Mi., 27.12.2017

Rentner wird Heiligabend in seinem Haus in Beelen entdeckt – »Tathergang noch völlig unklar Tödliche Schläge gegen den Kopf

In diesem Einfamilienhaus ist der 71-jährige Rentner Opfer eines Verbrechens geworden.

In diesem Einfamilienhaus ist der 71-jährige Rentner Opfer eines Verbrechens geworden. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Beelen (WB). Ein 71-jähriger Rentner ist, wie berichtet, im münsterländischen Beelen (Kreis Warendorf) Opfer einer Gewalttat geworden. Angehörige haben an Heiligabend die Polizei alarmiert. »Als die Polizisten die Wohnung betraten, saß der Mann tot in seinem Rollstuhl«, erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

Bei dem Opfer handelt es sich um Karl »Kalli« U., einen ehemaligen Kfz-Mechaniker, der gehbehindert und auf seinen Rollstuhl angewiesen war. »Die sichtbaren, erheblichen Verletzungen deuten auf eine massive Gewalteinwirkung gegen den Kopf hin. Der Tathergang ist noch völlig unklar«, sagte Botzenhardt dem WESTFALEN-BLATT.

Allerdings habe die Mordkommission in den vergangenen zwei Tagen mehrere interessante Informationen gesammelt. Ob sich darunter bereits eine heiße Spur befindet, wollte der Oberstaatsanwalt nicht sagen und verwies auf die laufenden Ermittlungen.

Ein Bekannter und die Schwester entdeckte die Bluttat

Ein guter Bekannter machte sich am 24. Dezember große Sorgen, weil Karl U. die Tür nicht öffnete und nicht ans Telefon ging. Er informierte die Schwester, zusammen mit ihr entdeckte er die Bluttat.

Der Elektrorollstuhl des Ermordeten steht vor der Haustür, in einem zweiten ist er aufgefunden worden. Foto: Wolfgang Wotke

Der Tatort liegt nur 19 Kilometer von Gütersloh entfernt, die Gemeinde Beelen grenzt an Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz. Karl U. lebte seit fünf Jahren in dem kleinen Einfamilienhaus, das etwas abseits der Letter Straße steht. Der Garten und das Ambiente rund um das Gebäude machen einen gepflegten Eindruck. Er sei ein netter, höflicher Mann gewesen, der oft mit seinem Elektrorollstuhl in das 6200-Seelen zählende Beelen gefahren sei und immer alle Neuigkeiten aus dem Dorf wusste, berichteten schockierte Nachbarn.

Rentner lebte nicht alleine in seinem Haus

Ein Blick durch das Küchenfenster lässt nur erahnen, was sich dort abgespielt haben könnte: Die Arbeitsfläche ist blutverschmiert, ein zweiter Rollstuhl steht in der Ecke, Schubladen sind durchwühlt und auf dem Fußboden hat die Spurensicherung die Nummer 22 neben einen dicken Holzknüppel gelegt. Ist das die Tatwaffe? Immerhin erkennt man Holzsplitter neben den Blutanhaftungen. Im Schlafzimmer sind sämtliche Schränke geöffnet und anscheinend durchstöbert worden, Papiere und Dokumente liegen zerstreut herum. Offensichtlich haben der oder die Täter etwas gesucht. Ein Raubmord? Martin Botzenhardt: »Kein Kommentar.«

Der ledige, 71-jährige Rentner hat offenbar nicht alleine in seinem Haus gelebt. Seit einigen Jahren, erzählten Freunde, soll ein 49-jähriger Mann aus Polen bei ihm gewohnt haben, der sich um ihn und um das Haus gekümmert habe. Er soll vor einigen Wochen in den Weihnachtsurlaub in sein Heimatland gereist sein.

Die Kriminalpolizei bittet um telefonische Hinweise: 0251/2750.

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