Mi., 13.06.2018

Kreissynode rückt Distanz Jugendlicher zur Kirche ins Zentrum »Meint ihr das wirklich ernst?«

Stellen bei der Sommersynode des Kirchenkreises Halle die Jugendarbeit in den Mittelpunkt des Nachdenkens: (von links) Katrin Eckelmann, Sarah Wilke, Martin Kralemann, Susanne Absolon, Walter Hempelmann.

Stellen bei der Sommersynode des Kirchenkreises Halle die Jugendarbeit in den Mittelpunkt des Nachdenkens: (von links) Katrin Eckelmann, Sarah Wilke, Martin Kralemann, Susanne Absolon, Walter Hempelmann. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Halle/Steinhagen-Brockhagen (WB/kg). »Mehr Menschen gehen häufiger und mehr Menschen gehen nie zur Kirche«. Vor allem die zunehmende Distanz junger Menschen zu Glaube und Religion sieht Superintendent Walter Hempelmann angesichts dieses Fazits der neuesten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung als Anlass für ein neues Nachdenken über das Thema.

Bei der Sommersynode des Kirchenkreises Halle am Montag, 18. Juni, in der Grundschule Brockhagen (Beginn ist um 14 Uhr mit einem Abendmahlsgottesdienst in der St. Georgskirche) steht die Jugendarbeit auch deshalb im Zentrum. »Was tun wir, um den Jugendlichen ein festes Fundament für ihr Leben zu geben?«, fragte Walter Hempelmann im Hinblick auf die Traditionsabbrüche bei Jugendlichen. Auch Synodal-Jugendreferentin Katrin Eckelmann und Jugendpfarrerin Susanne Absolon halten es für eine große Aufgabe der Zukunft, Anknüpfungspunkte für Kinder und junge Menschen zu finden.

Einer davon kann möglicherweise eine Imagekampagne sein. »Wir sind jünger« hat sich die Evangelische Jugend im Kirchenkreis Halle gesagt. Ein Faltblatt mit buntem Cover, das die Vielfalt der Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis vorstellt und blättern, lesen und entdecken lässt, ist nicht alles. Unter www.juenger-halle.de werden junge Menschen angesprochen. »Meint ihr das wirklich ernst? «Nicht nur die Ferienangebote (1000 Teilnehmer plus 300 Ehrenamtliche) und die Ferienspiele (500 Teilnehmer plus 100 Ehrenamtliche) sind »ein Pfund, mit dem man wirklich wuchern kann«, wie Katrin Eckelmann sagte. Dennoch bergen Freizeiten Herausforderungen. Denn wenn allein »die Lust und das Bedürfnis mitzufahren« die Eintrittskarte bleiben soll, müssen finanzielle Hürden genommen werden. »Wir wollen auf jeden Fall das Rad der Geschichte der Jugendarbeit weiterdrehen«, unterstrich der Superintendent. Damit verbunden sind auch Erkenntnisse aus dem Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung, wie auch Martin Kralemann, Jugendreferent der Gemeinde Halle, und Sarah Wilke vom Jugendzentrum Versmold wissen: Weil Schule und Ausbildung heute so wichtig sind, fehlen Freiräume für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen.

Neben dem Schwerpunktthema Jugendarbeit wird es bei der Synode auch um die Flüchtlingsarbeit gehen. »Das bleibt ein brennendes Thema für uns. Denn wo bleibt zivilrechtliches Engagement, wenn tatsächlich Anker-Zentren kommen. Unsere Gemeinden sind da hoch engagiert«, sagte Walter Hempelmann.

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