichtig an die fremden Arbeitstechniken heran und formen die Eisenstangen zu schneckenförmigen Spiralen. »Ich habe das Schmieden in meiner Jugend schon einmal ausprobiert, deshalb gefällt mir dieses Angebot sehr. Besonders spannend finde ich die Arbeit am Feuer«, berichtet Gundula Burgeroth. Die 65-Jährige formt aus einer sechs Millimeter dicken Stange einen Flamingo sowie eine kunstvoll geschwungene Tulpe.

Doch obwohl sich alle Frauen mit Begeisterung an die Arbeit machen, hält der Kursus noch einige Überraschungen bereit. »Ich habe es mir viel leichter vorgestellt. Das Biegen des Materials ist wirklich ziemlich schwer«, sagt Ulrike Lütgert. Und so kommt es am Wochenende häufiger vor, dass sich die Kunstwerke von der Vorlage bis zum endgültigen Produkt doch ein wenig verändern. »Das ist aber gar nicht schlimm, ich lasse mich einfach davon überraschen, wie sich die Idee bei der Arbeit entwickelt«, sagt Ulrike Lütgert.

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