Mi., 14.03.2018

Warum sich Familienväter aus der Mennoniten-Brüdergemeinde für die GMS einsetzen Halbtagsschule wird klar bevorzugt

Treffpunkt Bethaus am Tiefer Weg: Diese Familienväter, die alleine insgesamt 32 Kinder vertreten, sagen, warum ihnen der Aufbau einer Georg-Müller-Realschule in Halle wichtig wäre und zu welchen Familienwerten sie sich bekennen.

Treffpunkt Bethaus am Tiefer Weg: Diese Familienväter, die alleine insgesamt 32 Kinder vertreten, sagen, warum ihnen der Aufbau einer Georg-Müller-Realschule in Halle wichtig wäre und zu welchen Familienwerten sie sich bekennen. Foto: Stefan Küppers

Von Stefan Küppers

Halle (WB). Die Debatte um die Gründung einer Georg-Müller-Schule bewegt viele Familien. Das WB spricht mit Familienvätern der Mennoniten-Brüdergemeinde, die deutlich machen, warum ihnen eine solche Schule für ihre Kinder so besonders wichtig ist. Die Bewahrung familiärer Werte steht dabei für sie an oberster Stelle.

Die Männer, die im Bethaus der Brüdergemeinde am Tiefer Weg zusammenkommen, haben selbst zumeist größere Familien. In der Summe vertreten die zehn Männer allein schon 32 Kinder. »Die Erziehung der Kinder ist Aufgabe der Eltern. Und die Erziehung soll in der Familie erfolgen, das ist uns ein ganz großes Anliegen. Deshalb bevorzugen wir Halbtagsschulen«, sagt Johann Ens.

Debatte um Schule soll offenbar nicht öffentlich geführt werden

Das, was sich aktuell an Diskussion beziehungsweise Nicht-Diskussion um die Bauabsichten der Georg-Müller-Schule (GMS) in Halle abspielt, ärgert Familienvater Peter Wölk, von dem zwei Kinder bereits die GMS-Grundschule in Steinhagen besuchen. Ihn ärgert es, dass die Debatte um die GMS von der Politik quasi gar nicht öffentlich geführt werde und im Keim erstickt werden solle. An diesem Donnerstag will der Planungsausschuss über die kurzfristige Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Borgers-Gelände beraten, um dort sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen.

Jakob Wiens hat seine drei Kinder alle an der GMS-Grundschule in Steinhagen eingeschult. Neben der christlichen Ausrichtung und der entsprechenden Vermittlung von Werten durch die Schule ist für ihn der Status als Halbtagsschule ein entscheidendes Argument. Für seine Kinder empfindet er es als ein Stück Lebensqualität, dass diese am Nachmittag daheim oder bei Freunden spielen könnten. Viele andere Kinder aus der Nachbarschaft kämen erst nachmittags um 17 Uhr nach Hause.

Eltern fordern für Halle ein Halbtagsangebot für ihre Kinder

Das Kreisgymnasium wird von den Männern für sein flexibles Ganztagsmodell gelobt, Eltern können, müssen die Betreuungsangebote nicht wahrnehmen. Die neue Gesamtschule Halle hingegen hat ein verpflichtendes Ganztagsangebot. Dass die Haupt- und die Realschule in Halle auslaufen, bedauern diese Väter. Und sie sehen einen echten Bedarf für ein alternatives Halbtagsangebot im weiterführenden Sek-I-Bereich, eben durch eine neue Realschule, wie sie die GMS auf dem Borgers-Gelände plant.

Die Männer pflegen ein Familienbild, wie es noch vor ein, zwei Generationen für viele selbstverständlich war. Paul Thiessen (33), Vater von bald vier Kindern, möchte dass diese ihre Kindheit so erleben können, wie er es selbst konnte. Nämlich zu einem guten Teil der Zeit im Schoß der Familie und eben nicht an einer Ganztagsschule. Er ist davon überzeugt, dass sehr viele Eltern so denken.

»Wir wollen unsere Kinder in der Familie prägen und erziehen.«

»Wir haben uns für Kinder entschieden. Und wir wollen sie in der Familie prägen und erziehen«, sagt ein anderer Vater. Und wiederum ein anderer fügt hinzu: »Wir wollen unsere Kinder nicht nur durch die Gesellschaft erziehen lassen.« Dass ihnen ob dieser Überzeugung und ihres Eintretens für Schulen wie die GMS aus bestimmten Richtungen Engstirnigkeit vorgehalten wird, ärgert diese Familienväter. »Da wird immer Toleranz gepredigt, aber andere Meinungen werden nicht akzeptiert«, sagt Jakob Wiens.

Die Väter aus der Gemeinde sind überzeugt, dass weit über ihren Kreis hinaus viele Eltern eine Realschule in Halbtag, wie sie die GMS plant, für ihre Kinder wünschen. Doch von der Verwaltung werde versucht mit politischen Mehrheiten das Projekt zu blockieren, ohne Eltern nach ihrem Willen fragen zu wollen.

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