Di., 13.03.2018

Nach dem Workshop: Das Rathaus sieht ein unklares Bild – Die Bürgerinitiative widerspricht Alleestraße: Die Meinungen gehen auseinander

Moderatorin Elke Frauns (hier mit Folker Dewald) ließ Teilnehmer regelmäßig zu Wort kommen.

Moderatorin Elke Frauns (hier mit Folker Dewald) ließ Teilnehmer regelmäßig zu Wort kommen. Foto: Krammenschneider

Von Stefan Küppers

Halle (WB). Vier Stunden lang haben Bürger, Fachleute und Verwaltung über eines der großen Haller Streitthemen diskutiert, nämlich die Umgestaltung der Alleestraße . Doch auch zwei Tage nach dem Bürgerworkshop herrscht bei Hauptbeteiligten Uneinigkeit darüber, wie das Ergebnis des Meinungsaustausches mit den Bürgern zu bewerten sei.

Etwa 50 Bürger hat Eckhard Hoffmann, für den Straßenausbau zuständiger Abteilungsleiter im Rathaus, bei dem Workshop am vergangenen Freitag im Bürgerzentrum Remise notiert. Hinzu kamen ein gutes Dutzend Verwaltungsleute, Mitarbeiter aus Planungsbüros sowie Ratsmitglieder. Seiner Wahrnehmung nach sind im Laufe des Workshops so viele unterschiedliche Wünsche und Anforderungen an die verkehrliche Nutzung der Alleestraße und der unteren Bahnhofstraße gestellt worden, dass bei den unterschiedlichen Interessenlagen von Radfahrern, Fußgängern, Autofahrern und Anwohnern kein eindeutiges Ergebnis auszumachen sei. »Auch Mehrheiten haben sich nicht ablesen lassen«, sagt Eckhard Hoffmann. Es werde immer Leute geben, denen eine Lösung nicht gefallen werde, vermutet er. Gleichwohl habe er das Gefühl gewonnen, dass bei vielen Hallern ein Verständnis für die Komplexität der Problemlage entstanden sei, meinte er zum WB.

Verwaltung erwartet eine ganz neue Vorplanung für die Alleestraße

Hoffmann kündigte an, dass die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen (Fußgänger, Radfahrer, fließender und ruhender Verkehr sowie Straßenraumgestaltung) nunmehr ausführlich dokumentiert und schließlich der Politik vorgestellt würden. »Ich gehe davon aus, dass eine ganz neue Vorplanung erstellt wird, aus der sich Elemente aus allen vorhergehenden Planungen wiederfinden werden«, meint Hoffmann. Wenn es nun zügig weitergehe, könne bis zum Jahresende ein Ergebnis vorliegen, mit dem die Stadt dann wie üblich in eine Anliegerversammlung hineingehen werde, meinte Eckhard Hoffmann.

Bürgerinitiative sieht klare Forderungen an das städtische Handeln

Helmut Rose von der Bürgerinitiative Alleestraße akzentuiert sein Fazit des Workshops anders. »Es ist sehr deutlich geworden, dass die Meinungen der Bürgerinitiative ein klares Schwergewicht bei dieser Veranstaltung hatten«, sagt Rose, der mindestens zwei Drittel der Teilnehmer den Mitgliedern der Bürgerinitiative zuordnet. »Unsere Vorstellungen sind eigentlich ganz klar geworden«, sagt Rose im WB-Gespräch. »Wir wollen, dass die noch ausreichend guten Straßenflächen weitgehend in Ruhe gelassen werden, dass Radfahrer und Fußgänger wie bisher auf eigenen Nebenanlagen geführt werden und dass es auf keinen Fall eine Tempo-30-Zone gibt, die alle Radler auf die Straße zwingen würde.« Weil die Unfallzahlen mit Radfahrern zudem sehr gering seien, funktioniere es im großen und ganzen doch ganz gut. Man solle nicht ohne Not Rituale verändern, so Rose.

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